Und wer bewacht Dein Geld?

Ich bin fuchsteufelswild. Ich bin so böse. Aber so böse, wie man sich das gar nicht vorstellen kann. So böse wie ich selten bin. So böse werde ich eigentlich nur, wenn was ganz Blödes passiert. Und das nach 10 am Abend. Das kann heiter werden mit der Nachtruhe. Meine Bauchbewohnerin kriegt wenigstens die ganze Palette an Emotionen mit und weiß was sich auf der Welt abspielt und dass man alles reparieren kann. Das wünsche ich mir ja auch für sie. Ich will sie gar nicht in Illusionen großziehen. Irgendwann rege ich mich wieder ab. Aber jetzt rege ich mich erstmal auf, und wenn ich dann völliger Ruhe bin, werde ich mal nachfragen, wie genau sich die Leute das vorstellen.

Und mein Zorn entstand so.

Vor 1,5 Jahren beginne ich mich umzuschauen von wem wir uns in finanziellen Dingen beraten lassen könnten. Nicht, dass wir reich sind. Aber es wäre doch schön, eine Pension zu haben und einmal ein Haus. Und darauf kann man ja mal hinarbeiten, auch wenn man noch nicht viel hat. Also haben wir uns eine größere Firma gesucht, die sich um derlei kümmert. Wir haben das alles bestens abgeschlossen, unseren Berater am Beginn fast einmal die Woche getroffen, damit er unsere Bedürfnisse kennenlernen konnte. Wir waren sehr zufrieden. Gut, manche gehen einmal die Woche zum Therapeuten, wir gehen einmal die Woche zum Finanzberater. Irgendwann war das vorbei, wir hatten ein Konzept, Verträge und Fonds. Sehr regelmäßig, nämlich alle zwei Wochen, rief der Berater mich an und klärte mich über das Glück meines Lebens auf und ich war beruhigt und froh und wusste, dass er sich kümmert und alles im Überblick hat. Irgendwann ging er weg von der Firma. Klar, gute Leute werden abgeworben. Es war natürlich schade, aber ich dachte mir nicht viel. Er hatte einen guten anderen Berater für uns auserkoren, den wir kennenlernten. Jetzt, so ein knappes halbes Jahr später, denke ich mir, dass wir anrufen könnten. Er tut es nicht so wie sein Vorgänger, aber gut, jeder hat seinen Stil. Der andere war eben kommunikativer. Ich würde gerne was über meine Fonds wissen. Der Punkt bei denen ist nämlich, dass man ein bisschen jonglieren kann. Zum Jonglieren braucht es aber einen Kümmerer. Den wir hatten. Also. Frag ich mich, wieso ich eigentlich von meinem Berater nichts höre. Und dann komme ich drauf: Ja, aber hallo, der ist ja gar nicht mehr da! Und niemand, nicht er, nicht die Firma, befand es für nötig uns das mitzuteilen. Wir sind betreuungslos, seit Monaten. Das Wort, das wir gerade suchen ist: Professionalität. Ja, die würde ich mir wünschen.

Gut. Wir werden uns eine/n neue/n Berater/in suchen. Nicht mehr in dieser Firma, versteht sich. Und wenn ich wen habe und meine Dinge unter Dach und Fach gebracht habe, werde ich mal ganz relaxed in der Firma anrufen, wir werden über Vollmachten reden, die wir nun natürlich stornieren und darüber, dass das gar nicht gut aussieht, wenn man so seine KundInnen behandelt.

Ich will meinen Kümmerer wieder haben. Der sich so gern mit diesen Dingen auseinandersetzt, akribisch genau alles wissen will, jedes ordinäre Konto auf Vor- und Nachteile überprüft und mich fröhlich anruft oder mir beruhigend sagt, ich soll mir keine Sorgen machen. Aber es wird auch andere geben, die ganz ein bisschen so sind. Und ich werde so jemanden finden.

Und nein, ich werde nicht sagen, was für eine Firma das ist. Weil sie sind es mir nicht wert, mich auch noch in Schwierigkeiten zu bringen.

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