Schwangerschaft und Vollwertkrise

Lange, triste Gänge, zu viele Stiegen, Luftzug, meterhohe Akten, lange Urteile, die sich zum Großteil aus Sachverständigengutachten zusammensetzen und zu einem sehr kleinen Teil aus einer rechtlichen Beurteilung und eher unfreundliche, nicht grüßende Leute. Mein Berufsleben ist momentan nur lustig, weil Isidora und Kya da sind. Die eine unterhält mich mit ihrer Ballonisierung: Einerseits wächst ihr Bauch und in Streifenkleider gewandet, sieht das obelixartig aus und dennoch gut. Andererseits ist es so, dass fast alle Schwangeren, auch Isidora, wahnsinnig stolz auf ihren enormen Busen sind. Ich unterhalte mich  in diese Richtung also momentan vorwiegend über Bauch, Busen und andere Schwangerschaftsthemen.

Meine Telefonzellenbüro teile ich mit Kya, die ich mit dem Bürosessel 1 Meter nach hinten rollend erreiche. Ihre Neurologin hat ihr zur Migräneprophylaxe Vollwerternährung verordnet. Das ist gut, denn auch damit ist frau bei mir an der richtigen Adresse. In der Zeit, in der ich nicht im Baumarkt aufgewachsen bin, weil meine Mutter, im Gegensatz zu meinem Vater, bevorzugt auf einer Dauerbaustelle lebt, was den beiden gelegentliche Konflikte um die Verschönerung unseres Hauses beschert hat, bin ich im Reformhaus gewesen. Das war eine Zeit, in der mit Kefir, Kombucha,  Grünkernlaibchen, Misosuppe und Algen nur ein paar ausgeflippte Ultrabiomütter was anfangen konnten, unter anderem meine. Es gibt Dinge, die mir heute noch Gänsehaut verursachen: Dinkellaibchen, Frischkornbrei, zu saures Brot, Naturreis, Vollwertnudeln. Letztere sollten als Beleidigung der Nudelkultur überhaupt vom Markt genommen werden. 😉 Kombucha dagegen mochte ich schon immer gerne, auch damals, als er bei uns, Mitte der 80er Jahre,  in einem riesigen Mostfass im Keller entstand. Auch der mütterlichen Kefirphase (Milchbasis, nicht Wasser-) konnte ich was abgewinnen.  In der Frischkornbreiepisode bin ich  geflüchtet und habe die erste Mahlzeit des Tages lieber bei den Nachbarn  eingenommen. Dort gab es nämlich böse Semmeln. Sie mögen ernährungstechnisch wertlos sein, aber man kann sie immerhin essen. 😉 Kya ist bei mir also in den besten Händen, denn ich kenne mich aus…

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2 Antworten to “Schwangerschaft und Vollwertkrise”

  1. the rufus Says:

    Hm, da wird’s schwierig mit dem Mitreden für mich 😉

  2. Kathi Says:

    Du weißt nix über Brüste oder was? 😀


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