Landleben

Unter Landleben können wir uns verschiedenes vorstellen. Ein Leben am Land, wirklich am Land, wo man ein Auto braucht, um in die Stadt zu kommen. Dann das Leben am Stadtrand. Das ist das, was anscheinend alle wollen, deswegen findet man am Stadtrand auch nur schwer ein Haus. Und dann gibt es noch das Leben am Kogel. ;) Ich war gestern eine Schulfreundin besuchen und wir haben uns in Wolfsberg getroffen und sind zusammen auf ihren Kogel gefahren. Bitte eine Aussicht hat man da oben – herrlich. Für meinen Sauerstoff- und Bewegungsphobiker wäre es nichts. Wahrscheinlich hätte er schon beim Hinauffahren gejammert – es könnte ja etwas frische Luft ins Auto dringen, nicht auszudenken! :P Aber mir hats gefallen. Ich könnte zwar so ein Einsiedlerinnenleben nicht jeden Tag aushalten, aber für einen Urlaub…
Bisher habe ich ja immer gedacht, Arriach, was ein wunderschönes Dorf in der Mitte von Kärnten ist, ist abgelegen, weil man da ein bisschen auf den Berg hinauf fährt. Aber es ist kein Vergleich. Und so schön war da oben: Man hat einmal wirklich nichts gehört. Keine Straße in der Nähe! Wunderbar.

Haider selig sprechen

Darauf bin ich heute gestoßen und mir fehlen die Worte. http://heiligerhaider.wordpress.com/

Ich hab ja Zweifel, ob ich das verlinken sollte, denn derlei sollte nicht unbedingt verbreitet werden. Aber ich denke, wir teilen das Publikum eher nicht und ich bringe Euch gern zum Lachen. ;)

Jemand fragt dort: Sagt mal, spinnt ihr jetzt endgültig????

Eine naheliegende Frage, wie ich finde. Ich kann in einem Punkt der Antwort zustimmen. Jörg Haider war, wie wir alle, ein Kind Gottes. Ja, alle Menschen sind Kinder Gottes, aber deswegen sollen nicht alle Menschen selig oder heilig gesprochen werden. Abgesehen davon, dass ich als Evangelische … ;) Es sind aber auch nicht alle selig und heilig gesprochenen gute Menschen. Insofern …

Bernhard von Clairvaux, zweifelhaft für meinen Geschmack, wurde heilig gesprochen (das wird ja für Haider angestrebt): Er sah das ritterliche Ideal der Kreuzzüge, das Sterben für den Herrn, als höchsten Verdienst. Entschieden trat er für die in der Kirche umstrittenen „bewaffneten Mönche“ ein, die Tempelritter. In seinem Brief an diesen Ritterorden gibt er eine theologische Rechtfertigung religiös motivierter Waffenhandlungen und warnt sie gleichzeitig vor Ausschweifungen und Lastern im Kriegsdienst. Quelle: Wikipedia

Würde man ein bisschen suchen, würde man möglicherweise ein paar mehr solcher Personen auffinden.

Vielleicht gibt es in Kärnten bald einen Kult wie in Süditalien um Padre Pio – ohne Padre Pio beleidigen zu wollen! Momentan ist die kultische Verehrung eher auf die Unfallstelle beschränkt – soweit ich weiß. Vielleicht kann man es bald bequemer haben, in einer angemessenen Kirche. Messingstatuen in Lebensgröße, Jörg-Haider-Rehabilitationszentren für Unfallopfer, das Jörg-Haider-Krankenhaus (er muss ja ein Wunder wirken, der Gesundheitsbereich bietet sich da an), der Jörg-Haider-Fernsehkanal – da bieten sich eine ganze Menge Möglichkeiten an, um Jörg Haider gerecht zu werden.

Das wirklich Krasse ist, dass es Leute geben wird, die das gut finden.

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Direkt-Sein

Also bitte! Vor ein paar Tagen weiß ich nichts zum Schreiben, jetzt fällt mir immer mehr ein, was mich gerade beschäftigt. Fad ist mir nicht. ;)

Sagt mir eine, sie ist direkt, das hat sie sich hart erarbeitet. Sag ich drauf, find ich sowieso gut, Deine Art. Kann mir nicht vorstellen, dass Du aneckst. – Sagt sie, willst Du mich veräppeln? Natürlich eck ich an.

Frag ich sie später, schriftlich, wie is’n das jetzt. Was heißt denn direkt-sein? Ich meine, direkt sein kann ja auch heißen, ich sage jeder/m alles was ich denke und verletze mutwillig. Das sind überhaupt meine Lieblingsleute. Die in die was-ich-schon-immer-sagen-wollte-Kategorie fallen. Die mag ich nicht (und sie ist sowieso nicht so eine, sonst wären wir nicht befreundet). Wir haben das nie weiter geredet, also hab ich angefangen drüber nachzudenken.

Direktsein habe ich (nicht abchließend sondern eher fürs erste) so definiert, dass ich sage, was ich denke/fühle/brauche. Ich hab mir überlegt, dass es sehr mutig ist, sich so weit in die Karten schauen zu lassen, also „fühlen“ und „brauchen“. „Denken“ ist ja eher leicht, wie ich finde. Mit ein bisschen Geschick kann man fast alles so sagen, dass es nicht kränkend ist.

Und schon wieder läuft mein Scherzkeks um mich herum und grinst breit: „Von wem redest Du da?“ Er hat eine andere Kandidatin im Blick, E.. Die Meisterin der Direktheit, früher gepaart mit einem Anspruch aufs Rechthaben, mittlerweile regelrecht sanftmütig geworden. Ich lieb sie ja sehr, jetzt in der sanften Ausführung noch mehr.

Doch ich mag das. Auch wenn ich zuerst manchmal gerne eine Mauer aufstelle und mich dahinter verschanze um nachzudenken. ;)

Und danke…

… sag ich auch gleich meinen Besucherinnen und Besuchern fürs Lesen. Es sind beständig eine ganz schöne Zahl an Leuten. Ich freu mich über jede/n Einzelne/n und ich freu mich auch immer über Kommentare.

Mir geht’s vorrangig ums Schreiben, deswegen war ich ein Jahr lang auch nur mit Passwort unterwegs und hab erst später diesen Blog eröffnet und alte Beiträge hier abgespeichert. Gelesen zu werden ist jedoch auch ziemlich cool.

Also dank Euch recht herzlich und gute Nacht für heute ;)

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Was sich liebt das neckt sich

Zuerst schreib ich ewig nix, dann kann ich nicht mehr damit aufhören. Frauen leben in Zyklen, sogar beim Bloggen ;)

Also was sich liebt das neckt sich. Ja, ich kann dem zustimmen. Wenn man sich noch nicht besonders gut kennt, sich aber schon irgendwie liebt ;) , dann kann es zu Irritationen führen. So war es anfangs, als ich meinen Liebsten kennengelernt habe, befremdlich für ihn und er hat sich gelegentlich auf den Schlips getreten gefühlt. Weil er aber einen schnellen Überreißer hat, hat er sich darauf verlegt, mich ebenfalls zu necken und seitdem lachen wir miteinander übereinander. Und das ist schön. So treibe ich es auch mit einigen meiner Freundinnen. Die sind mir lieb, die über sich lachen können. Ich kanns auch. Ich find’s fein, weil’s bedeutet, dass man sich kennt und mag. Ein bisschen gefährlich ist es, das geb ich zu. Aber bisher hatte ich noch nie großartige Probleme. Oder doch. Aber die haben wir dann ausgeräumt. Und jetzt hab ich den Scherben auf, die Person hat beschlossen im Gegenzug mit mir besonders ehrlich zu sein. :D

es leicht nehmen – 3

wie wir wissen, oder ich weiß es, bin ich momentan damit befasst, es leichter zu nehmen und das jammern zu lassen. guter vorsatz. doch in der praxis stellt sich beständig die frage: was ist nun jammern und was ist klagen?

heute in der früh, kathi auf dem weg zur arbeit, die straßenbahn braucht für einen 10 minuten weg 17 (in worten: SIEBZEHN). schreib ich meinem mann, der unser sonnenscheinchen bewacht, ein sms: jeder idiot, der sich heute in graz herumtreibt, steht vor meiner straßenbahn herum. mit seinem lkw oder seinem müllwagen. schreibt er zurück: ist das jetzt jammern oder klagen? – dafür, mein lieber, kann ich dir nur die zunge zeigen :P

na mit meinem, jammern-klagen-projekt hab ich mich ja auf was schönes eingelassen ;) jedenfalls gibt es jetzt einen, der mich ständig damit aufzieht. aber bitte. ich bin da ja nicht wehleidig. ;)

wie ich also weiter in die arbeit geeilt bin, habe ich mir überlegt: war das nun jammern oder klagen?

irgendwie geklagt, weil es mir so unangenehm war. andererseits: ich hab nichts mehr ändern können, es ist nichts schlimmes passiert.

mir ist beim gehen noch der gedanke gekommen, dass es nicht darum geht, mir auf die zunge zu beißen und nichts zu sagen, sondern meine einstellung zu den kleinen störungen im leben zu ändern und damit nicht so sehr davon beeinflusst zu werden. insofern: herz auf – es egal sein lassen und in die arbeit eilen.

ein anderer gedanke, der mir schon länger gekommen ist: das ist ein eigener weg, eine eigene entscheidung, die entscheidung fröhlich zu sein und sich nicht leicht aus der ruhe bringen zu lassen (und eben ein grenzgang, nicht die dinge, die einen stören, mit einem lachen zu überdecken. das würde ich wieder verkehrt finden). andere leute sollen damit in ruhe gelassen werden.

das thema ist spannend. ich bleib dran.

mein stänkerer summt gerade folgendes: ;)

Kreuzfahrt, Regression und Groß-Sein

Meine liebe S. schreibt mir aus den Flitterwochen ein sms oder mehrere. Ein Teil davon geht so: “ …hier fliegen einem echt die Backhendel in den Mund! … Am Beginn der Reise kann man eigentlich auch gleich sein Gehirn mitabgeben, weil dir an  jeder Ecke jemand sagt, wohin du jetzt gehen musst usw. Die volle Regression also! … „

Ich, die ich im Urlaub lieber durchs Land düse und alles mögliche anschaue, fühle mich davon schon irgendwie angesprochen. Bleibt nur die Frage offen: Kann man da auch im Tragetuch herumgetragen werden? ;)

Groß sein ist gut, aber Regression ist ab und zu auch nicht schlecht. Deswegen sind solche Urlaube auch ausgebucht :D

Und zum Großsein: Heute habe ich das erste Mal gearbeitet, nach einem halben Jahr. Es war nur eine Vertretung und es wird im Sommer noch ein paar Mal sein. Cool war’s. Ich hab’s noch voll drauf. ;) Das habe ich zu meiner Beruhigung feststellen können. ;)

Veilchenwurzel

Mein Kindchen weint ein bisschen überviel zur Zeit. Da sie diese Phasen, die angeblich in gewissen Wochen auftreten, alle nicht mitmacht,  sondern mal so und mal anders ist,  hab ich in ihr Schnäbelchen geschaut um herauszufinden, ob sich vielleicht Zähnchen ankündigen. Und so scheint es zu sein. Links und rechts im Eck ist das Zahnfleisch rot. Das spricht eindeutig für … einen Vampir. ;) Ich war mir ja unsicher, aber meine Nachbarin findet auch, dass es so aussieht. Und da sie das schon drei Mal erlebt hat…

Wir haben also eine Exkursion in die Mohrenapotheke gemacht. Veilchenwurzel kaufen. Darauf darf sie herumnagen und vielleicht nimmt es ihr etwas den Schmerz. Ich werde mich indessen mit der Homöopathie beschäftigen um zu sehen, was zu ihr passen könnte, falls sie es nicht gut aushält. Momentan würde ich sagen, wir kommen da so durch.

Morgen ist es ein Jahr, dass sie am Ultraschall sichtbar war. Mit einem schlagenden Herzen und 5,7 mm. Das schönste Jahr meines Lebens. Morgen werde ich, im Gegensatz zum letzten Jahr, arbeiten gehen. Das erste Mal seit einem halben Jahr und ich bin gespannt, wie es wird. Der Herr Papa wird sich um sein Töchterchen kümmern und ich bin auch gespannt wie die beiden zurecht kommen.

es leicht nehmen – 2

der tag war heute schon starke 8,5 stunden alt, da bin ich schon vor meiner ersten herausforderung gestanden. ;) ich warte auf den bus, 10 minuten lang, das heißt, er war 10 minuten zu spät und ich war versuch livia anzujammern deswegen. ;) natürlich war er überfüllt, zweite herausforderung, mich nicht zu ärgern, weil niemand von sich aus auf die idee kommt mir seinen/ihren platz anzubieten. ich denk, mit baby im tragetuch, kann ich einen platz beanspruchen. ich kann auch drum bitten, brauch also jetzt nicht über die wenig hilfsbereiten fahrgästInnen zu jammern.

und der dritte punkt: mein liebster hat den unterschied zwischen jammern und klagen nicht verstanden.

na gut, ich auch nicht so ganz. noch nicht. ;) spontan fällt mir zu jammern ein, „übers wetter jammern“ (außer das hochwasser überflutet meinen keller) oder darüber, dass die menschen heutzutage so schrecklich sind, die zeiten immer schlimmer werden… ich glaub, jammern raubt energie.

so. das waren meine gedanken für heute zu diesem thema. ich bin gespannt, ob ich unjammeriger werde. ;)

es leicht nehmen

darüber denke ich schon eine weile nach. mich nervt dieses alltagsgejammer zur zeit sehr. nicht die klage. nein, die klage find ich gut. das leben ist nicht nur rosarot, sondern auch kohlrabenschwarz. aber dieses jammern über das was ist, sowohl mein eigenes, als auch das der anderen. das mag ich jetzt nicht mehr.

ich wills leichter nehmen. ich werds nicht schaffen, das ein für allemal zu tun. aber ich kanns immer wieder üben. das ist auch nicht schlecht. immerhin darf ich hier sein, ich hab ein kind geschenkt bekommen und einen tollen mann. ich hab liebe freundinnen. ein paar begabungen und interessen. schade um die verjammerte zeit. lieber leben,  einfach da-sein.

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