Das Umrechnen von Rezepten

Merke: Wenn Du ein Rezept mit mal 1,69 umrechnest von einer 20er auf eine 26er Form zu kommen und dann diese Menge mal drei rechnest, weil Du Dich so fürchtest, wieder so einen flunderflachen Kuchen zu backen wie kürzlich (wer bitte schreibst so ein Rezept?!), dann rechne nicht nur Mehl und Zucker, sondern auch die Anzahl der Eier mal drei. Weil sonst fährst Du in der Nacht quer durch die Stadt zu einem offenen Supermarkt.

Hier sitze ich nun und die erste Runde ist fertig. Unerwarteterweise wird der Kuchen hoch und so habe ich vermutlich eine 15 cm hohe Pinguintorte, wenn ich übermorgen mit all dem fertig bin. Der erste Durchgang ist fertig. Voraussichtliche Schlafengehzeit: 1.45

Ist das Kind glücklich, freut sich die Mama. 😉

 

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 1 Comment »

Der Gott des Trubels

Wir brauchen Reisepässe. Deswegen haben wir den Weg zum Fotografen angetreten, der wenig begeistert war. Für sowas muss man einen Termin ausmachen, denn auch Babys brauchen diese biometrischen Passfotos, und das dauert, bis man es hinkriegt. Das heißt, man macht von einem Baby ein Foto vor dem weißen Hintergrund. Die Hand der Mutter, die das Baby hält, darf nicht zu sehen sein. Das Baby muss den Kopf gerade halten und zum Fotografen schauen. Gnädigerweise hat er es ohne Termin mit uns probiert.

Jeder Mensch, der einmal ein Baby erlebt hat, weiß, dass das nicht ganz leicht zu machen sein wird. Deswegen normalerweise ja auch Termin. Was sich Leute denken, die solche Gesetze erlassen weiß ich nicht. Wahrscheinlich fühlen sie sich heldenhaft, weil sie die Welt vor Babyterroristen schützen. 😉

Es hat dann funktioniert. Der Fotograf hat drauf losgeknipst und Rosalie war zum Glück gnädig. Ich war schweißgebadet und sehe auf meinem Passfotos auch aus wie eine Mutter von zwei Kindern, die dringend Urlaub braucht. Authentisch also.

Der Tiroler hatte mir für jenen Tag gutes Wetter vorausgesagt. Er zeigte mir die Seite der zamg, die für Graz keine Wetterwarnung herausgegeben hatte. Es würde nicht regnen und nicht hageln und ich solle kein Theater machen. Ich hatte nämlich auf orf.at gelesen, dass extrem schlechtes Wetter angesagt war und sorgte mich wie ich mit Baby und Kind in Sturm und Hagel und vor allem Gewitter, diese blöden Wege tun sollte.

Und schließlich warteten wir schon im Servicecenter. Den Portier, der die Dokumente überprüft, hatten wir schon hinter uns, es wurde finsterer und finsterer. Livia wurde ungeduldig, Rosalie raunzig, wir kamen dran. Reisepässe für drei Leute zu beantragen dauert eine halbe Stunde. Glücklicherweise war uns die Beamtin gnädig und hat Rosalie übernommen wenn ich unterschreiben musste. Für Livia und Rosalie musste ich in Blockbuchstaben „unterschreiben“. 😉 Draußen wurde es weiterhin dunkler und es begann zu donnern. Ich sortierte mit einer mittlerweile weinenden, da hungrigen, Rosalie schnell die Dokumente ein. Livia jammerte, denn sie musste aufs Klo. Im Warteraum wurde klar, dass die zamg Unrecht hatte, denn es hagelte und gewitterte vom Feinsten. Livia gings aufs Klo, weinend, denn sie wollte sofort ein Eis und sorgte sich was passiert, wenn es bis in die Abendstunden regnet und hagelt. Ich stillte Rosalie. Eine Mutter mit drei Kindern wies indessen neben uns ihren Ältesten verzweifelt an, die Kaugummis unter den Stehtischen nur zu zählen und bitte nicht anzugreifen. Zwischen uns standen Leute, die einen Umbau im Wartebereich planten und besprachen diesen miteinander. Rosalie konnte sich halbwegs konzentrieren trotz der geschäftigen Geräuschkulisse und weinte nur wenig die Brust an.

Der Gott der Mütter ist eindeutig der Gott des Trubels.

 

Das 60-Dezibel-Kind

Genoveva hat einen Liebhaber. Oder einen Partner. Ich weiß es nicht. Genoveva arbeitet nämlich mehr und ich hab seit Rosalie weniger Zeit, wir sehen uns also weniger und deswegen krieg ich nicht viel mit. Also weiß ich nur, dass es zeitweilen ein bisschen Probleme gegeben hat, sie waren getrennt und sind es jetzt gerade nicht mehr. Gesehen hab ich ihn heute. Genoveva hätte uns einander vermutlich vorstellen wollen, aber er hat die Initiative ergriffen. Zuerst hat er Livia gefragt, ob sie das 60-Dezibel-Kind ist. Dann hat er Rosalie angeschaut und dann hat er gefragt, ob ich eigentlich den Burschen kenne, der so laut Musik spielt. Lustiger Knabe, natürlich kenne ich in unserem 8-Parteien-Haus den Burschen, der so laut Musik spielt und alle paar Jahre besoffen auf der Stiege herumliegt. Der Liebhaber oder Partner hat mir dann gesagt, dass er mit dem Burschen eh schon geredet hat. Er ist zwar selber ein Lieber, aber er kann schon sehr streng sein, auch wenn man ihm das nicht ansieht.
Genoveva hat gesagt, sie werden jetzt dann gehen.

60 Dezibel sind  übrigens so viel wie eine Nähmaschine.

Ich würde meinen Livia pendelt sich eher bei 110 Dezibel ein, wenn sie eine Krise hat. Symphoniekonzert. 😉

War nett ihn kennenzulernen. Wie er heißt, hab ich aber nicht herausgefunden. 😉

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn. 1 Comment »

Unser Leben

Ich hab so lange nicht geschrieben. Die Flohplage hatte uns im Griff. Nach einem erneuten Biss, nachdem schon Ruhe eingekehrt war, beschloss ich, den Kammerjäger zu holen. So verbrachten der Tiroler, Rosalie, die Katze und ich am 22. Dezember ein paar Stunden im Auto, im Weihnachtsverkehr, während unserer Wohnung vergiftet wurde. Livia war im Kindergarten. Wir leisteten uns eine Nacht im Hotel und kehrten am nächsten Tag in unsere Wohnung zurück. Zur Flohplage habe ich nichts Lustiges zu sagen. Es ist schlimm, wenn man sich daheim nicht daheim fühlt. Wenn man den ganzen Tag mit Baby daheim ist, dann sind diese Bisse, was schlimmes. Diese Vieher kommen bis ins Bett und man wird hysterisch und fürchtet sich vor kleinen, schwarzen, fast unsichtbaren, springenden Punkten und alles ist mühsam.

Und dann war Weihnachten.

Und dann war Jänner.

Alles wieder aufräumen, alles waschen, bisschen Langeweile genießen.

Und dann wurden wir alle krank. Und wie das mit Rosalie ist, kann man im letzten Beitrag lesen. Und für mich ist es Wahnsinn. Krank sein, fast 39 Grad Fieber haben, Stillen, nichts essen können, immer schwächer werden, husten müssen, wegen Schnupfen nicht schlafen können, das Kind inhalieren lassen müssen, dem Kind Topfenwickel machen. Dann eine Brustentzündung bekommen, weil einem alles zu viel ist und man das ja nicht schaffen kann. Trotz Teilung der Arbeit mit dem Tiroler ist es sehr viel. Und Livia verbrachte ihren 6. Geburtstag dann allein vorm Fernseher und mit einem neuen Puzzle. Das war nämlich der Tag, an dem der Tiroler und ich am kränksten waren.

Vermutlich wird alles gut. Damit Platz für den nächsten Irrsinn ist.

 

Babys erste Krankheit

Rosalie ist krank. Genauso wie Livia, der Tiroler und ich. Seit einer knappen Woche. Grippaler Infekt, typisch mit zwei Fieberspitzen, soll heißen: Du glaubst Du bist gesund und dann kriegst Du doch noch einmal Fieber. Rosalie hustet, weil der Schleim in den Hals rinnt. Das will sie nicht. Also hustet sie und wenn sie gerade getrunken hat, spuckt sie die ganze Milch wieder hoch. Oder wenn sie weint, weil sie gerade unglücklich ist. Das führt dazu, dass man mehrmals täglich das Bett überzieht, wenn man Pech hat. Wir haben derzeit viel Pech.

Heute war sie im Wartezimmer der Kinderärztin unglücklich. Also zuerst nicht. Zuerst wollte sie trinken. Doch plötzlich wurde sie unglücklich. Sie schrie sich rein und rein und rein und verteilte spontan einen Viertel Liter soeben getrunkene Milch im Wartezimmer unserer Kinderärztin. Am Boden, auf den Spielsachen, in den Spielsachen. Und natürlich auf meinem Pullover. Ich putzte das und eine Mitmutter war so freundlich mir zu helfen und zu übernehmen,  denn wir waren schon dran. Rosalie war in diesem Moment unglücklich und beschloss das die nächste Dreiviertelstunde laut kund zu tun. Sie war es als sie abgehört wurde, liegend und bei mir am Arm. Sie war es, als die Kinderärztin was aufschrieb und ihr fernblieb. Sie war es als Blut abgenommen wurde am Kopf. Sie war es als wir nach einer Dreiviertelstunde gingen. Die Frage nach Entkräftung wegen dem häufigen Ausspeien von Milch stellte sich nicht mehr. Das Kind ist vital.

Flohcircus

Also bei uns sind die Flöhe eingezogen. Voll nett. Der Kater hat Flöhe – die können übrigens via Luftwirbel auf den Balkon gelangen – und da ich damit nicht gerechnet habe, hat er jetzt schon viele. Hatte er. Bei der Entdeckung. Denn jetzt verfügt er bereits über ein paar giftige Hautschichten und jeder Floh der hineinbeißt stirbt innerhalb von 24 Stunden. Ich hab die Wäsche gewaschen. Damit meine ich, ich habe den gesamten Inhalt der kindlichen Kleiderschränke gewaschen und einen großen Teil der unsrigen. Abgesehen davon, dass ich jeden Tag sauge und die Böden mit Insektizid einlasse. Wir erinnern uns, dass der Grund meines Zuhauseseins ist, dass eine knapp Viermonatige versorge. Und am Nachmittag eine knapp Sechsjährige dazu. Sie allein würden mich schon genug beschäftigen. Zum Waschen bin ich mehrmals in Graz einzigen Waschsalon gefahren mit mehreren Müllsäcken voll Kleidung. Hab alles gewaschen und getrocknet und bin mit frischen Müllsäcken nach Hause gefahren. Weil ich nämlich die Angewohnheit hatte, die Wäsche am Boden zusammenzulegen. Mit Rosalie neben mir. Tja. Nachdem ich des Katers Flöhe entdeckt hatte, hatte ich eine Ekelattacke, die ich mit hygienischen Maßnahmen beruhigen musste. Und hab mir eine ganze Woche lang für jeden Tag Babysitterin oder Putzfrau geholt. Einmal ist der Tiroler, der bis zum Hals in einem Projekt steckt, früher gekommen und einmal ist Ernestine gekommen, die sich mein Elend nicht mehr anhören hat können. Danke Ernestine, das vergesse ich Dir niemals. Mit Ernestine und beiden Kindern war ich dann auch im Waschsalon. Bettwäsche waschen und so. Ernestine und Livia haben mit einem Papierball Fußball gespielt. Dann ist der Tiroler gekommen, Ernestine ist Bauchtanzen gefahren und wir haben alles nach Hause geschleppt. Dort habe ich alles eingeräumt und erledigt und dann hab ich die Krise bekommen. Nicht nur, dass das alles zu tun war und ist. Es hat sich dann auch noch Livia einen grippalen Infekt aufgerissen.

Auf der positiven Seite bin ich in der Woche auch Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision geworden. Ich war beim Zulassungsgespräch und ich war nicht einmal aufgeregt, weil die Flöhe meine Welt so infiltriert hatten.

Morgen fahre ich ins Ortstafelland um mich zu erholen. Die Flöhe beißen nämlich alle mich. Das und die Tatsache, dass der Tiroler außer Haus arbeitet, macht, dass er entspannt ist, während das Mittel auf dem Kater wirkt und die Flöhe peu à peu abgemurkst werden. Peu à peu ist mir zu langsam, denn ich bin jeden Tag den ganzen Tag mit dem Thema konfrontiert, weil meine Arbeit eigentlich Rosalie ist. Und Livia.

Die Schnur

Ich erwähnte, es muss im August gewesen sein, dass Frau Vi ungerechtfertigterweise unter einer Schnur leidet, die bei uns am Balkon hängt und von der es nach Regenfällen hinunter auf ihren Balkon tropft. Die Schnur haben wir schon lange angebunden, sagte ich, nahm Frau Vi damit gemeinerweise nicht ernst und ging. Jetzt bin ich aber kürzlich am Balkon gewesen und habe Kluppen eingesammelt, die Livia immer für den Winter sammelt. Die Kluppen hängen nach dem Sammeln aus dem Kluppenkübel am Katzengitter. Das Katzengitter ist lange Zeit unnötig gewesen, da unsere einst übergewichtige Katze garantiert nicht zwei Meter in die Höhe klettert um einen Vogel zu jagen. Aber gut für Winterkluppen ist es. Also jedenfalls entdecke ich die Schnur, die Frau Vi gemeint hat. Es hängt und tropft nämlich die Schnur, die den Katzenrausfallschutz mit dem Balkon verbindet, nicht die andere, an der ich in meinen boshaften Phantasien am liebsten ein Vogelhaus aufhängen würde. Dann würde sie sich nämlich nach den Wassertropfen sehnen. 😉

Doch kein Fall für die Osteopathin

Magen-Darm, Hand-Mund-Fuß und jetzt haben wir eine Erkältung. Livia schleppt alles heran, wir fangen alles auf. Rosalie geht es hoffentlich gut. Muttermilch ist doch ein tolles Nahrungsmittel. Wahnsinnig wäre ich, wenn ich darauf verzichten würde. Ich bestrahle indessen mein Ohr mit Rotlicht.

Mutterschaft mit einem Baby ist ein Wahnsinn. Wahnsinnig schön. Wahnsinnig anstrengend. Es ist, als würde man, in einem Sumpf watend, Dinge erledigen müssen. Das ist ein bisschen anstrengend weil man nix weiterkommt. Man könnte jetzt einwerfen, dass man dann halt einfach nix tun soll an diesen Tagen. Ja, eh, das sag ich auch immer. Aber ein paar Dinge wäre schon fein. Zum Beispiel will ich dem Bauern, der uns einmal die Woche mit Gemüse beliefert, sein Geld überweisen.

Kurz: Ich habe Rosalie im Oktober 23 Tage lang den ganzen Tag herumgetragen. Ob ich das nicht hätte tun müssen, wenn ich schon 23 Tage vorher entdeckt hätte, dass sie in meinem Bett schlafen will anstatt in ihrer Wiege, weiß ich nicht. Will ich auch nicht wissen, denn immerhin hab ich ihr wahnsinnig viel Nähe gegeben und ihr Urvertrauen gepflegt. Am 23. dieses Monats habe ich es entdeckt. Seitdem macht sie drei Schläfchen im Tag. DREI. Das muss man sich auf der Mutterzunge zergehen lassen. Sie ist eine durchschnittliche 12Wöchige, die 3 Schläfchen macht. Ich habe quasi die Freiheit unsere Wohnung ein bisschen wohnlich zu machen.

Kurz hab ich mir überlegt, ob ich sie im Tragetuch, irgendwie verbogen habe, ihr eine Blockade zugefügt habe. Ich glaub, ich hab die böse Alte wieder getroffen, von der ich hier berichtet habe. Als ich nämlich vorm Tribeka in der Sonne gesessen bin. Die, die vor 50 Jahren Kinderkrankenschwester war und mir vor ein paar Wochen auf der Straße unbedingt mitteilen musste, dass das schädlich ist, das Kind im Tragetuch zu tragen. An die hab ich gedacht, als ich mitten in der Nacht, Rosalie weinend und verbogen, drüber nachgedachte habe, wo ich am Samstag eine Osteopathin finde.

Und dann hat sich am Samstag morgen herausgestellt, dass sie nur versucht hat sich zu drehen und sich geärgert hat. Alles gut. 😀

Und im Sumpf waten macht Muskeln.

3 Eier um halb 6

Maggie schreibt: „Ja, Deine Tochter kann wirklich verhandeln. Wer immer mit ihr beruflich zu tun hat, wird um Gnade winseln.“

Und das kam so: Der Tiroler machte Rösti mit gemischtem Salat. Livia ging zu ihm und wünschte sich noch Karottensalat und außerdem Eier. Zur Karottensalatherstellung war der Tiroler bereit, er weigerte sich jedoch Eier zu kochen, da er dann gleich keine Rösti machen hätte müssen. Rösti hatten wir ausgemacht, Rösti hatte sich das Kind gewünscht. Die Nichterfüllung ihres Eier-Mittagessens führte zu einer ausgewachsenen Schreikrise der Fünfkommafünfjährigen, die erste eine Stunde später wieder endete. Ich stillte in der Zwischenzeit das Babylein und vermied es das Schlafzimmer zu verlassen. Ich hörte ohnehin aus der Küche das Geschrei, das Thema der Auseinandersetzung und das Gefecht um Eier oder nicht Eier. Nach einer Stunde, der Tiroler hatte mitgeteilt, dass es Essen gibt, konnte ich es nicht mehr verhindern und setzte mich zu Tisch. Livia schrie und weinte noch immer. Der Tiroler wurde daraufhin sauer und laut. Wenn man ihn kennt, kann man es sich kaum vorstellen. Der Tiroler wird nämlich äußerst schwer sauer und sehr selten laut. Ich beschloss Dinge, die er in solchen Situationen manchmal tut, nicht zu tun. Also sagte ich zB nicht heimlich „ach, ein Ei, ich mach Dir eines, aber nur eines, ja?“. Und ich wurde auch nicht sauer wie sonst, sondern machte auf guter Cop, liebe Mami, verständnisvoll. Ich beruhigte Livia, während der Tiroler vor Zorn die Küche verließ um Rosalie zu beruhigen, die schon wieder weinte. Rosalie hat eine Phase. Die Phase heißt: „Selbst wenn Du mich im Tiefschlaf ablegst, werde ich sofort weinen.“ Sie braucht Nähe. Deswegen trage ich Rosalie seit ein paar Tagen permanent herum. Der Tiroler war also bei Rosalie, Livia und ich schwiegen und aßen. Livia entschuldigte sich und meinte, sie hätte dann gern zur Jause ein Ei. Ich sagte, sie könne eines zum Abendessen haben um halb sieben – ich wollte dem Tiroler weiterhin nicht in den Rücken fallen. Sie sagte, bis halb sieben würde sie es nicht aushalten, immerhin habe sie schon seit sieben Wochen kein Ei gegessen, sie wolle ein Ei um vier. Ich sagte, es gibt ein Ei um sechs, sie sagte, sie will ein Ei um fünf. Ich sagte, gut, es gibt ein Ei um halb sechs. Sie sagte: „Gut.“ Dann sagte sie, wenn es halb sechs ist, müssen es zwei Eier sein. Ich willigte ein. Sie roch Lunte und sagte, sie hätte lieber drei. Ich sagte „jetzt ist Schluss, zu viele Eier sind nicht gesund.“

Das Kind wird dereints Lohnverhandlungen führen und die anderen werden vor ihr in die Knie gehen und froh sein, wenn sie ihr alles geben können was sie möchte. 😉

Ganz oben auf der Leiter

Ich mag ja diese Omasprüche und deswegen darf man mir auch damit kommen. Zwischen Mitternacht und jetzt habe ich mit dem Tiroler einen Plan geschmiedet und ein Mail geschrieben um überhaupt einmal einen Termin zur Selbsterfahrung auszumachen. Wir haben uns drei  Varianten der Rosalie-Betreuung überlegt und eine davon wird klappen. Die Frau, die mir meine Homepage macht, hat mir geschrieben und mir eine Checkliste übermittelt, mit der ich mich befassen muss. Dafür habe ich jetzt eine Woche Zeit. Also ja, neuer Tag, neues Glück, die Welt schaut heute schon wieder anders aus.

Außerdem habe ich erkannt, dass es praktisch ist, wenn man nichts kochen muss. Das spart Zeit. Ich ernähre mich von Butterkeksen und Vanillejoghurt. Wenn ich mich in der Menge zurückhalte vermehren sich meine Bauchkrämpfe nicht, aber ich kriege Kalorien, die ich fürs Stillen brauchen kann. Nicht dass ich dünn wäre, aber beim Stillen hungrig zu sein ist grausam. Da es bei Livia eine Woche gedauert hat, werde ich bereits am Dienstag wieder schmerzfrei sein und heute ist immerhin schon Donnerstag. 😉

Die gesparte Zeit nützt mir jedoch nur mäßig, denn Rosalie ist unrund und schläft keinesfalls allein. Rosalie akzeptiert jedoch  das Tragetuch und mag ganz offensichtlich Udo Jürgens  und schläft schon, während ich blogge. Ich eigne mich nicht für längeres Unglücklichsein. Deswegen strengt es mich zwar an, dass ich momentan so wenig Minuten wirklich verlässlich frei habe. Um vielleicht einmal auf meinem Meditationsbogen zu sitzen und da zu sein. Andererseits gibt es kaum einen besseren Meditationsgong als ein Baby. Entweder man nimmt das Baby selbst als Gong oder, wenn man das Gefühl hat, ohnehin nur mehr mit dem Baby befasst zu sein, stellt man sich das Handy einmal die Stunde und tut das, was man gerade tut, bewusst. Drei Minuten lang. Das habe ich für heute so eingestellt. Ich bin übrigens nicht nur mit dem Baby befasst. Jedenfalls nicht zu den vollen Stunden. Um 11.00 bin ich zB  oben auf der Leiter gestanden um auf den Schuhkasten zu kommen, auf den der Tiroler die Gemüsekisten vom Biobauern geräumt hat und habe darin die Biobauernrechnung gesucht.