Laura promoviert

Vor einiger Zeit war ich auf der Suche nach einem Artikel und hab zweierlei gefunden. Erstens ist die, deren Artikel ich gesucht habe, sehr sehr jung gestorben. Einige ihrer Arbeiten habe ich gelesen und ich war total schockiert. Mit 32 Jahren plötzlich zu sterben, ein Wahnsinn.

Zweitens habe ich „Laura promoviert“ gefunden. Das ist eine Satire, die beschreibt, wie es einer geht, die versucht Doktorin zu werden. Aus gegebenem Anlass habe ich es wieder hersugekramt. Meine Freundin I. leidet. Der Professor hört den Namen eines Autors und beginnt regelrecht zu toben, weil dieser Autor völlig überschätzt ist (wahrscheinlich im Gegensatz zu seiner eigenen Meinung, die vielleicht ignoriert wird?). In der nächsten Stunde ist er freundlich, im Gesamtwerk bemängelt er, dass der Autor nicht genannt wird und seine Theorie nicht beschrieben wird, denn eine Arbeit kann ohne diesen Autor eigentlich nicht auskommen. Das Konzept, das er abgesegnet hat, wirft er komplett über den Haufen und sie ist gerade fertig mit der Welt. Zumal es ein bisschen eilig ist, weil eine sehr tolle Uni in Genf sie für einen Master  angenommen hat. Ich hab ihr mal „Laura promoviert“ gemailt. Das ist wie in einem schlechten Film.

Und hier der Text. Es werde ihn viele verstehen, die so eine Arbeit geschrieben haben. Aber nicht alle. Die anderen hatten Glück. Ich auch. http://www.qualitative-research.org/fqs-texte/2-03/2-03birck-d.htm

Für die TierfreundInnen…

Fröhlich schwangern oder: in Fülle leben

Heute um 9.00 habe ich mit einer Schülerin die italienische Speisekarte durchgearbeitet. Sie lernt ein Jahr nach und möchte sich im Herbst auskennen. Schon wie ich hingefahren bin, es war so warm, war alles so schön. Ich liebe meine Art stundenweise zu arbeiten, hinzufahren, mich mit einem oder mehreren Menschen auseinanderzusetzen und ihr/m was beizubringen oder ein paar Stunden in rechtlichen Dingen zu beraten, dann auf den Markt gehen zu können, zu kochen, daheim was für meine Doktorarbeit zu machen. Schön wäre es, wenn ich davon finanziell abgesichert wäre. Ich würde immer so weitermachen, weil es so schön ist.

Wir sitzen also um 9.00 bei der Speisekarte und ich beschäftige mich mit Gnocchi mit Steinpilzen. Da kann ich nur in Ehrfurcht versinken vor den Köchen, die mir a) in Kalabrien köstlichste Gnocchi mit Steinpilzen gekocht haben und b) in Sizilien, in einem ganz tollen Hotel Crepes mit Steinpilzfüllung aufgetragen haben. Die Erinnerung allein macht mich glücklich.

Ich kriege dort das dringende Bedürfnis heute zu kochen. Ich möchte am Markt alles kaufen und mir wunderbare Sachen ausdenken. Kurz ließ ich mich von der Lasagne ablenken, die mich in Gedanken zum Parmigiana überleitet, was einer Lasagne ähnlich ist, bloß nimmt man statt Nudelblätter Melanzani.

Nach der Nachhilfe habe ich wieder meine Krankenkassenralley gemacht. Also Rechnungen bei zwei Krankenkassen abgegeben und zwischendurch kopiert. Danach: Markt. Sicherheitshalber habe ich mein Rad dorthin mitgenommen, damit ich gleich sehe, wieviel Platz im Korb ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich mich verschätze und das tolle Gemüse auf der Lenkstange nach Hause balanciere…

Gefunden habe ich Eierschwammerln, die ich sofort zu Schwammerlgulasch verkocht habe und mit Eiernudeln (wer braucht Barilla? Ohne Eiernudeln geht bei mir momentan gar nichts mehr) verzehrt habe, ganz tolle reife Pfirsiche, Kürbis, Fisolen, Kraut, Tomaten, Gurken, Melanzani (der Kilo 4,2 Euro – der spinnt wohl *röchel*). Broccoli hab ich geschenkt bekommen. Die tollen Eiernudeln habe ich auch gekauft und eine Gurke. Vorher war ich noch beim Billa wo biologisches Rindsfarschiertes zu mir gefunden hat und ein paar Sorten Käse – ich muss meinen gesteigerten Eiweißbedarf decken und esse temporär wieder Fleisch, was mir vom Tierschutzaspekt her gar nicht gefällt. Mir tun die Tiere leid, und wenn ich bei einer Kreuzung stehe und ein Tiertransporter kommt (die stehen immer neben mir) wo die armen Kühe eingezwängt sind (die EU-geförderten Bedingungen lassen sich ergooglen. Mit 19 haben S. und ich uns eine Akte bei der Staatspolizei verpasst, weil wir damals als Grünfried-Mitgliederinnen Tiertransporte bei der Grenze gestoppt haben und die Fahrer aus Hamburg kommend wegen uns zum Schlachthof fahren musste, um den Tieren Wasser zu geben!!! Diese Tiere mussten in die Türkei, sie werden in Triest verschifft. Würden sie ausreichend Wasser bekommen, dann müsste ein extra Tankschiff mitfahren. Das passiert natürlich nicht, also verdursten die Tiere. In der Türkeit werden die, die noch ansatzweise leben mit dem LKW durch die Gegend gekarrt und  dann geschächtet – was eine sehr brutale Methode ist. So war das damals und zwischendurch habe ich nur gehört, dass das EU-gefördert wird.)

Brauchen würde ich zu meinem Glück noch sehr dringend rote Rüben. Aber die im Glas mit den Süßstoffen kann man echt nicht essen. Ich jedenfalls nicht.

Voll bepackt bin ich nach Hause gefahren und habe zu kochen begonnen. Erstaunlich eigentlich, wenn man bedenkt, dass ich nur koche, weil ich essen muss und nur einfachst koche (und das obwohl ich vier Jahre in der Hotelfachschule war und sogar eine Lehrabschlussprüfung gemacht habe, deren Ergebnis in meinem Maturazeugnis steht ;) Also irgendwann hab ich es gemocht, sonst wäre ich nicht in diese Schule gegangen). Ich habe also im Koch-Fieber die Küche startklar gemacht und ein Schwammerlgulasch bereitet – ich liebe mein Schwammergulasch. Die Eiernudeln dazu waren der Hit. Beim Tun musste ich die ganze Zeit an ein göttliches Buch denken. Lili Prior: La cucina siciliana oder Rosas Erwachen.

Die Heldin des Buches beginnt zu kochen, wenn sie Liebeskummer hat oder im Zwiespalt ist. Diese Zustände hat sie oft, daher kocht sie intensiv für die Familie und das Dorf.

Ein sehr sinnliches Buch und man möchte sofort auf den Markt rennen, wie ich heute. ;) http://www.lettern.de/reprio.htm

Jetzt werde ich mich der Herstellung von Pfirsichkompott widmen und es wird Zeit für die Sauce Bolognese… :)

Die einzige Jahreszeit…

… in der ich gern am Bahnsteig auf den Zug warte ist der Sommer. Sonst ist es immer zugig ;) und damit eiskalt. Aber im Sommer ist zugig auch am Bahnsteig fein. Vor allem, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und es unter meinem Helm, den ich in dieser Saison vorbildlich trage, heiß war.

Ansonsten beschäftige ich mich mit der Schwangerschafts-Frage. Wie ist es, wie kann es gut sein, was schaut rein spirituell für mich raus, wo merke ich, dass ich Themen habe, die Beleuchtung wollen… Deswegen gehe ich wieder mehr raus in die Natur und auch nicht mehr im Tempo der 80jährigen, sondern wieder normal. Schwangerschaft und Natur passen ja super zusammen, finde ich.

Und ein bisschen ist die Sehnsucht nach dem Herbst aufgekommen. Ich glaube ja gar nicht, dass ich das gerade schreibe, wo ich mich doch gerade noch bitter beklagt habe, dass jedes Jahr im Juli wer zu mir kommt und über nahenden Herbst und Winter klagt. Ich mag einfach nur den Sommer genießen… Aber jetzt gerade kommt mir der Herbst auch toll vor. Ich werde fröhlich herbsten. Und erst das adventen wird super. Ich sehe schon, ich brauche dringend Literatur für meine stillen Stunden.

Was ist ein Problem?

Am liebsten sind mir die Leute, die bei Diskussionen folgende Strategie haben. A sagt: „Ich habe ein Problem und beschreibt dieses näher.“ B sagt: „Aber es ist doch alles in Ordnung, warum hast Du nur ein Problem? Was stimmt nicht mit Dir?“ A ist der Angeschmierte.

Stellen wir uns vor, man hat ein Klo, dessen Spülung eher erbärmlich ist. Es bürgert sich dort wo das ist, die Lösung ein, einen Eimer Wasser zu verwenden, weil die Spülung ist ein Witz. Um Spekulationen hintanzuhalten: Mein Klo ist das nicht. Vielleicht existiert das Klo nicht und es steht für was anderes. Der Vermieter schaut sich das an und sagt: Es ist eh alles ganz normal.

Und damit ist das Thema beendet. Das ist natürlich auch eine Strategie im Umgang mit Konflikten.

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Drei Stöckchen…

Uiuiui, ich bin eine Überseherin. Werde ich auf ein Stöckchen hingewiesen und dann sehe ich ein zweites und jetzt ich noch ein drittes gefunden. Ok. Ich gehe es mal an :D Man wird es mir verzeihen, dass ich 2 in 1 beantworte…

Setze einen Link zu der Person, die Dir das Stöckchen zugeworfen hat

Das war Veronika. http://attitudetolife.wordpress.com/

Und Masca :) http://masca1.wordpress.com/

Erwähne die dazugehörigen Regeln auf Deinem Blog

Ich scheitere an der Frage. ;) Was heißt das? Gibt es Regeln? Also da ich keine gemacht habe, glaube ich nicht dran. ;)

Erzähle von Dir 6 unwichtige Dinge/ Macken/ Gewohnheiten

Gleich 6 – ich probiers.

- Bevor ich die Wohnung verlasse, kontrolliere ich penibel ob der Herd ausgeschaltet ist. Da bin ich monkig :D

- Ich gehe nicht gern in den Keller.

- Ich fahre niemals schwarz.

- Ich trinke den Kaffee koffeinfrei.

- Ich begrüße meine Katzen wenn ich nach Hause komme und verabschiede mich von ihnen, wenn ich gehe.

- Mein sms-Ringtone ist ein Trüffelschwein :)

Gib das Stöckchen am Ende Deiner Antworten an 6 Leute durch Verlinkung weiter

Ich nehm nur fünf, aber in die schau ich dafür auch öfter rein und sie haben noch kein Stöckchen bekommen…

- http://sandrachen-bloggt.myblog.de/

- http://mblog.deinzer.eu/

- http://sara-emilia.myblog.de/

- http://www.giesen-familie.info/claudia/blog/

- http://michabloggthier.wordpress.com/

Hinterlasse bei jeder der gewählten Person einen Kommentar in ihrem Blog, wonach die getagged wurde

ok.

Und Stöckchen Nummer 3 von von Masca.

4 Jobs, die Du in Deinem Leben hattest

Ich habe in einer Konditorei Milch beschafft und Eis verkauft, in der Stadt Zeitungen ausgetragen (wo Altbau ist, gibt’s keine Lifte ;) ), serviert und Nachhilfestunden gegeben.

4 Filme, die Du immer wieder anschauen kannst

Die Brücken am Fluss *heul* , Geschenkt ist noch zu teuer (größtes Vergnügen meiner Jugend), Das Geisterhaus, Bernhardiner und Katz… Wahrscheinlich noch mehr, aber mir fällt keiner mehr ein. Oder erst wenn ich ich das abgespeichert habe ;)

4 Orte an denen Du gerne gewohnt hast

Nunja. Ich hab nur in meinem Herkunftsdorf gewohnt (gern) und hier in Graz (auch gern). Aber dafür hab ich hier in fünf Wohnungen gewohnt, in vier davon gern :)

4 TV-Serien die Du gerne anschaust / angeschaut hast

Das ist leicht :)

Unangefochten: Gilmore Girls. Außerdem: Monk. Momentan: Men in Trees. Früher: Die Nanny. Danach: Malcolm mittendrin. Abgesehen davon: Scrubs.

Ich glaube, ich schaue mehr Serien als Filme. ;)

4 Plätze in denen Du im Urlaub warst

Innerhalb oder außerhalb von Italien? ;) Kann man außerhalb von Italien Urlaub machen?

Auf den Liparischen Inseln, in Sizilien, am Gargano, im Cilento…

Und sonst: In Dubrovnik, am Jakobsweg pilgernd,

4 Webseiten, die Du wöchentlich besuchst

Ein Forum, ein anderes Forum, ein paar Blogs, Google

4 Deiner Lieblingsessen

Kärntner Käsnudel, Spaghetti, Gurkensalat mit Kartoffeln und – momentan verboten – SUSHI *lecker*

4 Plätze an denen Du im Augenblick sein möchtest

Schon unterwegs beim Spazieren, in Rom, am Faaker See (wenn das Wetter schön wäre), irgendwo in Italien an einem schönen Strand

4 Blogger, an die Du das Stöckchen weitergibst

Ich lass es liegen. Wer es haben will, nimmt es sich.

„Ach, das geht vorbei“

Treffe ich meine Freundin S. zum Mittagessen. Wir parlieren über das momentane Hauptthema. Sie will auch bald schwanger werden und fragt, wie das mit der Übelkeit ist. Wenn ich mich erinnere, wie schlecht ich mich gefühlt habe und wie k.o. ich war und dass ich abends im Bett gelegen bin und gefürchtet habe, ich werde gleich durchbrechen, weil meine Knochen so schwer waren, dann ist die abwinkende Antwort „Ach, das geht vorbei“ wohl ein Zeichen dafür, dass es mir besser geht. ;)
Hätte mein Liebster die Szene mitgekriegt, hätte er sicher wieder dieses Gesicht gekriegt, das anzeigt, dass ihm ein bis zwei Bemerkungen auf der Zunge liegen… :P Ja, er hat sehr gelitten, in den letzten Wochen. Aber so ist das, wenn man Vater wird. ;)

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Das Leben als Suppenterrine

Sitze ich heute mit E. in einem unserer bevorzugten Lokale und wir reden über das Leben, das in meiner Vorstellung einer großen Suppenterrine gleicht. Da ist alles drin, niemand kann verloren, auch wenn ersie stirbt. Man kann nicht von der Welt runterfallen, hab ich mal E.s Sohn gesagt, als er Angst hatte.

Wir haben über die Fülle geredet. Dass man die Fülle erlebt, wenn man schwanger ist und dann mit den kleinen Kindern. Dass man mit der Entstehung von Leben konfrontiert ist und mit dem Beginn bei der Geburt und das durchlässig macht und die wichtigen Dinge wichtig sein lässt und die unwichtigen Dinge unwichtig.

Und dann höre ich mich sagen, dass es doch ganz absurd ist, wenn man sich in der Situation der Fülle Sorgen macht. Wenn man sich Sorgen macht, weil man vielleicht gerade nicht genug arbeitet (und das am Selbstwert nagt) oder sich sorgt, weil irgendein Virus im Anmarsch sein könnte (wenn es keine realistische Sorge ist, sondern eine Gewohnheitssorge). Das zerstört doch alles.

Und das ist nicht wahr. Die Angst zeigt auf, wo noch nicht genug Weite im Herzen ist. Wo man noch hinschauen muss und eine andere Sicht gewinnen. Angst geht – aus meiner Sicht – am ehesten in Richtung Tod.

Das Leben ist alles. Das Leben ist das Schöne und die Fülle. Und zur Fülle gehören Krankheit und Tod. So ist es. Der Tod markiert eine Grenze, über die die Menschen nie kommen werden. Menschen können Pflanzen gentechnisch verändern, sie können Leben verlängern, sie können meinen, mächtig zu sein und letztlich werden sie immer, täglich und dauernd am Tod scheitern. Der Tod ist ein Geschenk, das uns Menschen sein lässt und nicht Götter.

Das Gespräch ging zu Babies, die zu früh sterben, zu 14jährigen die Krebs haben. So entsetzlich es ist. Man muss nicht 80 sein, um gelebt zu haben. Es gibt keinen perfekten Weg und kein perfektes Leben, auch wenn der Weg heute ganz gerade und eindeutig erscheint: Schule-Studium-heiraten-Haus-2 Kinder. Das ist aber nur der Weg für wenige. Ganz viel spielt sich dazwischen ab, in leisen Tönen und lauten, in verzweifelten, vergnügten, glücklichen, liebenden und hassenden.

Und um zu diesen Tönen zu kommen ist die Angst eine tolle Wegweiserin. Als ich dereinst noch häufig Angst hat und von imaginären Seuchen dahingerafft wurde, dem Tod jedoch sportlich von der Schaufel gesprungen bin, wäre ich so glücklich gewesen, diese Angst los zu sein. Und dann ist sie meine Freundin geworden, ohne dass ich das geplant hatte. Und dann, als ich durch sie die Weite gewonnen hatte und das Wissen, dass das Leben nicht perfekt ist, sondern auch sehr sehr bitter (denn wie soll man es schon nennen, wenn das Schicksal zuschlägt?), hat sie mich verlassen. Im Grunde genommen hat sie mich die ganze Zeit geschützt und auf den Weg gebracht, während ich sie furchtbar gehasst habe. Sie hat mich heil gemacht.

Jetzt könnte ich sterben, was ich früher so gefürchtet habe. Ich will natürlich nicht sterben, ich will leben mit jeder Faser meines Körpers. Mein Baby bekommen, es aufwachsen sehen und ihr/m bei der Hochzeitsplanung zusehen ;) , meinen Beruf ausüben und Leute auf einen Weg bringen, andere Länder bereisen…. Aber ich könnte gehen, wenn der Tod und das Schicksal es von mir wollte. Ich hätte nichts versäumt, obwohl ich noch viel erleben möchte. Die Gespräche mit E. und vielen anderen Freundinnen waren dann ein Teil, der meinem Leben Reichtum gegeben hat.

Ab ins Bettchen und hoffen, dass mir der Himmel nicht auf den Kopf fällt…

Es ist der Abend dieses seltsamen Tages.

Am Nachmittag ist – Gott sei gedankt – die Passiflora Urtinktur gekommen. 5 Tropfen habe ich jedem gegeben, mit Wasser vermischt natürlich, weil es Alkohol ist. Danach haben sie wie tot geschlafen und waren auch friedlich. Der Bogart ist dem Chaplin nicht dauernd nachgestiefelt, hat ihn nicht dauernd angeknurrt.

Die Situation jetzt ist etwas friedlicher. Sie knurren und fauchen, aber sie tun auch was alleine und es ist nicht mehr heftig. Morgen noch die Urtinktur (in meinem schlauen Homöoapthiebuch habe ich das Stichwort „Hysterie“ gefunden), dann wird es schon werden.

Am Nachmittag habe ich noch eine Freundin, deren Namen ich nicht nenne, getröstet, weil sie eine Hepatitis C befürchtete, da ihr so eine andere Person eingeredet hat, dass es im direkten Kontakt mit Menschen Ansteckungsgefahr gibt. So ein Schwachsinn. Sie ist dann doch nicht ins Krankenhaus gefahren, hat beschlossen doch nicht ihr Leben ruiniert zu haben, weil sie mit jemandem gesprochen (!) hat und hat mir zugestimmt, dass die panikmachende Person echt nicht ok war. So einen Blödsinn erzählen und jemanden so erschrecken. Aber wie gut, dass sie mich hat, wo ich doch früher jede erdenkliche Krankheit durchgemacht habe. ;) Ich weiß solche Dinge. ;) Eine Hepatitis C handeln wir an einem Nachmittag ab. ;)

Am Abend haben wir den Chaplin noch geschoren wegen der Knoten, bei denen ich aufgegeben hatte. Der Ärmste. Derweil ist mir, ich traue es mich nicht zu sagen, Gemüse im Kochtopf verbrannt. Gott sei Dank passiert mir das nur, wenn ich daheim bin. Weil wenn ich weggehe, habe ich bezüglich Herd immer den totalen Kontrollzwang. ;) Naja. Wir haben jetzt noch zwei Töpfe. Aber den Gemüsetopf krieg ich sauber. Es ist nicht viel passiert, nur ein bissi schwarz.

Ich glaube, ich gehe jetzt schlafen. Wenn ich schlafe, kann ich nichts anstellen und ich merke nicht, wenn mir irgendwas passiert. Und wenn ich Ohropax nehme, kann ich nicht merken, wenn die Katzen sich umbringen. Oder ich trenne sie heute und nehme den Chaplin zu mir. Das weiß ich noch nicht.

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Was für ein Vormittag!

Die gute Nachricht: Ich habe ihn überstanden und keine Schäden davongetragen. Es gibt eine hier in der Wohnung, die noch halbwegs bei Trost ist. Die Katzen sind das nicht. Also bin das wohl ich.

Die Schauplätze:

a) Das Schlafzimmer

b) Die Küche

c) Das Wohnzimmer

Die handelnden Personen

a) die Frau, die sich Kathi nennt

b) Sich kringelnde Freundin: I.

c) Der Tierarzt, der das erlösende Mail schreibt

d) Der Ehemann, der wider Erwarten gar nicht böse wird

Ich setze in der Küche mein luxuriöses Fußpflegewerkzeug auf, um es zu desinfizieren. Mach ich alle heiligen drei Zeiten.

Ich schaue mir die Katzen noch einmal an und entdecke Knötchen in Chaplins Fell. Ich hole das geeignete Werkzeug um ihn zu entknoten. Als Katzen-Mami sowas zu übersehen ist erbärmlich. Es gibt keine Ausrede, ich fühle mich schlecht, er tut mir leid.

Der Bogart wird ausgesperrt.

Das Entknoten dauert. Der Chaplin jammert. Ich leide mit und fühle mich schuldig und schwöre ihn ab nun täglich zu kämmen.

Aus der Küche riecht es.

Aus der Küche stinkt es.

Ich nehme es wahr und denke mir nichts dabei. Und das obwohl ich sensibilisiert bin – es ist nicht der erste Kochtopf, den ich zerstöre, sondern der dritte. Die anderen Unfälle waren verbrannte Linsen. Ein zwiespältiges Verhältnis zu dieser meiner Leidenschaft hat mein Mann. Aus irgendeinem Grund hat er alle anderen Töpfe mit verbrannten Linsen, die noch zu retten waren (mehr als drei) immer für mich geschrubbt. Er hätte echt nicht müssen, aber er hat. Bloß mag er es nicht so gern, wenn ich Linsen anbrennen lassen. Er behauptet das hat mit meiner Computersucht zu tun. Heute habe ich ihm das Gegenteil bewiesen.

Chaplin ist fertig mit Knoten und Nerven, ich gehe in die Küche, ich renne die letzten Meter, hole das Zeug vom Herd, stelle es auf den Balkon, reiße die Fenster auf, sperre die Katzen gemeinsam ins Schlafzimmer. In Anbetracht ihrer emotionalen Lage keine gute Idee, aber was soll ich tun?

Der Tierarzt hat zurückgeschrieben: Passiflora sollen sie kriegen und wir schauen, was passiert.

Ich ziehe mich ins Schlafzimmer zurück um die Katzen zu bewachen und ruhig zu atmen. Wer weiß wie giftig das Verbrannte ist? Es war nämlich ein Plastikteil dabei :(

Ich rufe I. an, die über die Katzenkrise informiert ist. I. lacht und findet den Topfunfall nicht schlimm. Falls der liebe Ehemann die Krise kriegt, weil ich exzessiv Töpfe zerstöre (auch eine Methode neue Töpfe durchzusetzen – welchen senge ich heute an ;) ), soll ich sagen, ich hätte ihn ihr geliehen. ;) I. lacht weiter und ist erstaunt wie bedrohlich meine Katzen im Hintergrund zu  knurren im Stande sind.

Ich habe Hunger und sitze noch immer im Schlafzimmer. Es ist Mittag, ich bin erschöpft. Aber ich bin die Erwachsene (Frau) hier. Meine erwachsenen Katzen sind leider weiterhin im emotionalen Ausnahmezustand. Also gehe ich in die Apotheke und bestelle Passiflora Urtinktur. Und bete, dass es bald kommt. Nein, ich will nicht bis morgen warten.

Als ich nach Hause komme – schon eine Stunde gelüftet, stinkt es kaum mehr. Ich mache die Fenster zu, erlöse die Katzen von ihrem gemeinsamen Aufenthalt im Schlafzimmer, mache mir was zu essen.

Und jetzt werde ich, auch wenn die beiden sich nun klopfen, in völliger Ruhe einen Malzkaffee trinken. Sie werden sich schon nicht umbringen, und wenn, da halte ich es gerade mit einer Kollegin, die sagt (über ihre Kinder) „Dann kriegen sie eine Ohrfeige auch noch“. Nein, das ist natürlich nicht meine Erziehungsmethode und ich tue es nicht. Aber ich träume davon, dieser Unstimmung ein Ende zu machen. Aber Gewalt ist keine Lösung, das wissen wir ja alle. Sie sollen jetzt echt mal aushalten (naja, ich auch) und auf die Medizin warten und ich muss was arbeiten. Ich will was arbeiten. Ich bin motiviert.

Und ich sollte meinen Stick mit der gespeicherten Arbeit dringend außer Haus aufbewahren, damit ich ihn nicht verschmoren kann ;)

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