Meine Telefonzelle

Ich erwähnte schon meine arbeitsbedingt grässliche Laune. Neues Gericht, neue Richterin, neue Aufgaben. Mein Büro ist ein telefonzellenformatiges Abteil in einem zugigen, nach oben offenen Glasschlauch  am Gang des Gerichts. Platzangebot: 2 m² bzw. 8 m³ – ich sollte mich in die Höhe ausdehen. 😉 Diese alten Gebäude haben sehr breite Gänge, man hat sich wohl gedacht, da kann man gut ein Drittel abtrennen und Rechtspraktikanten hintereinander auffädeln. Meine Telefonzelle teile ich mit der allwissenden Auskennerin mit der ich schon eine Zeit lang mein letztes, traumhaftes, warmes, ruhiges, absperrbares Büro mit Parkblick geteilt habe, was mich sehr freut. Sie hat mir einen Platz reserviert, denn Plätze sind rar. Es wird zwar jede/r einen finden. Aber es kann sein, dass das nicht gleich am ersten Tag in der Früh passiert. Steht man halt ein bisschen herum und wartet… Isidora ist auch da und sitzt im der Nebenzelle. Wenn ich meinen Kopf verbiege und am Bildschirm vorbei schaue, können wir miteinander flüstern. Es ist also ungemütlich. Wie die Arbeit ist, kann ich nach drei Tagen, von denen ich zwei damit verbracht habe, Sachverständigengebühren in Formulare einzutragen, nicht sagen. Das war jetzt öd.

 

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