Fütterungszeiten und Verwöhnen

Nein, wir sind nicht im Tierpark. 😉 Fütterungszeiten gab es früher. Gestillt durfte nur alle vier Stunden werden – damit klappte das Stillen natürlich nicht mehr, also gab man Fläschchen. Die Muttermilch galt eh als ungesund. Wieder eine Sache, wo „die Männer“ ihre Finger im Spiel haben um den Frauen zu erklären, wie das Normalste der Welt funktioniert. Und dass das Normalste der Welt eh ungesund ist.

Es gab also Fütterungszeiten. Um 6.00, um 10.00, um 14.00 um 18.00 und um 22.00. In der Nacht schob man die Babys dann in die Küche oder sonstwohin damit sie durchschliefen und man hörte sie da auch nicht brüllen. „Toll!“

Der Hintergedanke der Fütterungszeiten: Um 6.00 ist vor dem Familienfrühstück. Die Hausfrau und Mutter gibt dem Baby Fläschchen und dann kann sie ihr hilfloses Männchen versorgen, das natürlich weder in der Lage ist a) Fläschchen zu geben oder b) sich (und den anderen schon vorhandenen Kindern) ein Frühstück zu machen. (eine kleine Anmerkung: Mich wundert, dass es Männern nicht peinlich ist, wenn sie nicht in der Lage sind, sich zu versorgen. Hilflos wie ein Baby, aber einem Baby steht das zu und für einen Erwachsenen ist das nur peinlich. Heute ist das alles etwas besser. ETWAS besser. Ich kenne durchaus Frauen, die nicht alleine wegfahren können, weil sich ihr Pascha derweil nicht versorgen kann. Im Patriarcat ist Lebensunfähigkeit eine Stärke! Und die Fähigkeit sich zu versorgen wird als minder abgewertet.)

Das Fläschchen um 10.00 ist so angesetzt, dass die Hausfrau und Mutter schon abgewaschen hat. Danach kann sie kochen.

Um 14.00 ist das Mittagessen vorbei, abgewaschen ist auch. Also wieder Fläschchenzeit.

Um 18.00 ist das Abendesssen vorbei und da kriegt dann wieder das Baby was.

Und nach 22.00 geht man schlafen. Danach ist Lungenstärkung angesagt.

In den alten Büchern ist der Grund für die Fütterungszeiten noch angeführt. In den späteren hat man darauf verzichtet. Heute tut man eh wieder ganz anders. Aber eigentlich hoffe ich, dass sich Frauen nichts mehr einreden lassen und es so machen, wie es ihnen ihr Gefühl sagt. Das ist zwar auch von der Umwelt geprägt und die ist nicht immer liebevoll (Babys nicht verwöhnen und so einen Quatsch), aber ich denke, dass da noch am ehesten was Gescheites durchkommt, wenn man der inneren Stimme lauscht.

Und dann das Verwöhnen. Ich verwöhne mich, ich verwöhne meinen Mann, ich verwöhne meine Katzen, ich verwöhne wann immer ich kann und wen immer ich gerade verwöhnen mag. Mein Mann verwöhnt mich, er verwöhnt unsere Katzen… Warum um alles in der Welt soll ich mein Baby nicht „verwöhnen“? Was ist daran schlecht? Verwöhnen heißt für mich nicht „alles wurscht und wenn du ein Bedürfnis hast, kriegst du ein Geschenk stattdessen“. Verwöhnen heißt für mich jemandem was Gutes tun. Und da das Leben zuweilen mühsam genug sein kann, kann man nicht genug verwöhnen und verwöhnt werden. Und ich denke auch, dass man dem Leben besser entgegentreten kann, wenn man einen anständigen Rückhalt hat.

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Veröffentlicht in Leben mit Livia. 1 Comment »

Eine Antwort to “Fütterungszeiten und Verwöhnen”

  1. Masca Says:

    🙄 Ganz Deiner Meinung… Ist das wieder aus dem Kärntner Brautführer? Hört sich so an…


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