Einmischerin und zu Tisch liegen

Zu Mittag wurde ich beim Einkaufen angesprochen, wie das mit dem Tragetuchbinden geht. Also habe ich mit einer Mitmutter über Binden und die Anhock-Spreiz-Haltung gesprochen. Mein Wissen ist über fünf Jahre alt, mit Rosalie zehre ich nur davon und mache, was ich damals in Erfahrung bringen konnte. Für neuen Wissenserwerb bin ich zu faul. Das Tragetuch und die Manduca-Trage müssen es dieses Mal tun und irgendwas kriegt man ja immer mit…

Dann beobachtete ich wieder einmal Rosalie, wie sie sich mit meiner Milch besäuft. Die eine Seite, die andere Seite, bis sie einschläft und die Milch, die dann doch zu viel war, aus ihrem Mund rausläuft, während sie alle Gliedmaßen von sich streckt und auf mir hängt, Gesichtsausdruck „Milchhimmel“. So muss es im alten Rom gewesen sein, nur mit Alkohol. Und Babys sind entschieden süßer, als erwachsene betrunkene Menschen. 😉 Als Mutter lacht man, wischt ihr mit einer Spuckwindel das Gesicht ab und fotografiert dieses göttliche Gesicht, das so viel Entspannung verheißt, wie man selber durch Meditation erst im Alter von 175 Jahren erreichen wird.

Während Rosalie im Milchhimmel verweilt, trage ich sie spazieren. Weil ich es genieße, meinen Körper wieder länger als 10 Minuten herumwalzen zu können. Es ist jetzt eigentlich kein Walzen mehr. Ich gehe vielmehr, breche nicht nach 100 Metern zusammen und fühle mich total wohl. Ich trage also Rosalie spazieren, da steht plötzlich eine Frau vor mir, Alter ungefähr 120 Jahre, Zustand unentspannt, und teilt mir mit, dass sie Kinderkrankenschwester war und dass das Tragetuch schon praktisch sein mag, aber sehr ungesund ist für die Kinder. Ich versuche es mit der Anhock-Spreiz-Haltung, denn zu Mittag hat mein erworbenes Wissen sehr gut funktioniert. Bei ihr aber nicht und gehe ich einfach, während sie noch spricht. In den letzten 70 Jahren, seitdem sie in Pension ist, hat sich einiges geändert. Und ich habe überhaupt keine Lust mit irgendwem zu diskutieren. Vor allem nicht mit jemandem, den es nichts angeht.

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Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Rosalie. 1 Comment »

Eine Antwort to “Einmischerin und zu Tisch liegen”

  1. Ernas Enkelin Says:

    ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich deinen humor liebe 🙂


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