Wenn eine Gans…

zu fauchen beginnt, den Hals nach vorne streckt und auf einen losläuft, dann rennt man lieber davon. Ganz schnell. winkend Zuerst waren da ein paar Gänse. Sie sind im Gänsemarsch näher gekommen, sie haben uns umkreist. Bei der Hälfte kam die Frage hoch, ob das vielleicht was bedeuten könnte. Dann begann das Gefauche und eine rannte los. Wir auch. Ich weiß nur, dass Schwanattacken sehr böse schmerzen können und die Gänseschnäbel haben mir ehrlich gesagt so ausgeschaut,  als könnten sie bei einem Kampfeinsatz durchaus Schmerzen zufügen. Die Gans wollte uns in Wirklichkeit nur davonjagen und ließ uns auch in Ruhe, als wir ein paar Meter weiter weg waren. Was anderes hatten wir auch nicht erwartet. Das war ein öffentlicher Garten, die „Tierchen“ (das waren richtig große) liefen frei herum, die Menschen dürfen das dort auch. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ernsthaft bissig sind. Die Tiere. Bei den Menschen weiß man das nie so genau. winkend

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Lange Nacht der Kirchen

Lange Nacht der Kirchen war heute wieder. http://www.langenachtderkirchen.at

Wir waren bei den Katholiken und den Altkatholiken, haben kurz den Russisch-Orthodoxen gelauscht, wir haben die Baptisten kennengelernt. Und dann waren wir in meiner Kirche, bei den Evangelischen (A.B.).

Zwei Veranstaltungen hatten es mir von Anfang an angetan. „Vom Licht und anderen Lebensmitteln“ und das politische Nachtgebet. Wie so oft bin ich satt und stolz nach Hause gegangen. Stolz, weil das meine Kirche ist, die ich mir ausgesucht habe und wo ich immer wieder etwas höre, das mit mir und meinem Leben in dieser Welt zu tun hat, das mir Mut und Kraft gibt an einer Verbesserung mitzuarbeiten und mich die Freude daran spüren lässt. Ich mag sie, weil sie in politischen Fragen so bedingungslos ist. Die Kirche, diese Pfarre im Besonderen, die Agierenden.

Es gibt klare Worte, keine faulen Ausreden wegen wirtschaftlicher Notwendigkeiten, nicht die Frage ob der eine Mensch mehr oder weniger wert ist. Es wird ein offenes Herz gelehrt, für jede Kreatur. Fürsorge, Behüten und Achten.

Was für ein Glück, was für eine Gnade, dass ich dort hingefunden habe. Jetzt gehe ich schlafen, satt und geborgen und reich.

Rasende Zahnschmerzen

Oje.

Ich hatte die zweite Runde der Wurzelbehandlung. Die Kanäle wurden nochmal geputzt und erweitert. Arschweh (Entschuldigung, anders kann ich das nicht sagen) hat es getan, weil da noch ein bissi Leben drin war. Und bis ich die Spritze hatte, war es einfach nur ein Horrortrip, der mir Ganzkörperschweißausbrüche beschert hat. Die Spritze war meine beste Freundin in dem Moment. Dann ist es bis zum Abend viel besser geworden und gestern in der Früh war ich fast schmerzfrei.

Dann bin ich jedoch nach Wien gefahren auf eine Tagung. Hingefahren bin ich mit zwei Kolleginnen, wir haben die ganze Zeit gequatscht und gelacht. Heimgefahren auch. Das Ganze wäre für sich schon einen Eintrag wert, den ich aber im schmerzfreien Zustand verfassen werde. Dort habe ich mich auch unterhalten und auch ein paar Mal versehentlich auf meinen Aua-Zahn gebissen. Mit dem Erfolg, dass gegen Abend mein Zahn und mein Kaumuskel schon deutlich schmerzten zeigten und der Einzige, mit dem ich gestern nicht mehr reden konnte, war mein Mann. Wenn meine Zunge beim Schlucken meinen Zahn nur berührt, tut das heftigst weh. Ich bin wieder im Bananen-Modus. Alles was härter ist, kann ich nicht essen.

Soll ich kalt auflegen, soll ich heiß auflegen, soll ich das erste Schmerzmittel seit 15 Jahren nehmen? Ich habe es mal mit meinem aktuellen homöopathischen Mittel versucht. Wenn es das Richtige war, hat es bei akuten Erkrankungen immer Wunder gewirkt.

Das wirklich Ungünstige ist, dass es genau jetzt ist, wo wir Schwieger-Besuch haben und ich auch noch eine Verabredung habe, die die halbe Nacht dauern wird. Außerdem ist morgen (nein, heute) Freitag. Auf jeden Fall werde ich meinen Zahnarzt anrufen und fragen, ob das im Rahmen ist.

Meine letzte Wurzelbehandlung endete damit, dass ich (nach drei verschiedenen Zahnärzten) meinen Zahnarzt gefunden habe, der mir den Zahn ziehen musste und mir ein Implantat verpasst hat. Äußerst ungern würde ich das wiederholen. Schon allein finanziell ist so ein Beißerchen nicht ganz günstig mit 2000 Euro. Vom Schmerzfaktor her: Ich bin fast der einzige Mensch, dem das Implantieren höllisch wehgetan hat. Ich hätte vor einem nächsten Mal Angst. Ich würde natürlich denken, dass es dieses Mal ja nicht so eine Stelle ist, die wieder so wehtun muss. Das denke ich mir jedes Mal (also dass die Behandlung oder danach dieses Mal nicht wehtun muss). Und ich wurde so oft enttäuscht.

Ich sollte der Zahnfee langsam mal ein Opfer bringen. Sie scheint gar nicht gut auf mich zu sprechen zu sein. Bei mir ist es immer das Schlimmere, das passiert, wenn was ist. Ich habe eine Füllung, mein Nerv geht außerordentlich weit hinauf, sodass er, obwohl der Zahn nicht so tief gebohrt ist (lt. Zahnarzt), sich zu zersetzen beginnt. Bei den meisten Leuten tut die Wurzelbehandlung nicht weh, bei mir schon, bei vielen Leuten tut es danach nicht weh und beim zweiten Mal auch nicht mehr. Bei mir tut es hingegen irre weh.

Ich finde das unfair und habe den Eindruck, dass ich da die Arschkarte abonniert habe.

Und wenn mir jetzt noch eine sagt, dass ich Schmerzen habe, weil ich dran denke, dann ist überhaupt alles aus. Das ist eine der unempathischten Bemerkungen überhaupt. Und blöd auch. Denn ich kann mein Leben echt besser verbringen, als mich auf Schmerzen zu konzentrieren, die ich nicht habe. Allein schon die Unterstellung. Vielleicht konzentriere ich mich einfach auf die Schmerzen, weil sie so deutlich da sind, dass sie nicht zu ignorieren sind.

Vielleicht werde ich eine neue Kategorie aufmachen: „Die unangenehmen Seiten des Lebens.“ Oder so.

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Freudenbiographie

Momentan fahre ich mit Verena Kast von der Arbeit nach Hause. Nein natürlich nicht mir ihr. winkend Ich lese eines ihrer Bücher. Im Zug  habe ich ausreichend Gelegenheit zu lesen und  nachzudenken. In ihrem Buch „Die Lebensfreude einladen“ schreibt sie von der „Freudenbiographie“. Zunächst schreibt sie, dass Max Frisch (in „Mein Name sei Gantenbein“) schreibt: „Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält …“

Ja, meine Biographie bin ich in der Lage sofort zu erzählen. Ich kann sogar noch weiter gehen und die unangenehmen Dinge meines Lebens chronologisch aufzählen. Auch wichtig sich damit zu beschäftigen. Finde ich. Und ich bin draufgekommen, dass ich sogar auf die Schnelle eine Gewichtsbiographie zusammenbringe. Fähigkeit von einer, die immer wieder zu kämpfen hat. winkend

Aber wie Max Frisch sagt. „… eine Geschichte, die er für sein Leben hält„.  Da liegt doch die Frage nahe, was mein Leben ist, wenn es nicht meine Biographie ist, die ich erzähle und die ich für mein Leben halte.

Da kommt Verena Kast mit ihrer Freudenbiographie ins Spiel: Sie sagt, dass ganz andere Aspekte zum Vorschein kommen können, wenn man die eigene Biographie unter einer bestimmten Fragestellung anschaut. Geht es um die Freude, so wird eine andere als die übliche (Lebens)Geschichte herauskommen.

Das habe ich beim Lesen schon spannend gefunden, habe meinen Palm gezückt,  nachgedacht und getippt. Ein gutes Experiment.

Ein Stöckchen…

So, ich habe gesehen, dass ich ein Stöckchen bekommen habe. Zwar schon am 8. Mai – aber ich nehme es mal, wenn es da so einsam liegt.. ;) .

1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat

2. Öffne das Buch auf Seite 123

3. Finde den 5. Satz

4. Poste die nächsten 3 Sätze

„Die ist praktisch unmöglich. Die Ausländerbehörde muss deshalb – will sie in einem in der Androhung nicht konkret genannten Zielstaat abschieben – der betroffene Schutz den Staat so rechtzeitig mitteilen, dass noch wirksamer Rechtschutz möglich ist.“ Und dann kommt kein Satz mehr sondern eine Überschrift: „Schutz nach Unanfechtbarkeit der Abschiebungsandrohung.“

Das Buch ist von Ralf Alleweldt und heißt „Schutz vor Abschiebung bei drohender Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe“.

5. Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter

Ich nehme eine :D http://mblog.deinzer.eu/

„Du kannst Deine Gefühle so gut zeigen.“

Sitze ich gestern bei einem Wortfindungstreffen bei meiner Nachbarin, ein kleines bisschen mit  Maulsperre wegen meiner Spritzen (aber Lachen und Reden ging noch – also alle wesentlichen Funktionen im grünen Bereich winkend ) und erzähle von meinen Zahnarzt-Erlebnissen des Tages. Ich mir immer noch ein bisschen peinlich, weil ich so uncool bin. Sagt sie: „Ich finde das so toll, dass Du Deine Gefühle so herauslassen kannst. Ich würde das auch gern können.“ Diese Rückmeldung kenne ich gut. Mir wird das oft gesagt. Ich verstehe das auch irgendwie. In den Wehen liegen und sich nicht zu schreien getrauen – nein, das kann nicht hilfreich sein. Sich Schmerzen zuziehen und kein „Aua“  zuzulassen – nein, das ist nicht schön.

Ich könnte das gar nicht. Ich kann zwar meine Gefühle so herauslassen (nein, ich „muss“), ich kann mittlerweile auch ein bisschen anders (nämlich warten, bis ich halbwegs alleine bin). Nach einer Prüfung in eine Gruppe von Freundinnen bzw. Bekannten zu kommen und vor lauter Erschöpfung gleich mal eine Runde zu heulen, ist möglicherweise wahnsinnig offen, jedenfalls aber steht frau dadurch ebenso wahnsinnig im Mittelpunkt auf ihrem Emotionsberg. Und dann muss sie viel erklären. Klar. Und ich weiß noch immer nicht, was daran so toll sein soll.

Suboptimal auch, wenn man in Erwartung der Wurzelbehandlung am Zahnarztsessel sitzt und darüber nachdenkt, wie boshaft das Leben zu einer ist und der Zahnarzt sagt: „Ich weiß genau, was in Ihrem Kopf abgeht. Sie überlegen sich, wieso es bei Ihnen schon wieder nicht ganz normal laufen kann.“ Nunja. Sich ertappt fühlend dann auch noch ein Tränchen zu verlieren (Gott sei Dank echt nur eines) – oh mein Gott, wie soll ich dort jemals wieder hingehen?  winkend

Zahnarzt oder: Ich bin mir manchmal peinlich

Der Tag begann normal. Ich hatte einen Zahnarzttermin, um eine Füllung auszutauschen, die vor drei Monaten schon ausgetauscht worden war. Mäßiges Problem. Mäßige Angst. Bis ich dort bin. ;) Spritze, bohren, tauschen, fertig. Grund: Es tat beim Draufbeißen noch weh. Jedoch ergab sich, dass die Anwesenheit des Schmerzes im Sichtbarsein des Zahnnerves begründet war. Das böse W-Wort heißt: Wurzelbehandlung.

Mir wurde dies also eröffnet, während sich gerade die Spritze bis zum Ohr ausgebreitet hatte. Und mir wurde ganz anders. Ich gehöre zu der Kategorie Zahnarzt-Heldinnen, die deswegen Heldinnen sind, weil sie ganz viel Angst vor (allem vor unbekannten) Zahnarztprozeduren haben, aber zuverlässig immer wieder hingehen und es durchstehen: Die Prozedur und die Angst davor, die fast stressiger ist. Aber Monk, Held meiner Freitag-Abende, sagt, dass nicht einer, der keine Angst hat, mutig ist. Mutig ist einer, der Angst hat und das, was Angst macht, trotzdem tut. Ja, diese Weisheit mag ich. :D Sie schützt mich davor, dass ich mich jetzt gerade unter der Couch verstecken will. ;)

Gut. Wir waren beim bösen W-Wort, das mich ziemlich verunsichert hat. Das Röntgen ergibt, dass die Wurzeln nicht super-gebogen sind, aber auch nicht schön gerade. Es sind so mittelmäßige Wurzeln. Da mir die Wurzel trotz Spritze schon beim Antippen weh getan hat, will ich dringend wissen, wie er das jetzt machen will, dass es mir nicht weh tut (in guter Erinnerung die Zahnentfernung und mein Implantat, die aus meiner Sicht beide kein Spaziergang waren – weder aus Angst- noch aus Schmerzsicht!). Ich kriege noch eine Spritze und wir vereinbaren, dass ich Erklärungen kriege und meine linke Hand hebe, wenn es weh tut. Und das passiert so und ich werde gelobt, weil ich das so gut mache – die Dreijährige in mir beruhigt das ungemein. Ich und meine Angst, wir liegen so da und irgendwie geht es eh. Meine Angst kreischt zwar „Hiii, es wird gleich weh tun – Hilfe!!“. Aber ich versuch ihr zu erklären, dass wir die Hand erst heben, wenn es wirklich weh tut und einen kurzen Schmerz schaffen wir schon. Tja und schließlich ist es fertig. Es hat nicht weh getan, ich hab’s nur gespürt, die Angst verabschiedet sich wieder bis zum nächsten Mal. Sie bleibt gleich in der Gegend, damit sie, wenn ich hinkomme, auch schon da ist ;) Wie nett aber auch.

Tja. Und das ist dann der Moment wo ich mir peinlich bin. Ich bin eine erwachsene Frau und zeige mich so. Der Mensch muss denken, ich hab einen Vogel. ;) (Trotzdem kriege ich seine Telefonnummer für das Wochenende, falls es Probleme gibt.) Andererseits bin ich wenigstens authentisch. Ich sehe jetzt gerade keinen großen Vorteil darin, aber sonst schätze ich das an mir, dass ich authentisch bin. ;)

Nunja. Ich werde mir vielleicht eine Schmerztablette einwerfen und hoffen, dass es morgen echt besser ist. Und froh sein. Was ich hinter mir habe, habe ich nicht mehr vor mir.

Ich bin so dankbar dafür, dass ich einen Zahnarzt gefunden habe, der den Nerv hat (ja, den hat er auch ;) ) und die Geduld. Da kann ich bleiben. Und anders würde ich es auch nicht akzeptieren, sondern so einen eben suchen. Was kann ich dafür, dass Gott so geschludert hat? a) Die Konstruktion der Zähne – meine sind weitgehend ok, aber es reicht mir auch schon, was ich bisher so erlebt habe. b) Ich hab mir nicht ausgesucht, dass die Annäherung von Spritze und Bohrer in mir so viel Unangenehmes auslösen. ;)

Ja, das war mein Mittwoch-Vormittag. Jetzt liegt eine Katze zwischen mir und der Tatstatur, schnurrt und freut sich ihres Lebens. Das ist viel angenehmer. ;)

Raus in die Natur

Es ist ein langes Wochenende, wir leben schon viele Jahre in Graz. Es ist wirklich peinlich, also sehr sehr peinlich, dass wir beide überhaupt keine Ahnung davon haben, was wir unternehmen könnten. Wir kennen natürlich unsere Gegend (und sie wird uns langweilig), aber schon am anderen Ende der Stadt sind wir ahnungslos.

Wir haben uns also gestern zur Bildung einen Wanderführer gekauft (ich enthusiastisch, er  schicksalsergeben winkend )  und geschmökert. Dann haben wir beschlossen (ich enthusiastisch, er… winkend), heute nach Gösting zu fahren und auf den Plabutsch zu gehen. Wir haben es beide sehr schön gefunden. lächelnd Der Führer ist einer, der angibt, wie man mit den Öffentlichen zu den verschiedenen Ausgangspunkten hinkommt. Für Leute ohne Auto ist das eine tolle Sache. Immer wieder merke ich, dass es Spaß macht, auf ein Auto zu verzichten (wir machen Carsharing, denn manchmal brauchen wir einfach eines)  und auszuprobieren, wie es mit den Öffentlichen läuft. Es ist aber immer wieder auch unbequem und mühsamer. Man erlebt allerdings mehr und reist ganz anders, wenn man mit den Öffentlichen unterwegs ist. Es kommt mir vor, als wäre ich dann ganz besonders „da“. Es geht mir manchmal allerdings auch sehr auf den Wecker. Vor allem, wenn der Zug überfüllt ist usw. Bei allen Vor- und Nachteilen von Öffentlichen – ein Auto kostet ein Vermögen. Das ist DER Nachteil schlechthin und der Grund wieso wir keines haben.

Heute war das alles nicht so die Aufregung, weil wir gerade mal zur Endstation des 40  mussten. Oben am Berg bin ich draufgekommen, dass der Heurige das Lokal ist, das ich von meiner alten Wohnung aus immer gesehen habe. Am Tag glitzernd, wegen der Fensterscheiben und am Abend beleuchtet. Tja. Wieder einmal ein Rätsel gelüftet. Unglaublich, dass ich noch nie dort war.

Und: Ich habe neben mir eine Blindschleiche gesehen. Dafür, dass ich gar nicht laut geschrien und gefuchtelt habe und mich auch nicht geschüttelt habe und nicht geklagt und gejammert habe (ich hatte das Tier auf den ersten Blick für eine Schlange gehalten) und auch nicht sofort mit dem Hubschrauber abgeholt werden wollte, habe ich ein Lob bekommen. Ich wäre in den letzten zwei Jahren ziemlich cool geworden. lachend

Vor zwei Jahren waren wir in den Flitterwochen und am Capo Milazzo, in Sizilien, habe ich die Ansicht vertreten, dass ich die Natur sehr gerne mag. Auf vier Rädern, mit einer Klimaanlage und geschlossenen Fenstern. winkend Damals wurde ich gezwungen durch jede Menge Gebüsch in der Hitze (Schlangen, Taranteln, Bienen, Wespen, Hornissen – weiß der Geier was da für Tiere herum sind!) bergabwärts ans Meer zu gehen. Und da unten waren dann auf den Steinen, auf denen ich klettern musste, auch noch Krebse. Iwääh.

PolitikerInnen

Irgendwo habe ich (wieder einmal) gelesen, dass PolitikerInnen eine der unbeliebtesten Bevölkerungsgruppen überhaupt sind. Bei mir auch. Da habe ich mir zu überlegen begonnen, weshalb das so sein könnte. Ich habe mir ein paar Szenarien ausgedacht, die PolitikerInnen in meiner Achtung sinken lassen könnten.
Seit kurzem haben wir in Graz das Gebot, in der Straßenbahn keine Handys mehr zu benutzen. Es ist kein Verbot, es gibt keine Sanktionen – außer, dass man rausgeworfen werden kann, wenn man telefoniert. Ich persönliche finde es lächerlich und telefoniere weiter. Für gewöhnlich sind meine Telefonate in den Öffentlichen kurz gehalten und wenig tiefgehend. Ich besitze ein Handy um unterwegs erreichbar zu sein. Ich habe keinen Nerv, alle Leute aus der Leitung zu werfen, die mich beim Straßenbahnfahren erwischen. Würde mir zB ein Politiker erzählen, dass das Handyverbot nur ein Gag war, um auf die Partei aufmerksam zu machen und um im Gespräch zu sein, so würden – zumindest in meinen Augen – die PolitikerInnen, die diese Idee hatten – an Achtung verlieren. Ich denke, dass eine Partei was verbessern wollen soll. Schön, wenn sie sich damit in den Mittelpunkt rücken kann und legitim, wenn sie sich darum bemüht. Aber einfach um der Wirkung wegen Dinge, die sich selbst nicht wichtig findet, durchzusetzen, fände ich ziemlich erbärmlich.
PolitikerInnen könnten für mich auch – wieder im Kollektiv, weil für mich dann gleich die meisten so sind – an Achtung verlieren, wenn mir einer erzählen würde, dass er den Haider so cool findet, wegen der Ortstafeln, die er nicht aufstellt, obwohl der Verfassungsgerichtshof dies angeordnet hat (und es einen Staatsvertrag gibt). Dass Politik machen bedeutet, Lobbying zu betreiben, auch wenn es außerhalb der Rechtsordnung ist…. Wenn mir sowas gesagt würde, würde ich fragen, ob PolitikerInnen, von der Gemeindeebene bis zum Nationalrat, auf die Verfassung vereidigt sind? Würde das mit einem Schulterzucken abgetan werden, ich wäre schockiert. Wir sind ein Rechtsstaat und Lobbying darf nicht wichtiger sein als die Einhaltung geltenden Gesetze. Wofür hätten wir dann Gesetze, wenn sich manche über sie stellen dürften? Denn das alle den Verfassungsgerichtshof ignorieren – also bitte.
Wenn ein Politiker sich beklagen würde, dass sein Stand so im Zentrum des Interesses steht, dass sich alle für die Socken seiner VertreterInnen interessieren und dafür, ob Herr oder Frau PolitikerIn Moscheen gut findet oder nicht…. Wenn sich ein Politiker darüber beklagen würde, würde ich ihn für einen ziemlichen Doofkopf halten, dass er nicht unterscheiden kann zwischen Socken (haben echt keinen zu interessieren) und einem brisanten Thema. Bei letzterem muss einem Politiker klar sein, dass seine Äußerung mehr Belang hat als die von Hinz und Kunz.

Ich hatte anscheinend ausreichend Zeit mir zu überlegen, was ich übel finden würde und was Gründe wäre, um bei mir sehr schlecht anzukommen. lächelnd Jetzt komme ich aus meiner Horrowelt lieber wieder zurück in die reale Welt. Wo das natürlich nicht so ist. Vielleicht haben andere ja eine Ahnung, wie es sein kann, dass PolitikerInnen so einen schlechten Ruf haben?

Aas und Salat

Wie widerlich! Die Geschichte geht so: Ich genieße 1,5 Stunden lang die Natur draußen. Als ich wieder heimkomme hat mein Liebster schon gegessen und richtet mir was, während ich von meinem Tag erzähle. Salat mit Champignons und Tsatsiki kriege ich.

Die Natur mag er nicht – jedenfalls nicht live. Dafür bildet er sich mit „Universum“, wo heute Vielfraße gezeigt werden. Vielfraße fressen Aas und sind sonst auch keine besonders angenehmen ZeitgenossInnen. Während ich meinen Salat mit den Champignons esse, höhlt ein Vielfraß einen Elch aus. Ich versuche es zu ignorieren, die erklärenden Worte des „Kommentators“ hindern mich jedoch daran. Da vergeht mir dann doch der Appetit und ich gehe lieber duschen, bis der Bulle von Tölz anfängt. Dieses Mal gibt es sogar eine neue Folge und nicht die x. Wiederholung.