Ich geh jetzt schlafen

Entgegen aller Erwartungen ist Livia Früh”aufsteherin”, die einzige in unserer Familie. In Ermangelung der Aufstehfähigkeit jodelt sie um sechs Uhr los, lacht mir ins Gesicht, wenn ich sie fassungslos anstarre und liebt ganz offensicht das Leben. Wie schön, wenn man immer so fröhlich ist! Der frühe Vogel fängt den Wurm ;) – für mich hat das Vorteile und Nachteile.

Zunächst ist es nicht kompatibel mit meinem Hang erst nach Mitternacht schlafen zu gehen. Ich hab knapp fünf Monate mit wenig Schlaf durchgehalten, aber jetzt passe ich mich an. Ich geh früher schlafen.
Der Vorteil ist, dass ich gerade eine neue Sicht auf die Welt bekomme – von welcher Seite scheint die Sonne am morgen in mein bevorzugtes Kaffeehaus? ;) Livia macht das nämlich so: Sie wacht um sechs Uhr auf, ist 1,5 Stunden quietschfidel, wünscht dann gestillt zu werden und schläft nochmal 1-2 Stunden. Vorteilhaft daran ist, dass ich am Sonntag, um 8.00 morgens allein verabredet sein konnte, denn: Livia schläft wieder. Mann schläft noch immer.
Wenn mir jemand vor sechs Monaten gesagt hätte, dass ich Sonntag, 8.00 als ideale Zeit für eine Verabredung betrachten werde, dem hätte ich den Vogel gezeigt.

So, jetzt ist es viertel elf. Ich gehe. Im Übrigen: Der Schlaf vor Mitternacht soll der Gesündeste sein. ;)

Badezimmerunterspiegelablage

Das war schon im November, dass Rufus da was geschrieben hat und von mir und vielen anderen wollte, dass sie aufschreiben was auf ihrer Badezimmerunterspiegelablage ist. Die Nummer der Rettung hat er gemeint, hab ich aufgeschrieben. Warum er den Vorschlag macht, kann ich nicht ganz auflösen, weil ich seinen Auslöser nicht kenne, aber ich habe gleich was dazu zu sagen :D

Zunächst das Wesentliche. Aufmerksam bin ich ins Bad gegangen und hab geschaut. Da liegen oder stehen
elektrische Zahnbürste
Interdentalbürsten
Zahnseide
Zahnpasta in zweierlei Ausführung
Parfum
Rasierschaum
Nagelscheren &Co.
Woll- und Seidenwaschkonzentrat

Keine Nummer von der Rettung. Rettungstechnisch fällt mir auf, dass ich oft gefunden werde, weil jemand Gesundheitsstörungen googelt :D Das ist weil ich ab und zu ganz gerne schreibe, dass ich an irgendwas zu sterben befürchtet habe.
Der Link zu Rufus: http://therufus.wordpress.com/2008/11/07/die-badezimmerunterspiegelablage/
Eine Frage, lieber Rufus: Du verwendest noch einen Schnuller? :D Ich hätte gedacht, Du bist aus dem Alter draußen. ;)

Zu den Gesundheitsstörungen ;)
Nabelschnur abdrücken ctg
thrombose überleben
gold allergie
wurzelbehandlung erschöpfung
stift aus metall reinschrauben zahn
usw. :D

Um da jetzt keine Schieflage aufkommen zu lassen. Ich werde auch gefunden mit
kathis alltagswahnsinn – das ist tüchtig ;)
haider selig :D
die steinpalme
hochzeitsglückwünsche boot
laura promoviert
wohnung entmüllen
exzellentes blog :)

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Ich glaub, sie wundert sich dauernd…

… sagte gerade mein Mann als ich ihm erzählte, dass wir heute im Regen heim gegangen sind.
Ich hatte keinen Schirm mit und es war sehr warm und der Regen auch. Also hab ich mir gedacht, Livia kann den Regen kennenlernen. Ich spür solche Dinge gern und lass sie das auch. Wie fühl sich das an, wenn das kalte Wasser aus dem Pool in der Sonne auf der Haut trocknet? Ist ja in zwei Minuten geschehen, also sicher kein Gesundheitsproblem. Oder: Wie ist es, wenn man in einen Sommerregen kommt?
Sie war interessiert. Sie wird sich noch nicht besonders viel denken, ich weiß. Und sie wundert sich über vieles, das glaub ich auch. Nicht nur darüber, warum Wasser vom Himmel fällt. ;)

Meine Geldtasche

Zutage gefördert werden Bahnkarten aus dem Jahr 2008 (die kann man von der Steuer absetzen, unter gewissen Umständen). Rechnungen, die kein Mensch braucht. Die Garantie fürs Autoradio, für die ein Platz gefunden werden muss. Zwei KundInnenkarten von Apotheken, eine vom Ikea, Visitenkarten ohne Ende.
Meine Geldtasche steht vor der Explosion.
Aus genau dem gleichen Grund habe ich meinen Filofax in einen Palm umgetauscht. Da kann ich nämlich keine Zettel hineinklemmen ;)

die gute mutter…

seit einiger zeit spiele ich mit mir selber “die gute mutter”. immer dann, wenn ich bemerke, dass ich gerade gut bin oder schlecht… es ist ein spiel ;)

in der straßenbahn: schnuller hinuntergefallen, weil schnullerkette nicht gefunden, kein ersatzschnuller dabei: schlechte mutter.
nach dem schnullersturz akuter hunger aufgetreten – mutter hatte sich in der zeit vertan: sehr böse mutter.
schnell in der straßenbahn gestillt: wieder gute mutter.
daraufhin beim dm schnullerboxen entdeckt. sofort gekauft: lernende mutter.
dazu noch so eine spielkette (oder wie das heißt – unwissende mutter ;) ) für den kinderwagen mitgenommen: liebe mutter.
schnullerbox immer dabei, beim nächsten schnullersturz sofort ersatzschnuller hervorgezaubert: klasse mutter
schnullerkette extra hergerichtet, vor dem weggehen doch nicht mehr gefunden: chaotische mutter
besuch bei freundin, pikler-ball zum spielen mitgenommen: ausgezeichnete mutter
spuckwindel vergessen: keine-spuckkind-mutter, daher neutral
wickeltasche und ersatzgarnituren dabei: erfahrung habende mutter
im besitz von drei schnullerketten, damit eine immer auffindbar ist: das schnullerbedürfnis wichtig nehmende mutter und damit: gut. :D

es leicht nehmen – 5

es leicht nehmen und die anderen.
ich versuche das jammern nur von mir aus zu betrachten und nur was über mich zu sagen. damit es mir eben nicht passiert, dass ich jetzt darüber herziehe, wer was wann wie macht. es genügt, wenn ich vor meiner eigenen türe kehre, da bin ich beschäftigt. ;)

das heißt, dass “die anderen” nur am rande vorkommen, nämlich jetzt: was bitte tun, wenn alle jammmern, kollektives jammern (niemandes keller wurde überflutet, niemand hatte irgendeinen schaden, denn sonst wäre es ja klagen) und ich denke mir: eigentlich ist es eh ok. ich komm jeden tag raus, weil ich nütze den moment, denn derer gibt es viele (700 km jakobsweg haben mich sowieso davon überzeugt, dass das wetter egal ist, höchstens eine gute ausrede. richtige unwetter sind selten.). also was tu ich da? gescheit herumstehen und sagen: ich mag nicht jammern und ich schreibe alle meine gedankengänge dazu gerade in meinem blog auf? ;) einfach den mund halten (meine bevorzugte variante). mitjammern (mach ich auch).
das ist schwer. wenn man jammert gehört man auch ein bisschen dazu. und wenn man nicht jammert, dann klingt es so, als wäre alles so leicht oder als stünde man irgendwie über den dingen – als könnte man quasi übers wasser gehen ;) das ist auch nicht schön.
jammern ist auch eine gute form der kontaktaufnahme. ich kann fast jeden anquatschen übers wetter, unverschämtes benehmen jugendlicher … außer ich komme auf jemanden, die mir sagt: ich mag nicht jammern. :D
das war heute so. da habe aber nicht ich übers wetter gejammert, sondern eine andere, und ich hab gerade angefangen zu überlegen, ob ich mitjammere oder nicht, sagt eine tatsächlich, sie will nicht übers wetter jammern. hab ich lustig gefunden. verbündete.

Warten

warten
bis sie
endlich wach wird
schönes wetter lockt mich
vorfreude

es leicht nehmen – 4

klagen und trauern. beim thema “jammern” und “es leicht(er) nehmen” drehe ich mich immer wieder um die frage: wann ist es jammern und wann ist es klagen?
pierre stutz hat auf seiner cd “alltagsrituale” eine meditation zu diesem thema. und weil ich nicht weiterkomme, habe ich sie mir wieder einmal angehört.

stutz meint, wir brauchen nicht jammern lernen, weil das können wir gut. wir jammern und müssen nichts verändern. *stolper* was heißt das?
als erstes fällt mir das gewicht ein. da kann ich angeben. ;) übers gewicht zu jammern hab ich vor ein paar jahren aufgegeben, als mir eine freundin gesagt hat, dass es nervt. mich hats auch genervt. es ändert nichts, ich fühl mich nur schlecht und durchs jammern noch schlechter, weil ich die sache nicht mehr von einer anderen seite sehen kann. damals hab ich beschlossen, es mit fassung zu tragen und auch großzügiger mit mir zu sein, solange ich so bin, und mir immer schöne kleidung zu kaufen, um mich gut zu fühlen. das war ein guter plan. hat funktioniert.
ich bin im übrigen lieber schlank, es ist mir NICHT egal. ;)

als nächstes fällt mir ein, dass ich immer wieder über dinge zum klagen komme, die abgehakt sind. da gibt es eine auslöserin und *patsch* gehts mir nicht gut. das ist wirkliche klage, denke ich. wobei in dem fall für mich persönlich irgendwann wieder der moment kommt, wo ich mir denke: ich mag es jetzt loslassen. *stolper* schon wieder gefährliches terrain: etwas loszulassen ist, meiner meinung nach, immer eine höchstpersönliche entscheidung. niemand darf sagen “man muss auch einmal loslassen können” und einer anderen damit den schmerz absprechen. passiert dies, empfehle ich den gezielten sprung ins gesicht – aber vorher fingernägel wachsen lassen, damit es sich auszahlt. ;) also immer wieder klagen, weil was verwundenes wieder hochkommt, ist für mich klagen.

die höchstpersönliche entscheidung – schwierig, da ein gutes gespür für sich selber zu kriegen. abgesehen von leuten, die zu viel jammern – nicht klagen – gibt es auch noch die, die klagen und meinen, sie wären hysterisch und würden nur jammern. – das system ist störanfällig, man kann sich auf diese weise gut selber verletzen.
als drittes gibt es natürlich noch die klage über aktuelle situationen. stutz zählt da zb arbeitslosigkeit auf, sterben eines geliebten menschen, trennungen …

er sagt, die klage ist, das hinausschreien aller gefühle. im ganzen leben, in grenzsituationen. es muss klage- und trauerräume geben, orte, an denen man geschützt wird, im schmerz. im klagen zeigt sich die lebenskraft. wo es um babys geht, steht auch zu lesen (nicht bei stutz ;) ), dass weinen repariert, was verletzt wurde. deswegen: dem baby das weinen erlauben!

und da kommt stutz zu seinem letzten punkt. nicht nur dem baby das weinen zu erlauben, es zu halten und einfach da zu sein, damit es spürt, es ist auch im weinen geliebt und gehalten. er spricht über erwachsene und sagt, in schwierigen zeiten können wir einander stützen und einfach da sein. das mag ich auch. gott als wesen ist nicht greifbar für mich. aber andere menschen sind es und ich selber kann auch so ein anderer mensch sein.

ein fazit brauch ich noch: schwierig für mich jammern und klagen auseinanderzuhalten. ich stelle es mir am ehesten so vor, dass ich in der lage bin, die dinge, die mich zum klagen bringen zu betrauern und sie immer wieder loszulassen um mich dem lebensfluss (der mir sicher wieder neues zum betrauern bringt :D – das nennt sich jetzt gelebter optimismus :D ) anzuvertrauen.
und ganz wichtig, während ich so vor mich hindenke: es ist eine eigene entscheidung, ich kann nur über mich reden. es ist ok, wenn mir jemand was sagt. aber es sind viel weniger menschen, die mir was über mein verhalten sagen können (in der lage dazu sind) und dürfen, als es menschen gibt, die meinen, sie könnten das. siehe: unerfüllter kinderwunsch. da meinen ja hinz und kunz ihre qualifizierte meinung, die da lautet “man muss loslassen” abgeben zu dürfen. tip: ins gesicht springen und vorher nägel wachsen lassen. ;)

Landleben

Unter Landleben können wir uns verschiedenes vorstellen. Ein Leben am Land, wirklich am Land, wo man ein Auto braucht, um in die Stadt zu kommen. Dann das Leben am Stadtrand. Das ist das, was anscheinend alle wollen, deswegen findet man am Stadtrand auch nur schwer ein Haus. Und dann gibt es noch das Leben am Kogel. ;) Ich war gestern eine Schulfreundin besuchen und wir haben uns in Wolfsberg getroffen und sind zusammen auf ihren Kogel gefahren. Bitte eine Aussicht hat man da oben – herrlich. Für meinen Sauerstoff- und Bewegungsphobiker wäre es nichts. Wahrscheinlich hätte er schon beim Hinauffahren gejammert – es könnte ja etwas frische Luft ins Auto dringen, nicht auszudenken! :P Aber mir hats gefallen. Ich könnte zwar so ein Einsiedlerinnenleben nicht jeden Tag aushalten, aber für einen Urlaub…
Bisher habe ich ja immer gedacht, Arriach, was ein wunderschönes Dorf in der Mitte von Kärnten ist, ist abgelegen, weil man da ein bisschen auf den Berg hinauf fährt. Aber es ist kein Vergleich. Und so schön war da oben: Man hat einmal wirklich nichts gehört. Keine Straße in der Nähe! Wunderbar.

Haider selig sprechen

Darauf bin ich heute gestoßen und mir fehlen die Worte. http://heiligerhaider.wordpress.com/

Ich hab ja Zweifel, ob ich das verlinken sollte, denn derlei sollte nicht unbedingt verbreitet werden. Aber ich denke, wir teilen das Publikum eher nicht und ich bringe Euch gern zum Lachen. ;)

Jemand fragt dort: Sagt mal, spinnt ihr jetzt endgültig????

Eine naheliegende Frage, wie ich finde. Ich kann in einem Punkt der Antwort zustimmen. Jörg Haider war, wie wir alle, ein Kind Gottes. Ja, alle Menschen sind Kinder Gottes, aber deswegen sollen nicht alle Menschen selig oder heilig gesprochen werden. Abgesehen davon, dass ich als Evangelische … ;) Es sind aber auch nicht alle selig und heilig gesprochenen gute Menschen. Insofern …

Bernhard von Clairvaux, zweifelhaft für meinen Geschmack, wurde heilig gesprochen (das wird ja für Haider angestrebt): Er sah das ritterliche Ideal der Kreuzzüge, das Sterben für den Herrn, als höchsten Verdienst. Entschieden trat er für die in der Kirche umstrittenen „bewaffneten Mönche“ ein, die Tempelritter. In seinem Brief an diesen Ritterorden gibt er eine theologische Rechtfertigung religiös motivierter Waffenhandlungen und warnt sie gleichzeitig vor Ausschweifungen und Lastern im Kriegsdienst. Quelle: Wikipedia

Würde man ein bisschen suchen, würde man möglicherweise ein paar mehr solcher Personen auffinden.

Vielleicht gibt es in Kärnten bald einen Kult wie in Süditalien um Padre Pio – ohne Padre Pio beleidigen zu wollen! Momentan ist die kultische Verehrung eher auf die Unfallstelle beschränkt – soweit ich weiß. Vielleicht kann man es bald bequemer haben, in einer angemessenen Kirche. Messingstatuen in Lebensgröße, Jörg-Haider-Rehabilitationszentren für Unfallopfer, das Jörg-Haider-Krankenhaus (er muss ja ein Wunder wirken, der Gesundheitsbereich bietet sich da an), der Jörg-Haider-Fernsehkanal – da bieten sich eine ganze Menge Möglichkeiten an, um Jörg Haider gerecht zu werden.

Das wirklich Krasse ist, dass es Leute geben wird, die das gut finden.