Ein Hoch auf den Hausfreund

Wie ich heute mit meinem Kind nach der Spielgruppe direkt in die Autowerkstatt gefahren bin, habe ich über die Monogamie nachgedacht und darüber, wie praktisch (und günstig) die Polygamie, in der Ausführung der Polyandrie (also Vielmännerei) wäre. Ich bin davon abgekommen, weil ich befürchtete, damit die Gunst meines Liebsten zu verlieren. 😉  Da habe ich mich plötzlich erinnert, dass am Land, wo die Welt in Ordnung ist und das Leben leichter, die Einrichtung des Hausfreunds existiert. Das ist der, der daheim nix tut und bei seinen Freunden gerne alles mögliche repariert. Manchmal scherzt man drüber, dass er ein Liebhaber der Frau des Hauses ist, aber sagt mehr über die Phantasien der Leute aus als über die Realität. Ich habe über die Männer meiner Freundinnen nachgesonnen, wem ich gerne meine Haushaltsarbeiten, die mein Mann und ich nicht abdecken können, anvertrauen würde. Zum Beispiel, so bin ich überhaupt darauf gekommen, habe ich mich gefragt, ob irgendeiner wohl unser Auto reparieren könnte, das heute überraschend, überraschend viel Öl verloren hat. – Ergebnis: Auweia. Ich habe eindeutig einen zu intellektüllen FreundInnenkreis. Das sind meistens SchreibtischheldInnen und keine AutoauskennerInnen.

Deswegen habe ich eingangs geschrieben, dass das Leben am Land leicht und die Welt dort in Ordnung ist. Wäre ich jetzt dort, würde ich möglicherweise so jemandem im Freundeskreis haben, der würde ab und zu auf ein Bier vorbeischauen, was meinen Alltag aufheitern würde. In meinem Stadtleben kommen eher Kaffeetrinkerinnen vorbei, was aber auch nett ist. 😉 Oder, falls ich auch dort keinen Mechaniker in die Familie aufgenommen hätte, dann würde ich den Maier oder den Huber anrufen, die am Wochenende Autos reparieren – wie wir wissen, wird ein Gutteil der österreichischen Geldes schwarz umverteilt. Der Maier oder Huber würde mein Auto anschauen, würde mir seine ehrliche Meinung sagen. Und das würde mir deutlich weniger kosten. 😉

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Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 2 Comments »

2 Antworten to “Ein Hoch auf den Hausfreund”

  1. Stiefmütterchen Says:

    Jaja, das Landleben. Ich, nunmehr bald seit vier Jahren Landpomeranze, kann bestätigen, dass man sich in unserem Dörfchen mit Schneeschaufeln, Holzradeln, Äpfelklauben und Hühner versorgen aushilft. Keine sehr intellektuellen Tätigkeiten zugegeben, obwohl wir im Schnitt dabei eine geschätzte 80%ige AkademikerInnenrate haben. Für SchreibtischheldInnen stellen diese erdigen Tätigkeiten offenbar einen großen Reiz dar. Den Hausfreund hab ich bisher allerdings immer für ein Küchengerät gehalten?? Welches war das schnell noch mal?? Und kann das auch Autos reparieren?? Und wer war schnell die Flotte Lotte? 😉 Liebe Grüße und viel Glück mit dem Auto!!

  2. Anna Miller Says:

    das es bei einigen dingen auf dem land leichter ist, kann ich bestätigen. bin zwar auch eine stadtpflanze, aber meine großeltern haben immer auf dem land gelebt. nachbarschaftshilfe wird da sehr groß geschrieben. hier in der stadt ist man ja schon froh, wenn die nachbarn einen grüßen. ich würde mir manchmal auch jemanden wünschen, der die „männerarbeit“ bei mir übernimmt.

    liebe grüße
    anna


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