Kinderfreundlichkeit

Ich hab mir nie viele Gedanken darum gemacht, ob „wir“ kinderfreundlich sind oder nicht. Ich hatte keine Notwendigkeit, darüber nachzudenken. Jetzt schon. Selbst wenn ich noch nichtmal negative Erfahrungen mit Leuten gemacht habe (oder sie gleich wieder verdrängt habe 😉 ), fällt mir auf, wie wenig die Kinder eingeplant sind ins öffentliche Leben. Am Tag werden sie in eine Krippe organisiert und am Nachmittag nach Hause gebracht, sie verschwinden also im privaten Bereich. Sind sie krank, steht man vor einem Problem, weil man ja arbeiten muss… Im öffentlichen Raum ist kaum Platz für sie. Es ist möglich, etwas mit Kindern zu tun, das explizit für diese ist. Also ins Kindermuseum zu gehen oder in den Tierpark. Aber es ist schwer möglich, das zu tun, was Erwachsene tun möchten und Kinder mitzunehmen. Kinder sollen gut erzogen (dressiert) sein, sie sollen keinen Mucks machen, sie sollen nicht herumlaufen – sie sollen unsichtbar und unhörbar sein. Die Lebenswelt von Erwachsenen ist wirklich nur für diese eingerichtet.

Es ist ja noch nicht lange her, da war es so, dass mir Lärm auf die Nerven gegangen ist, dass ich Kindergeschrei in der Straßenbahn mühsam fand. Gott sei Dank hab ich das nie gesagt, sondern mir schon immer gedacht, dass das mein Problem ist. Jetzt bin ich viel entspannter was das angeht. Ich bin nämlich einfach nur froh, wenn es nicht meines ist, das schreit 😉

Ich weiß nicht, wie eine Welt aussehen müsste, die allen offen steht. Aber ich konnte ja auch nicht nicht verstehen, wieso Kinder ein Geschenk des Lebens sind. Ein bisschen Wartezeit hat mich verändert und jetzt frage ich mich, was genau ich da nicht verstanden habe. 😉 Vermutlich werde ich auch auf der Frage der Welt-Gestaltung auf ein paar Ideen kommen. Es sollte möglich sein, den öffentlichen Raum so einzurichten, dass alle Platz darin finden. Vermutlich wird es genügen, einen Blick in andere Länder zu werfen und wahrscheinlich gibt es sogar bei uns gute Einrichtungen. Mir ist auf unseren Familienwochenenden aufgefallen, dass manche Autobahnraststätten toll ausgestattet sind. Die Kinderwaschbecken beim Ikea find ich auch klasse.

Ein entsprechendes Café hätte ich in Graz ganz gerne. Wo ich entspannt plaudern kann und mein Kind kann derweil durch den Raum krabbeln, ohne dass es stört.

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