Das Kinderzimmer

Ich verstehe überhaupt nicht, wieso wir so peinlich sind.

Mein Eindruck ist folgender: Alle Menschen planen „ich will dies und jenes machen“, dann gehen sie an die Ausführung und *schwupps* ist die Sache erledigt. Männer und Frauen strömen in den Baumarkt, bohren Löcher, befestigen Regale…

Und dann: wir.

Im August haben wir das Kinderzimmer gestrichen. Danach wollten wir (noch im August) einen Schreibtisch ausräumen und wegtun. Es ist Oktober. Ende Oktober. Reformationstag. Halloween auch – und wir keine Süßigkeiten daheim. ;) Also Ende Oktober. Und was ist passiert: NIX. Das „sogenannte Büro“ wie es Tante Agnes nennt, ist eine Rumpelkammer. Livias Kinderzimmermöbel stehen neben den bisherigen Möbeln. Ein Irrsinn.

Trösten tut mich da gerade eines, was mir im Nachdenken über diese Katastrophe heute eingefallen ist. Erzählt mir eine Freundin, dass ihr Pollengitter (wie Fliegen- nur gegen Pollen ;) ) den Sommer überdauert hat, den Herbst und den Winter. Und zwar halb im Fenster hängend. :D

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Privilegien der Lehrer

Folgendes trug sich in meiner Küche zu:

A: Oh, mit Brille heute! So hab ich Dich ja noch nie gesehen.

B: Ist neu, hat auch genug gekostet.

A: Wieviel denn?
B: 800 Euro. Alles teuer: Zähne, Augen …

A: Geh, reg Dich nicht auf. Kriegst eh 15 Euro von der Krankenkasse zurück.

B: Nein, sie haben mir 20 Euro gezahlt.

A: Arg, die Lehrer schon wieder. Haben überall ihre Privilegien. ;)

:D

Ich frage mich, wie Menschen, die kein Geld haben, ihre Brillen finanzieren.. Das ist eine Sauerei, dass man zu Brillen (und Zähnen) nix dazu kriegt. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass man einen Furz dazu kriegt. ;) Aber so drück ich mich ja nicht aus. ;)

Rabimmelrabammelrabumm

Babyschwimmen. Weil man irgendwie „hallo“ und „bis bald“ sagen muss, singen wir peinliche Lieder. Den Kindern ist das wohl egal, denn sie wollen (also meines will ;) ) durchs Wasser gezogen werden, springen, mit dem Ball spielen und bitte nicht so unbedingt Wasser übers Gesicht kriegen (meines jedenfalls nicht ;) ). Ich verstehe das, denn ich hasse Wasser, das von oben über meinen Kopf rinnt. Ich erinnere mich an endlose Haarwaschdramen. Und ich mags auch nicht, wenn ich heute aus Solidarität Wasser aus der Gießkanne über den Kopf bekomme. Ich hab aber niemanden gehaut ;)   Ich kann mich noch zusammenreißen und Livia nicht jedes Mal bemitleiden, wenn die Wasser-Kopf-Geschichte passiert. Aber wenn sie es selber nicht mag, mag ich nicht so tun, als wäre es lustig. Find ich voll absurd, mach ich nicht, aus, vorbei. Immerhin hatte sie heute Spaß und wir daher auch. ;)

Die Lesung…

… war ein voller Erfolg.

Gestern abend haben wir 25 FreundInnen unser Buch vorgestellt und daraus gelesen. Das war das, wovon wir beim Schreiben geträumt haben, weil wir können auch ziemlich witzig sein, glauben wir ;) . Wir hatten Sorge, dass wir größenwahnsinnig sind „wer wird uns schon lesen wollen?“ und haben es uns so lustig vorgestellt. Und Letzteres war es auch. Es war lustig, obwohl das Buch nicht nur lustig ist. Es ist spannend, berührend, beklemmend, es hat wunderschöne Liebesgeschichten und es ist eben auch lustig.

Sie haben uns gesagt, wir sollen ein Hörbuch daraus machen. Ja, das ist ein guter Plan! :)

Heute ruhen wir uns aus und sind stolz. In diesem Projekt kommen als nächstes unsere Lektorin dran, ein Workshop zur Verlagssuche und die Verlagssuche. Vielleicht haben wir Glück? Die Chance ist eher gering, es heißt nicht, dass gute Bücher einen Verlag finden und es heißt nicht, dass alle Bücher, die von Verlagen gekauft werden, gut sind. Wir werden uns viel Zeit lassen, wir haben keine Eile, sind von nichts abhängig und wollen nicht reich werden (das sind wir schon, aber nicht im herkömmlichen Sinne  :D ). Und wenn es kein Verlag ist, dann werden wir es anders veröffentlichen.

Walter Moers hat uns die ganze Zeit durch inspiriert. Er schreibt in „Die Stadt der träumenden Bücher“: „Es ist völlig egal, wie gut oder schlecht sich ein Buch verkauft, wie viele oder wenige Leute einen Dichter wahrnehmen. Das ist unbedeutend, von viel zu vielen Zufällen und Ungerechtigkeiten abhängig, um ein Maßstab zu sein. Was ich meine ist: es kommt darauf an, wie hell das Orm in dir brennt, während du schreibst.“

Unter Orm kann man sich was vorstellen, wenn man das liest, denke ich. Das Orm hat lichterloh gebrannt beim Errzählen dieser Geschichte. Und ich finde in mir  noch viele, die ich erzählen möchte. Aber nicht allein. Das Schöne ist es, das zu zweit zu tun. Alle Unsicherheiten, Durststrecken, Zweifel werden abgefedert, weil eine immer Mut hat. Wenn eine Mut hat, dann kann die andere Sorge haben und umgekehrt.   Und: Die gegenseitige Inspiration ist enorm. Inspiration für die Geschichte, Inspiration, über Dinge nachzudenken.

Wir haben auch schon ein Thema, um das wir seit ein paar Wochen kreisen. Was es ist, verrate ich nicht. Aber ich glaub, es wird schön. Nicht so wild wie dieses Buch, sondern schön und leise. Ich freu mich drauf. Darauf, wie die Personen entstehen werden, wie die Geschichte wachsen wird. Aufs Schreiben in der Nacht, wenn es still ist, wenn Livie schläft und mein Mann auch und ich ganz allein am Computer sitze. Ich liebe die Nacht. Auf die schönen Szenen und auf die aufwühlenden. Auf Wendungen, von denen ich vorher nichts wusste. Denn wir, da sind wir uns einig, erfinden die Geschichten nicht, sondern wir schauen nach Innen und lassen sie uns erzählen.

Nespresso

Ich war in Kärnten um Livias Zimmer abzuholen. Nachtkästchen, Kommode… Bei dieser Gelegenheit bot mir meine Mutter an, mir ihre Nespresso-Maschine zu schenken. Zu so etwas kann man nicht „nein“ sagen. Also jedenfall ich kann es nicht. Wie ich wieder daheim ankomme, meine Tochter begrüße, mit ihrem ersten blauen  Auge – Krabbelversuch – wird mir schon klar, dass es nicht ganz leicht wird, dem Erwachsenen, der mit mir lebt, zu verklickern, dass wir nun so ein Teil besitzen. Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, hat er den Hang dazu, die Moderne zu verachten (was ihn nicht daran hindert, Programmierer zu sein ;) ) und ein bisschen öko (Müllberg und so) ist er auch. Keine guten Voraussetzungen für mein Ansinnen, unsere Kücheneinrichtung zu bereichern. Außerdem, aber das darf ich nur ganz unauffällig schreiben, findet er die Dinge, die er mag, immer viel wichtiger, als die Dinge, die mich interessieren. Soll heißen: Die Kapseln findet er zu teuer (was ihn nicht daran hindert, diesen Kaffee zu trinken ;) ).

Bei mir kann man so ein Verhalten selbstverständlich nie finden. Ich bin immer objektiv, gerecht und fair. ;) Damit das klar ist :D

Ich schmuggelte die Maschine also nicht heimlich in unsere Wohnung, wie ich das mit überdimensionalen Zucchinis machen muss (Stichwort: kindliches Zucchinitrauma, das erfordert, das niemand in der Wohnung Zucchinis isst, jedenfalls nicht offiziell ;) ), sondern wählte die offensive Strategie: „Ich sag’s Dir gleich, ich hab die Maschine jetzt mit.“ Darauf folgten ernsthafte Streitereien über öko-nicht öko und darüber, wie vollgeräumt unsere Wohnung ist. Meine Rede!! Ungünstigerweise sind wir uns nicht einig darin, welcher Teil der Ausstattung entsorgt werden sollte. ;)

„Einen Latz…

… nämlich Ganzkörper“ ;) Jetzt haben wir ihn!

Livia isst. Ich hänge der Fraktion „buntgemischt“ an. So kriegt sie was vom Mittagstisch (zu welcher Uhrzeit auch immer ;) ), ungewürzt, ich koche nebenei eine Kartoffel für sie oder eine Karotte,  oder ich drücke ihr eine Reiswaffel in die Hand und lasse sie damit fuhrwerken.

Ein normaler Latz war es nicht für uns, denn Livia ist begeistert, will den Löffel angreifen, macht brrrrrrr just in dem Moment wo der Kürbis in ihrem Schnabel gelandet ist und verteilt mit ihren Händen alles überall.

Also essen wir gut ausgestattet: Livia mit ihrem Latz, groß und mit Ärmel. Mama nach der heutigen Kürbiserfahrung mit einer Schürze ;) Weitere Ausstattung sind eine Küchenrolle und ein Geschirrtuch. Und dann gehts schon los. Mit dieser Ausrüstung brauche ich sie nach dem Essen auch nicht umzuziehen. ;)

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Das Buch

Das Buch. Weil Geschichten in meinem Kopf herumschwirren oder Bruchstücke davon, weil ich etwas Zeit übrig habe, weil ich jemand gefunden habe, bei der das auch so ist, weil manche unserer Kopf-Geschichten gut zusammen passen, haben wir gemeinsam ein Buch geschrieben. Einen Roman.

Es geht um eine Frau, die ihre Schwangerschaft entdeckt. So beginnen wir und begleiten sie durch ebendiese, Woche für Woche. Ist sie anfangs noch brav und angepasst, wird sie im Laufe der Zeit immer mutiger und selbständiger. Sie setzt ihrer übergriffigen Mutter was entgegen und ihrem Freund, der das Kind lieber „wegmachen“ lassen würde.. Es gibt Freundinnen, Verehrer, zwei Liebesgeschichten und eine Erbsache. Am Ende ist unsere Heldin wirklich eine Heldin.

Das ist der Grund, weshalb es hier so still ist. Wir bereiten eine kleine, ganz kleine ;) private Lesung vor. Das lässt mich bis nach Mitternacht wach sein und meinen bevorzugten Orten im Netz fern bleiben.

Danach versuchen wir einen Verlag zu finden und hoffen, dass unser Buch zu dem 1 Prozent gehört, das veröffentlicht wird. Sollte das nicht so sein, werden wir uns was anderes einfallen lassen. Die Geschichte wird also nicht irgendwo verstauben ;) Weil sie gut ist.. Sagen wir (und sicherheitshalber verweise ich auf begeisterte Testleserinnen ;) ). Sie ist berührend, lustig, traurig, heftig, romantisch – lebendig.

Auch wenn ich sie selber geschrieben habe, muss ich beim Lesen  lachen, mich aufregen oder ein paar Tränchen fließen lassen. ;)

Mein Lieber, der die ganze Zeit schon tapfer durchhält, wenn ich von Birgit, Doris, Johanna, Bernhard und Jasmin rede, weil er verstanden hat, dass diese momentan Teil meines Lebens sind, wundert sich, wieso ich mich über meine eigenen Figuren so aufregen kann. Aber es ist so. Ich erfinde sie nicht. Ich schreibe auf, was in mir schon da ist. Mehr nicht. Nach einigen Unterhaltungen über dieses Thema kann ich beherzt sagen, dass es meiner kongenialen Partnerin gleich geht. ;)

Wie schreibt man zu zweit ein Buch? – Wir haben es aufgeteilt. Das Buch ist in Form von Erzählungen, Tagebucheinträgen, Mails, sms, Telefonate, Gespräche, Blogeinträgen… geschrieben :) Ideal auch für Jungmütter, die nur kurz Zeit haben und dann wieder zum Nachwuchs laufen müssen. ;)

Wir haben es für die Birgits, Dorisse, Johannas und Bernhards dieser Welt geschrieben, also für all die Lieben, Mutigen, Nachdenklichen, Suchenden, Kreativen – inspiriert von unserem Umfeld, das glücklicherweise solche Leute für uns bereit hält. Wir haben es nicht für all die Agnesse, Eleonores, Jasmins und Tonis geschrieben. Aber wir haben uns gerne von ihnen inspirieren lassen und wir sind durch sie zu wahren Höhenflügen gekommen. ;)

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Deutscher Engagementpreis

Erreicht mich ein Mail mit der Bitte, den Link zu diesem Engagementpreis zu veröffentlichen. Welch ein Vertrauen, dass ich so viele LeserInnen habe, dass das irgendwie relevant sein könnte. ;)

Aber  natürlich mach ich das gern, liebste aller Panflöten ;) Ich finde auch, dass das eine gute Sache ist.

http://www.geben-gibt.de/

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„Ich hätte bitte gerne…

… ein Lätzchen. Am besten Ganzkörper.“ :D

Livia ist Zahnbesitzerin, also beginnt sie mit dem Essen. Reiswaffel, in der Küche, in Bauchlage. Der Spruch „bei denen ist es so sauber, dass man vom Boden essen kann“ bekommt eine neue Bedeutung. ;) Es muss a) vor dem am Boden krabbeln sauber sein und b) muss ich nachher den Boden aufwischen, denn Reiswaffeln kleben ganz schrecklich. Wir brauchen c) einen Hund. ;)

Masche für Masche…

… stricke ich mir

mein Leben zurecht

Dunkles wechselt

mit Hellem

dünner

brüchigerFaden

mit dicker

fester Wolle

seltsame, einzigartige

Muster entstehen

manchmal auch hübsche

so ist

mein Leben

-

Das Gedicht ist von Andrea Schwarz, aus ihrem Buch „Ich mag Gänseblümchen“. Heute ist es mir wieder untergekommen und ich hab mir gedacht: Wie wahr!