Herumjammern am Montag

Ich habe hier so eine Liste. Es ist noch keine Liste, es ist eine zukünftige Liste, also ein leerer Zettel. Da schreibe ich alles auf, was ich noch tun möchte, bevor Livia kommt. Es ist eh schon gar nicht mehr viel. Ich besorge jetzt mal Geburtstagsgeschenke für die nächste Zeit – also man sieht, es ist wirklich schon alles getan. Das für meine Mutter ist zwar zu spät, aber sie kommt ja erst wenn Livia da ist,  zu Besuch. Da habe ich noch Schonfrist.

Außerdem sortiere ich  für die Hausgeburt alles was momentan noch in Plastiksäcken verstaut ist und ich könnte ein bisschen putzen. Ok. Letzteres lasse ich. Putzen macht Kreuzweh. Ich geh lieber in die Stadt  😉 Dort muss ich eine Radpumpe kaufen. Ich habe unseren Kinderwagen geplättet, mit so ein paar Kilo Unikram, der weggeworfen werden musste.  So ein Kinderwagen hält nicht viel aus. 😉

Ansonsten stelle ich fest, dass es nicht nett ist, dass sich im Genick ein Nervchen verklemmt hat, das mir nun Kopfschmerzen bereitet.

Dafür ist es aber sehr schön, dass es heute (noch immer) schneit. Ich werde spazieren gehen., weil solche Gelegenheiten muss man nutzen. Schneetechnisch gesehen ist Graz traurig.

Außerdem führe ich täglich ein Gespräch mit meiner Tochter. Sie soll kommen, wenn sie mag.  Das „wenn sie mag“ sollte ich langsam weglassen und autoritärer auftreten – als ob das was nützen würde. 😉

Zur Autorität fällt mir nämlich ein: Ich bin ja echt selber schuld, dass ich dem Kater erlaubt habe, mein leeres Vanillejoghurt auszuschlecken. Jetzt muss ich immer um mein Joghurt raufen, wenn ich eines esse. Vom Erziehungsfaktor her (bei Katzen ist jeder Versuch sowieso sinnlos, aber so blöd hätte ich auch nicht tun müssen) war das sehr schlecht.

So. Und jetzt hat mein Morgen wirklich begonnen. Ein mütterlicher Anruf. Alle Hinweise auf mögliche Sterbearten (ich oder Kind) habe ich sofort abgeblockt. Das Schema ist immer das gleiche, aber leider habe ich das erst nach 25 Jahren bemerkt: Zuerst macht sie mich mit Horrorvorstellungen wahnsinnig und dann sagt sie: „Ich weiß gar nicht, wieso Du immer so ängstlich bist.“ 😡

Wenn ich jemals so entmutigend mit meiner Tochter bin, jemals anfange sie anzurufen um ihr alle Sorgen, die ich wegen ihr habe zu erzählen und bei Beruhigung ihrerseits sage „Es ist mir sowieso egal, was Du tust.“ oder wenn ich anfange bei jedem Gespräch zu sagen „wird schon gutgehen“ im Ton von „oh mein Gott“, dann möge man mir bitte alle Telefone wegnehmen und mich darauf hinweisen, dass ich mich echt mühsam verhalte. Aber das hätte man bei ihr auch schon vor 25 Jahren tun müssen. Bloß gab es keine/n „man“, der sie mal stoppen hätte können.

Jetzt gehe ich einkaufen, weil sonst fange ich an meine Katzen anzuschreien. 👿

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