Stille, Erich Fried, links

Hier ist es so still. Nachdem ich momentan immer wieder Elfchen schreibe, aber keine, die ich veröffentlichen möchte 😉 und mich nach wie vor in fünfhebigen Jamben übe (aber keine, die ich veröffentlichen… 😉 ), habe ich das Dramolett entdeckt. 😀 Wie wunder-, wunder-, wunderbar, dass ich was gefunden habe, was mir die Karenzzeit sehr vergnüglich machen wird. Sowie ich was habe, das ich hier reinstellen will, zeige ich es auch her.

Ein paar Links:

http://www.erichfried.de/Gedichtindex.htm

http://www.literarischekurse.at/

Inzwischen beschäftigt mich Erich Fried. Über Folgendes Gedicht kann ich noch lange nachdenken.

Sterbeleben

von Erich Fried

Ich sterbe immerzu

und immeroffen

Ich sterbe immerfort

und immer hier

Ich sterbe immer einmal

und immer ein Mal.


Ich sterbe immer wieder

Ich sterbe wie ich lebe

Ich lebe manchmal hinauf

und manchmal hinunter

Ich sterbe manchmal hinunter

und manchmal hinauf


Woran ich sterbe?

Am Haß

und an der Liebe

an der Gleichgültigkeit

an der Fülle

und an der Not


An der Leere einer Nacht

am Inhalt eines Tages

immer einmal an uns

und immer wieder an ihnen

Ich sterbe an dir

ich sterbe an mir


Ich sterbe an einigen Kreuzen

Ich sterbe in einer Falle

Ich sterbe an der Arbeit

Ich sterbe am Weg

Ich sterbe am Zuvieltun

und am Zuwenigtun


Ich sterbe so lange

bis ich gestorben bin

Wer sagt

dass ich sterbe?

Ich sterbe nie

sondern lebe

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