Lachend lockt mich Seltsames

Nach der Arbeit bin ich mein Kind von der Tagesmutter abholen gefahren. Ich habe es ins Bett gebracht, eine Suppe gegessen. Nachdem ich mit Kind und Tiroler jeweils eine Viertelstunde  in Beziehung war, bin ich zu meiner Therapeutin gefahren, um über meine Beziehungen zu reden. Sie hat gefunden, ich bin zu unklar heute. Also habe ich Sessel aufgestellt, mich auf jeden Sessel gesetzt und als jeweiliger Teil von mir erzählt, später diskutiert. Nein, ich bin nicht gestört. Also nicht sehr. 😉 Wir haben alle mehrere Teile. Am besten kann ich das mit der Versuchung erklären, in die mich Pralinen führen können. Ich denke gleichzeitig „wie köstlich“, „aber sie gehören doch nicht mir allein, ich muss teilen“, „wenn ich alle aufesse, werde ich zunehmen und das Vergnügen bereuen“, „Nimm sie, aber genieße sie!!“. Die meisten von uns werden derartige, einander widersprechende Anteile, kennen. Das ist völlig normal und lässt sich im Bedarfsfall mit Sesseln darstellen.

Nicht ganz normal gefunden haben mich heute die Frau auf dem Gehsteig und jene in der Bäckerei, die mich angestarrt haben, weil ich  – in ihren Augen – alleine lauthals  gelacht habe. In Wirklichkeit habe ich mit Maggie geplaudert. Merke:  Lange Haare können Freisprecheinrichtungen verdecken.  Aber: Mir doch egal. Hauptsache, ich hab es lustig. Maggie hat einen Radfahrer gerettet und ihn dazu gebracht, sich die Hose auszuziehen, indem sie ihren Ärztinnenstatus ausgenützt hat. In Wirklichkeit hat sie aber die Wunde versorgt, die er sich zugezogen hat. Also nix Unmoralisches. 😉

Den Rest des Abends verbrachte ich in einem langweiligen Seminar, in dem ich semi-anwesend war. Ich hörte abwechselnd zu und hing meinen Gedanken nach – leider oder Gott sei Dank habe ich nicht die Fähigkeit, gleichzeitig zuzuhören und was anderes zu denken. Recht. Bedauerlicherweise hatte ich nicht den Nerv zu erstreiten, dass mir alle Recht-Seminare angerechnet werden. Fehler. Schwerer Fehler.  Ich habe heute die Geschichte des Sozialrechts gelernt, ich kenne jetzt die Kompetenzverteilung in der Verfassung, weiß, was eine Krankenanstalt ist und habe was über die Patientenanwaltschaft gehört. Aha. Wenn man nicht Juristin ist, ist das vermutlich interessant. Wenn man Juristin ist, weiß man das meiste schon. Krankenanstalten sind mir egal, Pflegegeld ist mir egal, ich werde es nachlesen, wenn ich es brauche. Also nie. Spannend hab ich nur das Psychotherapiegesetz gefunden. Fast verlockend. Kurz, übersichtlich, nie novelliert. Manchmal bin ich Juristin genug, um Seltsames verlockend zu finden. 😉

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