„Ich bin am Strand von der Oma“*

Aufgrund anderer Themen musste ich bei der Heimfahrt von meinem Therapeuten alleine über die Frage nach der Liebe meiner Tochter reflektieren und bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich von Livia gerne Dankbarkeit hätte statt dieses verdammte „Ach, ich hab den Papa so viel lieber als Dich“, mit dem sie freundlicherweise so freigiebig ist. Schließlich sorge ich für sie, mache mir Millionen Gedanken, damit es ihr gut geht, organisiere für sie eine sehr gute Betreuung, halte den Kontakt mit der Betreuungsperson, hole mir bei Bedarf Rat ein, informiere mich über ihre Entwicklung, beobachte sie, inspiriere sie, so sie es braucht und halte mich so gut wie möglich zurück, wo sie es nicht braucht. Ich hole sie bald wieder ab, lasse sie Biene Maja schauen und verbiete es, wenn es zu viel wird, verbringe meine Freizeit mit ihr, lasse sie medizinisch bestens versorgen, achte auf ihren Obst- und Gemüsekonsum, lasse sie kreativ sein und fördere ihr inneres Wachstum, sodass sie dereinst gut dastehen wird. Mit maximal minimalen Neuröschen, die dann aber dazugehören, weil einen kleinen Vogel muss man haben. Und meine Vierjährige dankt mir das nicht!!! Sie überblickt nicht meine Bemühungen und sagt nicht „Danke Mutter, dass Du so gut für mich sorgst und mich ausgezeichnet in die Welt geleitest.“ Ich befüchte, sie wird es mir nie in dem Ausmaß danken, wie ich es verdiene! Der Tiroler war so lieb, mir heute zu sagen, dass ich eine gute Mutter bin und Sonnele meint, dass mein Lohn sein wird, dass sie gut zurechtkommt. Ich hingegen habe mir gedacht, dass es mir nicht nur um sie, sondern auch um mich geht. Ich mache es auch deswegen so gut ich kann, weil ich zufrieden mit meiner Kümmerung sein will. Abgesehen davon, dass ich mein Krötchen natürlich unendlich liebe und mir deswegen meine Millionen Gedanken locker vom Gehirn gehen und keine Mühe für mich sind, sondern ein hohes Vergnügen. Und dann gibt es da noch den Punkt, den ich nicht unerwähnt lassen will. Ich habe es früher völlig lächerlich gefunden, wenn Eltern ihren Kindern Undankbarkeit vorgeworfen haben und jetzt bin ich selber so eine gewesen. Aber ich hab noch die Kurve gekriegt. 😉

* Die Überschrift ist  die Überschrift 😉

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Veröffentlicht in Leben mit Livia. 1 Comment »

Eine Antwort to “„Ich bin am Strand von der Oma“*”

  1. Dana Says:

    Lass Dich einfach mal drücken!


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