Alles banal

Vor ein paar Tagen fand ich es noch cool, die Geburtsurkunde für Livia zu haben. Mein Mann meinte, das Anmelden war nicht so aufregend, und ich wusste nicht, was er meint. Denn es muss doch aufregend sein, sein Kind anzumelden – ich meine, das macht man doch nicht oft.

Und heute bin ich das erste Mal raus gegangen. Babykleidung kaufen und Mamakleidung kaufen. Livia gestillt, schnell angezogen und losgedüst. Beim Düsen habe ich festgestellt: Ich bin eindeutig noch im Wochenbett. Und ich habe meine Geschwindigkeit irgendwo zwischen hochschwanger und „normal“ eingependelt. In der Straßenbahn, im typischen Grazer grau-tristen Winter, habe ich festgestellt, wie wurscht mir das alles ist. Die Leute, die Stadt, die Außenwelt. Nicht nur wurscht, sondern ich werde Livia da nicht so schnell hinaus bringen können. Die husten ja alle herum – schauderbar 😉 Direkt feindlich war es da draußen. Wir werden also noch ein Weilchen warten mit dem Rausgehen und Straßenbahn-Fahren und unsere heilige Wohnung genießen.

Als ich zurückgekommen bin, hat sich mein Mann von mir endlich verstanden gefühlt. Er meinte: „Es ist so lächerlich in einem Büro zu sitzen, so ein Wunder der Natur anzumelden und dann ist es Staatsbürger. Ja, toll. Als ob es sie nicht geben würde, wenn sie keine Geburtsurkunde und keinen Meldezettel hätte.“

Abgesehen davon bin ich jetzt so k.o., dass ich schlafen gehen könnte. Und das obwohl ich nur eine Stunde weg war. Ich geh mich jetzt schonen.

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