Jammern

Ich, heute voll produktiv 😉 Nicht schlecht, oder?

Also Jammern.

Darüber bin ich gerade in Diskussion. Wann ist Jammern nervig, wann ist es nicht nervig, wer will schon andere nerven, mag ich haben, dass man mir sagt „jetzt hör einmal auf mit dem Jammern“ oder gar „mit Dir will ich nichts mehr zu tun haben“? Alles wesentliche Fragen, finde ich.

Ich finde ja, dass Jammern an sich nichts Schlimmes ist. Das muss ich finden, weil ich jammere gerne. 😉 Befürchte ich und habe ich den Eindruck von mir. Den gefragt habend, der mit mir lebt: „Nein, das Jammern steht nicht im Vordergrund bei Dir. Jammern ist nicht so das Thema. Sorgen ist da schon eher Deine Sache.“ Ja, ich weiß, ich bin eine gute Sorgerin. Ich sollte einen Sorgenblog aufmachen. „Sorgen für alle Lebenslagen und mehr“ 😉 Ich hab auch den Tipp bekommen, einen Krankheitsblog zu machen – ich kann auch gut welche erfinden. 😉 1000 LeserInnen täglich wurden mir prophezeit! Solche HypochonderInnen sind wir alle, sagt eine, die es wissen muss, weil ihr die Leute sowas erzählen 😀 – Und da sieht man, was man sich alles daraus ziehen kann, wenn man eine Mutter hat, die einem gerne Sorgen bereitet 😉 Ruhm und Ehre! 😉 Ich müsste ihr sogar die Seite widmen.

Zurück zum Jammern. Jammern ist wichtig, weil es entlastet und weil man Zuwendung kriegt. Es gibt normalerweise nicht viele Leute, die man direkt um Zuwendung anhauen kann. 😉 Also jedenfalls nicht mit nur einem Wort und einem treuherzigen Blick. 😉 Daher jammert man und alle sagen „Mei bist Du arm“ Und das tut gut.

Auf der anderen Seite kennen wir die Leute, die jammern und jammern und jammern und da ändert sich nie was. Außer das Ausmaß des Jammertals, in dem sie sich befinden, denn das wird größer, je mehr Zeit vergeht 😉 Das geht so: „Damals, begann meine Pechsträhne und seitdem ist das und das und das (Zusammenfassung aller unglücklichen Umstände, positive gibt es nicht)  passiert.“ Über einen kurzen Zeitraum gesehen: Voll ok. Wir werden alle manchmal von Bosheiten des Lebens überlastet. Langzeit: Mühsam.

Wo ist der Unterschied vom Jammern zum tatsächlichen Leiden? Das ist eine interessante Frage, finde ich. Es gibt sie ja, die blöden Umstände, die schlimmen Erlebnisse, die Katastrophen. Das ist ja nicht nur Einbildung. Es wäre auch völlig verkehrt, alles ganz locker zu nehmen versuchen – schon allein deswegen, weil ich es völlig verkehrt finde, wenn man verdrängt, was in einer/m ist und es nicht wahrhaben will. Denn es ist nicht alles ganz locker. Manchmal ist es eine große Scheiße. Es gibt Schicksalsschläge, Krankheiten, Widrigkeiten,  aber auch Sachen, die von der Dimension her – auf ein Leben gerechnet – nicht so groß sind, die aber im Moment belastend sind. Es muss ja nicht immer das riesengroße Unglück sein, damit man leiden darf. Man darf immer leiden und klagen.

Aber Leiden und Klagen gehen anders als Jammern. Klagen erstreckt sich nicht über das ganze Leben, es ist nicht das ganze Leben beklagenswert. Es heißt, dass es einen Bereich (oder mehrere) gibt, unter denen man leidet. Und es gibt eine Entwicklung. Es verändert sich was, man will da irgendwie weiter und raus. Klagen nervt – aus meiner Sicht – nie. Weil das so lebendig ist. Und es macht das  ich-muss-dich-sofort-in-den-Arm-nehmen-Gefühl. Langzeitjammern über nie geänderte Umstände macht ein anderes Gefühl.

Ja, so seh ich das. Heute. 😉

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