Tagesablauf mit einem Neugeborenen

Alle drei bis vier Stunden will sie gestillt werden. Das dauert, inklusive Wickeln, Aufstoßen, herumtragen bis sie wieder schlafen kann, anschauen und bewundern ungefähr 1 bis 1,5 Stunden. Das Wort „Shitstorm“ kriegt eine neue Bedeutung und die Reinigung des Teppichs, des Gitterbetts, der Wickelkommode, Duschen und Haarewaschen habe ich schon einbezogen.

Acht Stunden schlafe ich, weil der Tiroler noch Urlaub hat und das leicht möglich ist und weil ich gerne ausgeschlafen bin. Wenn ich die acht Stunden von Mitternacht bis elf veranschlage, dann esse ich um halb drei Uhr zu Mittag – ein schnelles Frühstück ist sich ausgegangen, eine Melone oder ein paar Birnen. Denn um elf wird gestillt, bewundert, gewartet, gewickelt und geputzt bis halb eins, heute sogar bis eins. Dann esse ich um zwei, habe Zeit bis sie Hunger hat um drei, gehe dann gleich mit ihr spazieren, damit es sich ausgeht bis sechs, wo wir wieder stillen müssen. Mit zwei Wochen sind wir noch kein sehr geübtes Stillteam und sie ist auch noch so klein. Das heißt, ich brauche momentan ein Stillkissen und fallweise sogar Stillhütchen, weshalb ich meinen lässigen dann-stillen-wir-draußen-Stil noch nicht leben kann. Aber das kommt. Die ersten vier Wochen habe ich das einfach noch nicht drauf und sie auch nicht.

Gut, es ist also sechs. Um sechs ist es Abend, am Abend kann man die Krise haben wegen Eindrücken. Wobei ich nicht so genau weiß, was für Eindrücke das sind, denn sie schläft ja eigentlich den ganzen Tag. Andererseit rennen natürlich Livia und ihre Freundin hier herum, der Tiroler und ich plaudern und wir gehen ja auch spazieren, sie muss verdauen, was ihr offenbar Blähungen macht, die sie aber gut wegsteckt. Besuch kommt auch und da kann sie dann nicht schlafen bzw. wieder einschlafen, falls sie gerade gestillt werden musste. Das heißt, um sechs brauchen wir etwas länger. Am Abend machen wir die Sache mit dem Babybäuchleinöl, baden vielleicht und sitzen am Pezziball. Oder wenn gar keine Beruhigung eintritt, dann gibt es den Trick mit dem Tragetuch. Gesegnet der Mensch, der es erfunden hat. Insgesamt dauert es schon so zwei Stunden, bis sie zufrieden ist und es nirgends mehr wehtut.

Dann kann ich bloggen oder aufräumen oder mit dem Tiroler die durchschnittlichen acht Minuten, die Ehepaare miteinander reden, leben oder alles drei, bis ungefähr neun oder zehn. Dann stillen wir wieder und dann gehe ich schlafen.

Bei Livia war das nicht leicht für mich, weil ich erst in der Mutterrolle ankommen habe müssen. Jetzt ist es total schön, weil ich gelernt habe, meine Dinge zwischendrin zu tun und weil ich seit mehreren Jahren schon auf Schweigeexerzitien fahren will. Schweigen tu ich nicht, aber ich stillmeditiere ungefähr sechs bis neun Stunden täglich. Nehmen wir die Hälfte davon weg, wo ich mit dem Handy spiele und kommuniziere, macht immer noch drei bis vier Stunden.

Schönes Leben. 🙂

Edit: Ein kleines Edit muss erlaubt sein… Während der Tiroler und Livia bei den Schwiegereltern weilen ist das so entspannt. Wenn die beiden da sind, ist es mit der schönen Einsamkeit nicht weit her. 😉

Advertisements
Veröffentlicht in Rosalie. Leave a Comment »

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: