Aus dem Fastenkalender: Kopfstand des Glaubens

Heute könnten wir mal wieder was auf den Kopf stellen. Ich finde diesen Tag wie geschaffen dafür. Wir drehen den Spieß einmal um, machen eine Kehrtwendung und behaupten das Gegenteil. Nehmen wir zum Beispiel die schwere Frage: WER BIN ICH?
Diese unendliche Geschichte mit der Frage nach meinem Wert, nach meiner Bedeutung, nach meiner Rolle. Dieses tägliche „Spieglein, Spieglein an der Wand …“
Wer bin ich – für die anderen? Bin ich wer für meine Kolleginnen und Kollegen?
Bin ich wer für meine Kinder? Bin ich noch wer für meine Partnerin? Wer bin ich in den Augen meiner Vorgesetzen? Was halten die Nachbarn und Freunde von mir? Wer bin ich? Die Frage macht uns ein Leben lang zu schaffen. Jeden Morgen schauen wir in den Spiegel und fragen uns das. Mehr oder weniger bewusst.
Bin ich wer – heute, für Andere, für mich? Mit dieser Frage kann man sich jeden Tag ums Leben bringen, jede Freude nehmen, alle Achtung vor sich selbst, jedweden Respekt und das ganze Selbstwertgefühl, falls vorhanden.
Darum höchste Zeit, dass wir die Sache auf den Kopf stellen, umdrehen, klar stellen.
Um Gottes Willen dürfen wir das tun. Gott hat nämlich eine Antwort, was diese Frage betrifft. Die Sache ist geklärt, und deshalb kann die Unsicherheit abtreten, Gott will, dass wir aufhören mit der Fragerei.
„Ich kenn Dich doch“, sagt er, „und mag Dich trotzdem leiden. Fürchte Dich nicht! Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, sei erlöst von Deinem schweren Los, sei schwerelos. Du bist nämlich mein!“
Deshalb soll niemand daherkommen und sagen: Wer ist denn das? Und keiner von uns muss sich weiter quälen mit dem ewigen „WER BIN ICH?“
Rumgedreht und auf den Kopf gestellt wird ab heute ein neues Motto draus. Es heißt nicht mehr kleinlaut: Wer bin ich? Sondern um Gottes Willen: ICH BIN WER! Gott hat was aus mir gemacht, deshalb bin ich ein gemachter Mann, eine gemachte Frau.
ICH BIN WER! Umgedreht also wird ein Schuh draus, der passt und mit dem wir gehen und stehen können. Dietrich Bonhoeffer hat es einmal so gesagt:
„Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, O Gott.“ (Ludwig Burgdörfer)

Quelle: http://www.fastenkalender.or.at/

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