Herumstehen

Ein übervoller Papiermüll ist nicht unbedingt ein Grund sich um den Abtransport desselben zu kümmern. Das stört nämlich keinen großen Geist, solang noch Papiersäcke vorhanden sind, die man daneben stellen kann. Und im sogenannten Büro ist eh alles egal. Als ich den Papiermüll dereinst einmal sogar vor die Tür geschoben hab, damit mein Angetrauter sozusagen drüber stolpert und ihn nicht wieder vergisst, hat er ihn einfach auf die Seite geschoben und ist gegangen. :D

Mit der Geschichte erzeuge ich insofern ein verkehrtes Bild, als die LeserIn, der Leser nun denken mögen, dass mein Mann sich haushaltlich nicht einbringt. Das ist allerdings nicht wahr. Vor allem Livias Geburt hat zu einem Eifer geführt, der mich positiv stimmt und mich allerorts schwärmen lässt ;) .

Jedoch sind unsere Prioritäten unterschiedlich. Und hier werde ich wieder einseitig: Es macht mich nervös, wenn mehr Zeug hier ist als nötig. Ich werde in diesen Dingen traurigerweise gelegentlich nicht so ganz ernst genommen. ;)

Heute in der Früh, Kaffee, Augen gerade geöffnet, Frühstück. Es tönt von meinem vertrauten Gegenüber:“Wenn das Hochbett nicht bald wegkommt geschieht hier eine Gewalttat.“ Bloß weil es in unserem sogenannten Büro liegt und der Weg zur Wickelkommode einem Hürdenlauf gleicht. Sowas stört eigentlich keinen großen Geist, mein Lieber. ;)

Das Gemeine ist, dass ich gelacht habe und vorgeschlagen habe, die Einzelteile in der Wohnung zu verteilen, damit in jedem Raum ein bisschen Hochbett steht. Ist nicht so gut gekommen, muss ich zugeben. ;)

Über herumstehendes Zeug klagen – über herumstehendes Zeug klagen: Es ist natürlich was ganz anderes!

Den anderen nicht ernst nehmen – die andere nicht ernst nehmen: Es ist selbstverständlich was ganz anderes ;)

Zuhören

Ich frag ihn was, er nuschelt mir drei Mal eine Antwort, ich verstehe sie nicht, er schnauzt mich an, weil ich ihm nicht zuhöre.

Ich rede drei Monate davon, dass wir das Gitterbett an unser Bett stellen müssen und das Gitter irgendwie wegtun, weil ich will, dass unser Kind direkt neben mir liegt. Er sagt, er muss drüber nachdenken, wie das geht, nimmt eine Woche Urlaub – nicht fürs Gitterbett ;) , sondern zum Kinderzimmer ausmalen und sogenanntes Büro ausräumen. Er will schließlich aus Innsbruck das Gitterbett holen, wo man die Stäbe entfernen kann. Kommt aber im Streitgespräch dann drauf was ich will und meint „eh kein Problem, das muss man nur abschrauben“. Und das nachdem er drei Monate so getan hat, als hätten wir ein quasi unlösbares Problem. 35 Sekunden haben wir gebraucht dafür.

a) Das ist natürlich was ganz anderes, weil ich höre ja wirklich nicht zu ;)

b) Das ist nur meine Sicht der Dinge. Ungerecht und gemein.

c) Der Einwand, dass eine emanzipierte Frau in der Lage sein müsste.. gilt nicht so recht. Weil wir teilen uns ja die Arbeit und es ist schön, wenn ich derlei abgeben kann.

Tag und Nacht

Am Morgen bin ich üblicherweise todmüde, weil ich die 200 Stunden Schlaf spüre, die mir fehlen. Ich finde Schlafen so abgrundtief langweilig. Abends. Ich hab keine Zeit dafür, mein Leben muss gelebt werden. Kind, Mann, literarische Betätigung, außerhäusige Events, Inspirationen, Pläne… In der Früh, wenn ich aufwachen soll,  finde ich Schlafen enorm erstrebenswert. Dann merke ich, dass ich abends wirklich ins Bett gehen sollte. Zu Mittag geht es mir schon bedeutend besser. Am Abend, so ab sechs, beginne ich zu erwachen. Um zehn bin ich putzmunter. Um Mitternacht zwinge ich mich ins Bett, denn erfahrungsgemäß ist der Morgen umso qualvoller, je später nach Mitternacht ich ins Bett gegangen bin. Jetzt ist es 1.07. Das ist schlecht.Sehr schlecht. Deswegen lauf ich jetzt davon.

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 5 Kommentare »

Eindeutig mein Kind

Livia hat ihren ersten Wutanfall. Sie will zum Buch. „Oh wie schön ist Panama“ – guten Geschmack hat das Kind. ;) Sie kommt nicht hin. Sie tobt. Ungünstigerweise genauso eindrucksvoll wie wenn ich was probiere und es nicht hinkriege. ;) Ich kenne das Bedürfnis die Querflöte aus dem Fenster zu schmeißen oder vor Wut in Tränen auszubrechen. Ersteres tue ich nicht – reine Vernunft: Eine Querflöte ist kein billiges Teil und eine schwere Körperverletzung, falls wer drunter steht, möchte ich nicht riskieren. ;) Über letzteres schweigen wir ;)

Weil ich ja will, dass mein Kind versucht alleine was zu schaffen und aus der Frustration zu lernen und kreative Lösungen zu finden, leg ich mich vorerst zu ihr in die Gehschule (von einer Freundin gerne „das Gehege“ genannt, weil sie findet sowas ja eher nicht gar so…. ;) ) und bin voll mit dem allertiefsten Verständnis für ihre Lage. ;) Wie cool, wenn man sich denken kann „hey, spannend, jetzt probier ich mal so lang, bis ich es hinkriege“ ;)

Veröffentlicht in Leben mit Livia. 1 Kommentar »

Menschen im Blog

Üblicherweise schreibe ich nichts über meine Freundinnen oder nur solches, das so harmlos ist, dass sie nicht böse sind (und selbst das ist mir schon passiert..). Oder ich frag vorher.Oder sie sagen schon beim Erzählen: „Nirgends verwerten!“ Weil ich angeblich so einen Blick habe… ;) Ich kürze sie natürlich ab, sodass niemand weiß, um wen es geht. Außer, dass I. natürlich weiß, wie S.einzugrenzen ist usw. ;)

Ich hab mir gedacht, ich versehe sie jetzt mit Namen. Namen sind nett, Namen sind lustig. Es war schön, Livia einen Namen zu geben und es ist schön, Freundinnen mit Namen zu versehen. Und mehr sag ich nicht mehr, sie werden bald vorkommen. ;)

Ode an das Hochbett

Da geht es hin, weicht dem Kinderzimmer. Für ein Hochbett ist Livia noch 7,5 Jahre zu jung ;) Ich wills ihr eigentlich aufbewahren, vom Tischler gemacht, total schön. Andere Seite: Wo soll ich das tun?

Also: verkaufen oder an spezielle FreundInnen (falls es wer haben will): verschenken.

Falls hier wer liest, derdie aus Graz komm und ein cooles Hochbett haben mag – an Wand und Decke zu befestigen…

Schleich ich also um mein Hochbett und mein Herz blutet. Sagt meine Freundin, die mir geholfen hat (oder ihr Freund ;) ): „Wer weiß, was die Kathi für schöne Erinnerungen damit verbindet?! :D “ Jajajajaja. :D – Das sagt sie, deren Fokus immer, egal wo wir sind, auf diesem Thema ist. ;) Die, die beim Falter zuerst die Sexkolumne aufschlägt. Mir bei unseren laaangen Spaziergängen genau darlegt wie wichtig eine funktionierende sexuelle Beziehung ist. Für sie und bitteschön hoffentlich für alle. :D

Ich habs einfach schön gefunden, am Himmel meiner Wohnung zu schlafen ;)

Veröffentlicht in Dieses und Jenes. 2 Kommentare »

„Das ist was ganz anderes“

Wir alle wissen: Dieser Satz kommt, wenn es gar nichts anderes ist, sondern wenn es genaus das gleiche ist. Das sagt man, wenn man das gleiche tut und keinen Grund hat.

Ab und zu renne ich mit dem Müllsack durch die Gegend, und werfe alles weg, von dem ich meine, dass wir es entbehren können. Wir haben zwar viel Zeug, aber es wechselt. Wie wir einmal in der Straßenbahn sitzen, brüte ich still über dem vielen-Zeug-Problem und spreche nur die Konsequenz meiner Überlegungen aus „Ab nun kaufen wir nur mehr Dekorationsgegenstände ab 200 Euro“.

Er hört: „Ab nun werde ich shoppen gehen, unsere Wohnung ist nicht edel genug eingerichtet, darum kaufe ich nur mehr wirklich Exquisites und das ständig.“

Ich meine: „Ab nun werden wir nie wieder Dinge einkaufen, weil 200 Euro für Dekoration ist weit über unseren Verhältnissen.“

Er antwortet entrüstet: „Also wegen MIRRR brauchen wir überhaupt keine Dekorationsgegenstände kaufen. Und ich finde sowieso wir sollen das absprechen.“

Ich sage darauf: „Warten wir einfach ab, mein Lieber.“

Kommt gestern ein großes Paket an. Unkamprisch, wie wir in Kärnten sagen. Aber mir wurscht, weil ich muss es ja nicht die zwei Stockwerke herauf schleppen, denn das macht der Paketdienst.

Drinnen, man staune, man staune mehr, man staune extrem: Eine Möwe. So eine Windrad-Möwe. Die er nun auf dem Balkon befestigt hat. Für unsere 6 Monate alte Livia – Ja, genau! :D

Und auf meinen dezenten Hinweis, dass ich befürchte, dass dies unsere 200-Euro-Regel bricht, obige Antwort: „Das ist was ganz anderes.“

Auf mein zweites, dezentes Anbringen „Aha, die Möwe befestigst Du gleich, aber um mir den Karton mit Livias abgelegten Kleidern vom Kasten zu holen, musst Du Dich erst ausruhen.“ sagt er „wie gut, dass Du immer alles gleich machst.“ Sag ich: „Ja, das ist wirklich gut, mein Lieber. Ich bin verantwortungsbewusst, gehe alles gleich an und halte hier eine wunderbare Ordnung. Ich bin total perfekt.“ :D

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 1 Kommentar »

Die Hunza

Tante Agnes: Und gibts Du ihr schon was zu essen?

Valerie: Nein, erst wenn sie zwei Zähne hat, sitzen kann und Interesse am Essen hat.

Tante Agnes: Ich hab da gelesen, man muss den Kindern schon wenn sie ganz klein sind, die verschiedensten Sachen geben, damit sie später einen guten Geschmack haben und nicht heikel sind.

Valerie: Naja, lies drei Bücher und du hast drei Theorien. Ein anderer sagt, dass es kein Wunder ist, dass Kind ewig lang das gleiche essen können, weil sie sich auf diese Weise vor giftigem Zeug schützen. Der erklärt das halt mit der Entwicklung der Menschen. Kinder mögen also oft nur wenige Sachen, aber das verliert sich.

Tante Agnes: Aber Du musst ihr lauter verschiedene Sachen geben, sonst wird sie heikel.

Valerie: Aber jetzt hab ich dir eh gerade erklärt, dass man das auch so sehen kann und dass sich das verliert mit dem Heikelsein…

Tante Agnes: Also die Nachbarskinder, da hat die Nachbarin dieses Heikel-Sein direkt gefördert und die essen heute als Erwachsene noch nichts.

Valerie: Wenn ich uns anschaue, dann ist es ausgeschlossen, dass mein Kind nicht gerne essen wird. Das ist ein Problem, das wir wohl in der Familie nicht haben. Und mit dem Schnuller ist es das gleiche: Völlig ausgeschlossen, dass sie verspätet reden lernt, weil sie einen  Schnuller hat. Wir essen gerne, wir reden gerne.

Tante Agnes: Also Du musst Ihr unbedingt ganz verschiedene Lebensmittel geben, damit sie später… Sie soll alles essen.

Valerie: Ich werde tun, wie ich meine und sie wird bestimmt genug essen.Aber wenn sie was nicht will, muss sie auch nicht.

Tante Agnes: Nein, muss sie nicht, aber was anderes gibt es nicht.

Valerie: Ich werd sie doch nicht hungern lassen.

Tante Agnes: Na, aber sicher. Entweder isst sie was es gibt oder nix.

Valerie (lacht): Das ist total krank. Aber weißt Du, Du schenkst ihr am besten gleich WW auf Lebenszeit. Weil das wird sie dann brauchen bei solchen Methoden.

Tante Agnes: Also fangst Du jetzt mit Gemüse an.

Valerie: Nein, ich glaub, ich geb ihr Getreide.

Tante Agnes: Da wird sie fett!

Valerie: Nein. Wenn man davon ausgeht, dass so Kleine einen faustgroßen Magen haben, dann können sie sich nicht mit Gemüse aufhalten. Also Getreide, zB Reis, ewig lang gekocht bis er flüssig ist. Deswegen essen Kinder oft so gerne Süßigkeiten. Sie brauchen hochkalorisches und versuchen das zu kriegen um zu wachsen. Hab ich gelesen.

Tante Agnes: Ich täte mit Gemüse anfangen, da wird sie fett vom Getreide.

Valerie (denkt nach): Sag mal, hast Du uns früher nicht immer von den Hunzas erzählt, die von Getreide und Joghurt leben…

Tante Agnes: und Marillen!!

Valerie: … und dabei 120 Jahre alt werden? Ist doch super, die Kleine kriegt ein tolles Essen.

Tante Agnes: Ich täte ihr Gemüse geben, von Getreide wird sie fett.

Valerie: Mein Ernährung-nach-den-fünf-Elemente Buch sagt, man soll mit Getreide anfangen. Das hat viel Qi, ist unglaublich gesund und macht satt. Ich finde das gescheit.  Gemüse wird sie schon kriegen, aber halt nicht in erster Linie.

Tante Agnes: Du kannst ihr ja nicht kein Gemüse geben!!

Valerie: Ich hab ja gesagt: schon auch Gemüse, aber nicht in erster Linie. Du, mein Akku ist jetzt aus.

-

http://de.wikipedia.org/wiki/Hunzukuc#Der_Hunza-Mythos

Veröffentlicht in Dramolette. 4 Kommentare »

Der güldene Schein

Vor und nach der Geburt wurde mir mitgeteilt, dass sich über diese bald „der güldene Schein“ legen würde, sodass frau sich nicht mehr daran erinnert, wie es war.

Ich muss sagen: nein. Obwohl es ratzfatz ging und ich in zwei von den vier Stunden gemütlich im Pool in meinem Wohnzimmer gelegen bin und mich entspannt habe. In den nächsten zwei Stunden dann weniger und weniger. ;) Ich war so bei Sinnen, dass ich an jene Freundin denken konnte, die während der Geburt aus dem Fenster springen wollte und hätte zum Schluß durchaus einen Kaiserschnitt ohne Narkose in Erwägung gezogen, wenn das in meinem Wohnzimmer machbar gewesen wäre.;) Also kein güldener Schein. Aber sicher wieder eine Hausgeburt. Weil: Wenns einmal geschafft ist, kann man das immer. ;) Oder: Wenns dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen. :D

Ich bin auch noch jetzt beim Anblick jeder Schwangeren froh, dass ich es nicht mehr bin. Gott sei Dank, schönes Baby hier, Schwangerschaft vorbei.

Da ruft heute Sh. an und verkündet die wunderbare Nachricht: Nachwuchs ist in Sicht!! Und ich sag: „Oh, wie schön! So eine schöne Zeit die Schwangerschaft. Ist ja alles nicht so schlimm, die Übelkeit vergeht… “ Ich war erstaunt, sehr erstaunt über meine Worte.
Alles vergessen? Sieben Wochen Übelkeit, Ischiasbeschwerden, Kurzatmigkeit … Ja, ganz offensichtlich.

Das Schöne daran war froher Hoffnung zu sein und mit dieser frohen Hoffnung durch alle Alltagssituationen zu gehen. Ich hab mich leicht gefühlt und zuversichtlich, abgesehen von der beschriebenen Plage. Und das war so schön. Wie wir dann erfahren haben, dass es ein Mädchen wird, im Zug die ersten Klopfzeichen, die sich wie Schmetterlingsküsse angefühlt haben, Baby-Schluckauf in der Badewanne, wie es Herbst geworden ist und alles beschwerlicher, und dann Winter und Weihnachten. Wie ich bei unserem fröhlichen Adventfest noch Pralinen gemacht habe mit meinem Riesenbauch und wir haben zusammen Kekse gebacken…Das ist alles noch einmal so schön gewesen mit meinem Frohe-Hoffnung-Bauch.