Willen

So eindeutig kundgetan hat sie ihn noch nie. Also wir gehen nicht von den Bedürfnissen Hunger und Schlafen aus, sondern vom Willen irgendwas zu sehen oder tun. Premiere.

Wie ich sie im Wohnzimmer stillen will, was eh schon mutig ist, weil alles was momentan nicht im Liegen stattfindet, bietet viel zu viel Ablenkung… wie ich sie also im Wohnzimmer stillen will, wird sie irgendwann zwischendurch der Zwitscherlinge ansichtig. Und wünscht, sich dorthin zu drehen und sich nicht mit Nebensächlichem wie Trinken zu beschäftigen. Ich drehe sie sanft zurück, weil ich will sie ja stillen. :D Sie schreit. Ich denke mir „aha, interessant“, dreh sie wieder zu den Zwitscherlingen. Sie wieder fröhlich.

„Cool“, meinte mein Mann „sie hat ihren eigenen Kopf! Wir werden uns möglicherweise noch ein-, zwei Mal darüber ärgern. :D “ Ja, möglicherweise :D , jedenfalls aber nicht heute. Heute freuen wir uns drüber. ;)

In Wirklichkeit werde ich mich gerne über sie ärgern. Ich freu mich, wenn sie für ihre Bedürfnisse sorgt. Sie soll heil bleiben. Dazu gehört zu sagen, was man will (auch wenn man es nicht immer kriegt).

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