Humorverlust

An manchen Tagen ist es echt nicht leicht, ich zu sein. Ich habe viel zu tun, trinke meinen Frühstückskaffee, mir wird plötzlich bewusst, was ich alles hinausgeschoben habe, dadurch wird mir gleich anders. Humorverlust total. Heute ist so ein Tag. Zuerst ist aus irgendeinem, mir unbekannten Grund, die Dotter-Zucker-Wasser-Öl-Mischung nicht schaumig geworden und ich habe sie weggeworfen. Im zweiten Anlauf ist der Kuchenteig für den Kindchengeburtstag gelungen, letztlich dann aber im Ofen ein bisschen schwarz geworden. Zwischenzeitlich hat mich die Zahnärztin drüber informiert, dass sie meinen Termin, auf den ich vier Monate gewartet habe, um Inlays und eine Krone machen zu lassen, leider nicht wahrnehmen kann, weil sie krank ist. Danach ist beim Staubsaugersackwechseln leider was danebengegangen. Jetzt schaut meine Küche aus, der Teppich ist mittlerweile wieder sauber. Mein Homöopath, den ich seit einem Monat anrufen sollte, ist nicht erreichbar und heute bräuchte ich ihn aber, um meinen mittelmäßigen Gesundheitszustand zu besprechen. Und Livia ist um eins bei der Tagesmutter abzuholen. Statt hier herumzusitzen und über die Ungemütlichkeiten des Tages zu bloggen, sollte ich die Küche aufräumen. Die Kindchengeschenke einpacken. Was zum Essen kochen. Eine To-Do-Liste machen, um die Versäumnisse des letzten Monats aufzuholen. Vielleicht muss ich dann nicht mehr alle Menschen anjammern, die mir in die Quere kommen. Ich muss erwachsen sein, leider ist das ein Zustand, der noch nicht eingetreten ist. Ich werde jetzt alles erledigen, bereits dabei werde ich wieder fröhlich sein und ganz bald werde ich wieder der Aufschieberitis fröhnen und kurz danach herummaulen. Ich will eine Schwester im Geiste haben, die mich tritt. Der Tiroler ist als Antreiber ungeeignet. Er ist gleich wie ich. Wir sind eine Katastrophe. Meistens eine lustige zwar, aber einfach eine Katastrophe.

 

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Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 2 Comments »

2 Antworten to “Humorverlust”

  1. imreh Says:

    … na, na, na! So ist das ja gar nicht!
    Überleg doch einmal, w a s Du alles
    wirklich machst.
    Kindchen, Haushalt, Beruf, Ausbildung – und und und !
    Kannst stolz auf Dich und zufrieden mit Dir sein.
    Das kann nicht Jede(r)!
    Also – ich zieh den Hut vor Dir!
    Alles Liebe!

  2. kathisalltagswahnsinn Says:

    Eh, hast vermutlich eh recht. Wahrscheinlich ist es gar nicht anders möglich, als ich es tue. Ich bewundere nur immer solche Leute, die ihre Angelegenheiten im Griff haben (und finde es langweilig, sich mit so viel Kram zu beschäftigen)


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