Bei uns

Rosalie ist neun Monate alt und wir kriegen wieder eine Art geregelten Alltag. Sie isst. Butterbrot, Karfiol, Broccoli, Wassermelone, Kartoffel, Erbsen, Mais. Apfel(mus). Sie isst gerne selber, manchmal füttere ich sie, wenn sie es mir erlaubt. Dann ist sie ganz angebröselt, trotz Ganzkörperlatz, den wir noch von Livia haben. Ganz angebröselt bröselt sie dann auch den Boden voll und sogar das Bett, wenn man nicht alle Brösel rauskriegt, oder mich und ich dann das Bett. Selten hab ich so oft das Bett überzogen. Wo ja noch dazukommt, dass sie am Wickeltisch nicht mehr zu wickeln ist, weil sie sich so schnell und lebhaft bewegt. Der Versuch ihr am Bett die Windeln anzulegen hat unlängst im Überziehen des Bettes geendet. Zu Livias Freude. Denn sie wollte eh noch nicht schlafen gehen und hat geholfen. Der Tiroler war in einem Konzert und ich glücklicherweise in einem Zustand post Yoga, der es mir erlaubt hat ganz gelassen und Moment für Moment meiner Mutterrolle nachzugehen, obwohl ich schon einen Riesenhunger hatte.

Die Mädels verstehen sich blendend. Livia liebt ihre Schwester über alles. Sie verbringt Zeit mit ihr, tröstet sie und versucht sie zum Lachen zu bringen. Und Rosalie lässt sich liebend gerne unterhalten. Beim Essen schaut sie immer zu Livia hin, die natürlich begeistert Unfug treibt und lacht. In der Nacht, wenn sie aufwacht und Livia bei uns schläft, rollt sie sich zu Livia hin und versucht mit ihr zu spielen. Livia fasst es aber nicht als Spielangebot auf, wenn man sie mitten in der Nacht an den Haaren zieht. Also am Anbahnungsstil muss sie noch arbeiten, die Kleine.

Was ich mich in diesem Sommer auch noch frage: Wie macht man es, dass man FlipFlops trägt, aber nicht schwarze Füße bekommt? Das schaut ja echt nicht schön aus. Die Idee sie in Danchlor zu baden, wie Tante Hermelinde meint, sehe ich kritisch. Zumal das ja auch nur das Problem am Abend löst, wo es eine einfache Bürste auch tut. Aber am Tag?

Vom Genovevas Gefährten hab ich schon erzählt. Ich hoff, der erste Stock entwickelt sich jetzt nicht zu einer Art Problemzone mit Frau Vieh, die unter dem Wasser leidet – aber heuer noch kein Wasserproblem – und der Dezibelfrage. Ich werd halt nichts  aumachen können. Das könnte mir als Kindesmisshandlung ausgelegt werden, wenn ich Livias Stimmbänder durchtrenne. 😉 Also wir bestreiten unsere Wege weiterhin im süditalienischen Modus. 110 Dezibel.

Und am liebsten, am allerliebsten sitze ich in meinen raren stillen Momenten am Balkon, schaue in den Innenhof und lausche dem Klang der Welt. Muttersein kann, wenn man die Gelegenheit nutzt, ratzfatz zu Präsenz führen. Naja, ratzfatz ist es nicht gegangen, aber jetzt, nach vier Jahren Übung, schaffe ich immer wieder Gegenwärtigkeit und Freundlichkeit und das ist gut.

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Eine Antwort to “Bei uns”

  1. Rufus Says:

    Wenn Du die FlipFlops anlässt, sieht man die schwarzen Füße eh nicht. 😀


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