Der Tiroler gluckt

Seitdem ich arbeite, fällt mir auf, dass der Tiroler sehr gluckt. Ich muss um Aufmerksamkeit kämpfen, denn erstens redet er nicht mit mir, wenn Livia da ist und zweitens lässt er mich und Livia nicht in Ruhe, wenn wir miteinander was tun. Dank seiner Allzeitbetreuung kennt Livia Tiere, von deren Existenz ich nichts wusste. Kuskusse zB. Die mag ich besonders gerne wegen dem hübschen Namen, der mir unbändige Knutschlust beschert. 😉 Und dann kennt sie Krontauben und Baumkänguruhs und was weiß ich.

Das mag ich grundsätzlich, denn ich hab unter anderem deswegen tapfer eine Zigarette geschnorrt, damals, als mir der Tiroler gefallen hat und ich beschlossen habe, dass ich den jetzt haben will, weil ich ihn gescheit gefunden habe. Das ist er vermutlich, weil seine Eltern auch interessiert an vielen Dingen sind und all diese Dinge ihren Kindern beigebracht haben.

Gegen das Gluckige bin ich nur in den Momenten, in denen ich laut rufen muss, um wahrgenommen zu werden, oder in denen Livia von anderen Kindern ferngehalten wird, weil Papa mit ihr spielen will oder in denen meine überaus herzige Schwiegerfamilie halbwüchsige Mädels von Theaterveranstaltungen nach Hause bringt, weil es unzumutbar ist, einen Limonadefleck am T-Shirt zu haben. 😉 Auf einmal bin ich die Resche, Böse, Strenge.

Ich bin draufgekommen, dass ich mir den Morgen nehmen muss. Der Tiroler ist, aufgrund seines eher durchschnittlichen Energielevels, bereits von Kind und Arbeit, ohne Ausbildung und Ausübung mehrerer Hobbies, so ermattet, dass er den Morgenschlaf gut brauchen kann. Das könnte ich zwar auch, aber das Kindchen ist mit „Schlafsack ausziehen, Licht einschalten, aufstehen, Porridge essen!!!!“ tatsächlich so verlockend, dass ich oft gerne aufstehe. Um sechs Uhr morgens. Während der Tiroler schläft, können wir einen feinen Mutter-Tochter-Morgen haben. Ich dusche, sie spielt, wir ziehen uns an, wir frühstücken, sie sitzt am Computer und gibt sich Octopus Garden auf youtube, ich sitze am Computer und blogge. Ich mag das: Einfach miteinander daheim sein. Zwischendurch mal ein Buch lesen…

Meine Therapeutin, ich bin gerade in der Phase, wo ich für ihre Meinung immer einen eigenen Absatz einbauen könnte (was eine normale Phase ist 😉 ) findet, dass das schön fürs Kind ist, so verschiedene Elternteile zu haben. Alle ihre Bedürfnisse werden abgedeckt.  Das nach  dem Wissen über Kusstiere und jenes nach Freiheit. Letzteres kann ich ganz gut. 😉

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