Loslassen

In letzter Zeit denke ich übers Loslassen nach. Immer wieder hört man, man muss die Kinder loslassen. Da ist mir der Gedanke gekommen, dass es vielleicht genau umgekehrt ist. Vielleicht ist es eine Leistung, die Nähe zulassen zu können. Diese sehr enge Beziehung ist eine Sache von Monaten. Ich erlebe das nicht als einschränkend. Einerseits weil mein Mann sehr engagiert ist, andererseits, weil ich Livia um mich haben möchte. Ich kann tun, was ich bisher auch getan habe und vieles möche ich gar nicht mehr. Das erlebe ich nicht als Verzicht.

Vielleicht besteht die Leistung nicht darin, das Kind möglichst schnell abzustillen und ins eigene Zimmer zu überführen, sondern darin, das Kind solange ganz eng bei sich zu haben, bis es von selber immer selbständiger wird. Das erfordert ein Stück von sich für eine Zeit aufzugeben. Und ich denke, dass es, wenn man das kann, ein Zeichen von Stärke ist,  nicht von Schwäche.

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Grabsteine

Mal ein ganz anderes Thema… Geh ich unlängst über den Friedhof und lese auf einem Grabstein: „Hier ruht in Frieden mit der Welt … “ Das hab ich schön gefunden. Wenn man schon zu Lebzeiten nicht immer in Frieden mit der Welt ist (was auch ok ist und Lebendigkeit ausmacht, meiner Meinung nach), so doch im Tod.

Und heute im Skulpturenpark (am Schwarzlsee): Zwei Grabsteine, auf denen steht: „Hab Geduld mit Deinem eigenen Schatten.“

Den Skulpturenpark finde ich sehenswert. Viel Raum, recht ruhig, coole Skulpturen. Auch klasse mit einem Krabbelkind.

Katastrophenalarm in Graz

Vorschlag meines Mannes für ein Mail an eine Freundin, die im Urlaub ist: „In Deiner Gegend wurde wegen Überflutungen Katastrophenalarm ausgerufen. Deine Haussitterin hebt das Telefon nicht ab. Liebe Grüße .. “ :D – Aber so eine bin ich nicht, weil das ist nicht nett. Und vor allem ist dort ja auch alles ok.

Draußen sieht es wieder normal aus und ich lese mich am Sonntag vormittag durch die Kommentare zum Katastrophen-Artikel im Standard. Die haben Unterhaltungswert. Man diskutiert dort, wo welche Bäche verlaufen (das ist echt ein bisschen peinlich als Zeitung einen Bach in einen anderen Stadtteil zu verlegen) und welche Katastralgemeinde wo wie betroffen ist (was die Leute alles wissen…) … Schließlich kommt mehrmals der Klimawandel ins Gespräch – Erwärmung, Nicht-Erwärumg, extremeres Wetter, Abschmelzen von Gletschern. Und schließlich ein völlig unwissenschaftlicher Erklärungsansat für das Abschmelzen in der Großglockner-Region:

jetzt wissen wir, warum so viele kärntner ihr hirn einfrieren – die lutschen alle an der pasterze :-)

:lol: :lol: :lol: