Rabenmutter und Gluckenvater

Schon wieder Tag vor dem Amtstag. Jetzt ist es schon mein dritter, ich gewinne eine gewisse Routine im Aufnehmen von Anträgen. Und ich hoffe, ich habe wieder viele Sachwalterschaften. So ernst sie sind, manchmal haben sie humorige Elemente und dann mag ich das Leben gern. Weil es im Drama immer noch was übrig hat, das mich schmunzeln lässt. Oder weil im Drama immer noch jemand da ist, der sich kümmert. Das ist schön. Beruhigend. Gut so.

Ich will zur Rabenmutter und zum Gluckenvater. Nach zwei Gläsern Sekt kann ich drüber reden. Vorher nicht. Es hat alles so begonnen, dass Vrouwe mir erzählt hat, mich quasi extra angerufen hat, um mein mütterliches Selbstvertrauen, das von der neuerdings begonnen Berufstätigkeit eh stark angeknackst ist, weiter zu erschüttern.  Ihre Freundin ist davon ausgegangen, dass der Tiroler im ersten Jahr daheim war und sich um Livia gekümmert hat. Na danke aber auch! Ich weiß, ich vernachlässige mein Kind nach Pikler (ich nenne das „Freiheit geben“) und er gluckt, lässt sie keine Sekunde aus den Augen und erlaubt niemandem, ich sage fairerweise „gibt niemandem die Gelegenheit“ mit dem Kind zu sprechen. Ich sitze auf der Terrasse und parliere, habe ein Auge beim Kind, das sich eh vergnügt und alles ist gut. Er meint, man muss mit dem Kind spielen und schwupps mache ich den Vernachlässigerinneneindruck.

Ich find ihn ja süß, wenn er so ist, Türme baut, Bücher liest, youtube-schaut, das Kind herumträgt, mit ihr Semmeln kaufen und Eis essen geht, ihr stundenlang beim Einschlafen hilft und die gesamte Mutteraufmerksamkeit, die er mitbekommen hat, weitergibt.  Glückliche Kindheit!! Ein bisschen neidisch bin ich halt, weil ich nicht so bin. Ich bin die Mama, die (bisher) da ist und die mit dem Kind quatscht, die ihr Schimpfwörter beibringt und erklärt wie das mit der Liebe geht, was Livia mit „Liebe, unter dem Busen, innen drin im Herzen“ zusammenfasst und dass zu Weihnachten das Christkind kommt und Geschenke bringt – pädagogisch mäßig wertvoll, aber total lustig. 😉 Sie lernt Backerbsensuppe zu sagen und Psychotherapeutin, ich bring ihr bei „ciao bella“ bei und nütze schamlos aus, mit jemandem in Kontakt zu kommen, wenn ich sie mithabe. Ich sonne mich in der Schönheit meines Kindes, wegen der ich oft angeredet werde und bin nicht sicher, ob ich das insgesamt alles ernst genug nehme. Ich mag es wie ich bin. Ich sollte nicht zwei Gläser Sekt trinken vor dem Bloggen, merke ich gerade, oder wenigstens sollte ich es auf keinen Fall veröffentlichen, bevor ich nicht nüchtern drüber geschaut habe. 😉 Jedenfalls bin ich gerne so. Was schwer ist, ist der zweifelhafte Erfolg, nämlich dass ich in den letzten zwei Wochen im Ranking gesunken bin. Nummer zwei. Als sie auf den Ruf „Busen“ noch den Busen gekriegt hat, war das alles anders. 😉
Und trotzdem ist es gut so. Ich weiß, ich bin ihre Mama, sie muss mich lieb haben und wenn ich mich nicht arg daneben benehme, ändert sich das auch nicht mit 20. Daher, obwohl ich  erwachsen sein muss, ganz viel loslasse und ihr die Freiheit gebe, die ich ihr ja wirklichwirklich geben will, ist alles gut. Deswegen: Marco Masini „Com’è bella la vita“. Ja, schön ist es das Leben, molto bella sogar. 😉

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