Die ideale Wohnsituation

Wir haben das Glück oder den Fluch, dass wir beide schlampig sind. Auf einer Ordnungsskala von 0 (superordentlich, hier leben Menschen, die keine Hobbies haben und deren Kaffeetassen im Schrank alle supergenau angeordnet sind und die alles sofort wegräumen, weil sie sonst nichts zu tun haben *achtungichpackevielevorurteileaus*- also „Tod“) bis 100 (volles Chaos ausgebrochen bei Leuten, die 100 Interessen haben und ihr Zeug sehr selten gleich wegräumen – hoher Grad an Lebendigkeit, bis zum Wahnsinn gelebt und bis zur Lebendigkeit des Wohnungsinhaltes – also alles andere als ideal) werde ich bei, sagen wir 75, unrund. Für den, zu dem ich laut und deutlich „ja“ gesagt habe, wird diese Marke bei 150 sein. Ich weiß es nicht, so weit sind wir noch nicht gekommen. Weil bei spätestens 100 rase ich wie eine Furie durch die Wohnung und höre mich an wie meine Mutter.

Ich habe mir also überlegt wie wir leben könnten. Wer sagt eigentlich, dass wir die mitteleuropäische wir-leben-als-Familie-in-einer-Wohnung-Variante leben müssen? Keiner. In meiner Phantasie haben wir einen Vierkanthof oder zwei Häuser. Wir teilen uns entweder die Trakte auf oder wir leben jeder in einem Haus und treffen uns entweder im Hof oder bei mir oder bei ihm. Nein, bei ihm nicht, weil da schaut’s noch mehr aus als bei mir. Wir sind uns nah, können aber in unseren Häusern leben und sind nur selber verantwortlich. Ein Traum! Vielleicht geht das auch, dass man ein Einfamilienhaus so baut. Weil das könnten wir irgendwann auch finanzieren. 😉

Um zu illustrieren was ich meine: Gestern hat unser Kühlschrank seinen Geist aufgegeben. Auftrag: „Bitte räum ihn aus und tu die Sachen in den anderen Kühlschrank.“ Ich hab irgendwas anderes derweil gemacht und bin nicht kaffeetrinkend auf der Couch gesessen.

Heute schaue ich rein. Drin, im warmen Kühlschrank, ist der Sauerteig im Schraubglas – braucht aber kühle Umgebung, weil sonst ist er im Arsch und ich kann wieder fünf Tage lang Sauerteig ansetzen. Ein Säckchen mit Erdbeermark, das ich gemacht habe, das aus dem Tiefkühler war, alle Marmeladen und anderes Zeug. Umgeräumt hat er: Immerhin die Milch und den Käse. Und: Alle Sambals plus Zitronengras, Pfefferkörner verschiedener Art, mehrerlei Arten von Chilischoten – alles Tiefkühlsachen. Die wir auf seine Initiative hin besitzen! Sambals sind übrigens Chilisaucen von denen wir, ohne Übertreibung 50 zu Hause haben. Daher auch zwei Kühlschränke. Wir brauchen Platz für Chilisaucen!

Was mich noch dazu nervt: Ich lebe im 21. Jahrhundert, ich setze mich mit Rollenverhalten auseinander, ich rede nicht von „meinem“ Haushalt, weil es ist unserer. Mir ist das wichtig. Und was ist? Ich bin trotzdem zuständig. Übernehm ich die Verantwortung nicht versumpfen wir hier.

Nachdem ich heute fand, dass wir 100 erreicht hatten, haben wir aufgeräumt. 😀 Keine Sorge, wir sind schon wieder gut miteinander 😉 Jetzt sind die Gläser weg und die Dosen. Ich hatte sie vor der Eingangstür platziert, damit sie weggetragen werden. Aber ihn haben sie dort gestört, er hat sie ins Büro, das ist die Rumpelkammer in der ich arbeite, geräumt. 😉 Die Badewanne ist entkalkt. Das wollte er tun, nachdem ich letzte Woche das restliche Bad geputzt hatte. Nur mit dem scharfen Mittel will ich in der Schwangerschaft nicht hantieren. Es ist jetzt eine Woche lang neben mir gestanden, wenn ich gebadet habe. Nach dem Entkalken habe ich die benötigten Utensilien wieder weggeräumt und Duschgels wieder auf die Badewanne geräumt. Er merkt das gar nicht, dass man das auch noch machen könnte. Er schreitet nach dem Entkalken als stolzer Held von Dannen.

Und ich will mich gar nicht so aufregen. Ich weiß ja, ich bin weder die ordentlichste, noch die fleißigste. Und trotzdem bin ich immerhin noch ordentlicher und das ist DAS Problem.

Und zum Schluss: Manchmal wenn ich böse bin, lasse ich Gemüseschalen liegen. 😛 Das ist nämlich das einzige, das ihn WAHNSINNIG stört. Und er glaubt mir nicht, dass ich das absichtlich tue. Am Anfang hat er das noch wahnsinnig krank von mir gefunden, dass ich das mache. Ich finde es auch krank, aber es beruhigt mich so, wenn er mal dahergeflitzt kommt und mit mir schimpft. Das gleiche übrigens, wenn ich den Mülleimer so überfülle, dass er nicht mehr wegzutragen ist 😀 Da kriege ich auch immer Schimpf 😀 Jetzt findet er es nicht mehr krank von mir, sondern meint ich bin so!

Egal. Wir sind wieder gut, es schaut hier annehmbar aus und ich gehe jetzt jamben. 😉

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Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 4 Comments »

4 Antworten to “Die ideale Wohnsituation”

  1. Trüffel Says:

    Ooooooh das kenn ich guuuut. 😀 Wenn er die Einkäufe aus dem Auto holne soll finde ich 3 Tage später trotzdem noch Hunde- oder Katzenfutter. Und wenn es nue eine Dose ist. Es macht mich irre 😀

  2. Masca Says:

    Hi hi hi… ich fühle mich „ertappt“… hast Du UNSEREN Haushalt beschrieben? Ist exakt genauso wie bei Euch!!! 😆

  3. Sonja Says:

    Ähem, ja, wir auch 🙂

    Ist bei uns sehr oft ganz genauso.

  4. YDaRkAnGeLY Says:

    Ach Kati,

    du sprichst mir so aus der Seele, hab ich doch auch so ein Exemplar hier!

    Des öfteren nervt es echt, aber so sind wohl Männer – glaube ich-… Sehen nix , sondern gehen einfach nur stur gerade aus ohne nach rechts oder links, oben oder unten zu sehen…

    Wir liegen auf deiner Scala bestimmt auch, hm, bei “noch” 40. Es hat sich vieles geändert seit Collin da ist. Früher waren wir da echt schlimmer *lach*.

    Liebe Grüsse

    Jessica


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