Ich wohne in einem sehr netten Haus

Oft hört man, dass es in der Stadt so unpersönlich ist und dass man seine NachbarInnen nicht kennt. Gut, Graz ist ja auch mehr ein Dorf 😉 vielleicht ist es deswegen so, dass es bei uns überaus nett ist.

Die Nachbarin von oben ist überhaupt der Hit. Letzten Sonntag bringt sie uns Röhrlsalat (auf hochdeutsch: Löwenzahn 😉 ) und räumt dann gleich meine Küche auf, während wir Kaffee trinken. Sie benützt öfter unser Backrohr, dafür kriegen wir feinen Kuchen. 🙂 Und sie kocht gerne und bringt was vorbei. Ich koche auch manchmal gerne. Also manchmal. 😉 Dann bring ich was rauf. Heute haben wir unsere private Auferstehungsfeier gemacht. Ich hab mir eine Form geliehen für den Reindling und dann haben wir zusammen gebacken. Ich mache zwei. Einen fürs Haus und einen, weil wir eingeladen sind. Ich mag das ja, wenn Besuch hier ist. Deswegen mache ich ja gern ab und zu ein Open-House. Was gemütlicheres gibt es gar nicht, finde ich.

Dann haben wir noch eine Familie im Haus mit drei Kindern, davon ein Baby. Auch total nette Leute. Klasse für einen Vormittagskaffee, zum Spazierengehen oder einfach Vorbeischauen, zum Einkaufen fahren, für Kinderdiskussionen usw.

Dann gibt es noch eine Frau mit einem größeren Kind. Immer sehr gut für einen Kaffee und viel Vergnügen.

Dann gibt es noch die ältere Frau unter mir. Gut, sie macht das Haus nicht netter, aber spezieller. 😉 Sie hat anfänglich darunter gelitten, dass ich so laut gehe (nicht mein Mann ist das, das bin sicher ich! 😉 ) Aber jetzt, wo wir Livia haben, fragt sie immer „Und wie geht’s unserer Kleinen?“ Wir haben mächtig Pluspunkte gesammelt bei ihr 😀 Ein bisschen gewundert habe ich mich heute, als ich gehört habe, dass sie (zu einer anderen) gesagt hat, dass mein Mann so dünn geworden ist, seit wir unsere Tochter haben. 😀 Naja, ich würde sagen, er hat noch ein paar Schwangerschaftskilos drauf. 😉

Dann gibt es die Nachbarn neben uns – mäßiger Kontakt. Der 16jährige wird vor allem dadurch wahrgenommen, dass ihn sein Vater frühmorgens aus dem Bett brüllt oder dass seine Freunde die Nachbarin rausläuten, weil er mit Vornamen so heißt, wie sie mit Nachnamen. 😀 Das Lustige ist, dass es die Nachbarin ist, die unter meinem lauten Gehen leidet. Und es war mitten in der Nacht. 😀

Und dann gibt es noch eine, mit der ich ein Abkommen zur wechselseitigen Katzenversorgung habe, das wir allerding nicht leben, weil wir immer hier sind. Und eine andere, die ziemlich zurückgezogen lebt.

Letzt Woche fand ich im Stiegenhaus ein Plakat, wo in großen Buchstaben stand: „Wer unsere Gartenbank ankotzt, soll sie das nächste Mal auch putzen.“ Wir sind aus dem Schneider, weil wir wohnen auf der anderen Hausseite. 😀 Fragt sich: War es die Englischlehrerin, die Finanzberaterin oder der 16jährige oder gar seine Eltern? 😀 Vorverurteilungen sind gemein. Aber was soll man da denken?

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