Schöne Dinge tun

Was Vernünftiges… Also die Flöhe machen mich ein bisschen fertig. Ich bin draufgekommen, dass ich in solchen Situationen dringend jeden Tag was Gutes machen muss. Eine Freundin treffen, in die Stillgruppe gehen, mich bei psyonline.at anmelden, eine Supervisionsstunde ausmachen, an meiner Homepage arbeiten. So Sachen halt, die mich glücklich machen.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass Stillgruppen zutiefst feministische Einrichtungen sind. Weil wir Frauen uns dort wieder auf das besinnen, was wir auch noch können und was uns Ahnungslose ausreden wollen oder wo sie uns in Probleme bringen, weil sie den Babys Fläschchen geben. Wo eigentlich doch jeder weiß, dass die Milch erst einschießen muss und der kirschkerngroße Magen eines Baby die (ganz fette) erste Milch aufnimmt und dass das genügt. Jeder, der ein mittelgutes Buch gelesen hat, oder – noch viel besser – das Stillbuch von Hannah Lothrop, weiß das. Wieso man das im Krankenhaus nicht weiß oder ignoriert, weiß ich wiederum nicht.

Ich hab mir gedacht, ich hab das mit dem Stillen voll drauf, musste dann aber feststellen, dass ich doch einiges wieder vergessen hatte. Also falls eine Schwangere das liest: Stillen ist wirklich ganz natürlich, aber ein bisschen Know-How braucht es dazu schon. Deswegen: Lesen oder Stillberaterin bzw. -gruppe. Nicht warten, nicht leiden, sondern sofort hingehen, wenn was unklar ist. Und nicht der Mama oder Oma glauben, denn diese haben normalerweise nicht gestillt. Und schon gar nicht nach Bedarf.

Und wenn es dann klappt ist Stillen ein schönes Ding. Praktisch ist es und kuschelig. Gerade richtig, wenn der Flohcircus tanzt. 😉

 

Am Beginn der Menschheit steht Busen

Vier mit Katze habe ich als Kategorie eingefügt, nicht ahnend, dass die Katze krank ist. Sie hat was auf der Leber, man sieht es im Ultraschall. Und sie hat Gelbsucht, ist gelb wie eine Zitrone. Unter den schwarzen Haaren natürlich. Also eigentlich er. Er ist  ein Kater. Nach dem ersten Schock, denn das was auf der Leber ist wird ein Tumor sein, geht es nun wieder. Der Kater kriegt Infusionen mit Vitaminen und Tabletten und wir schauen, dass wir ihn so lang haben, so lang es ihm gut geht. Die Vitamine und die Infusionen haben dazu geführt, dass er wieder frisst und ordentlich trinkt. Und beißt. Er beißt gerne, weshalb wir ihn für einen Tiroler halten. Tiroler sind ja auch nicht die freundlichsten Menschen. Außer mein Tiroler. Der beißt selten.

Beim Urlaubsvertretungstierarzt, wo ich letzte Woche war und der das mit dem Ultraschall gemacht hat, habe ich dann eine Runde weinen müssen. Baby im Tragetuch, die kranke Katze in der Transportbox und beide müssen ins Auto. Da ist eine andere Patientenhalterin gekommen und hat gesagt, ich soll mich nicht aufregen.

Meine Katze ist sterbenskrank und ich soll mich nicht aufregen. Wie soll ich mich da nicht aufregen? Ich will mich aufregen! Und da das Kind auf der Welt ist, darf ich mich jetzt auch wieder aufregen, ohne dass ich gleich eine Panikattacke wegen meinem Blutdruck bekomme. Das Blutdruckmessgerät ist hinten oben im Kasten gelandet. Weit weg. Wo es verstauben kann.

Überhaupt bin ich draufgekommen, dass ich es wahnsinnig lustvoll finde, mich aufzuregen. Nicht wegen dem Kater. Das ist nicht lustvoll, sondern Schmerz. Lustvoll ist es mich darüber aufzuregen, dass Werbung und manche ÄrztInnen den Frauen einreden, dass ihre Muttermilch nicht ausreicht. Sie wollen uns sagen, dass die Industrienahrung besser ist. Das dürfen sie SO nicht mehr sagen, aber das vermitteln sie, die einen aus Geschäftemacherei, die anderen weil sie sich meist nicht auskennen. Bei meinem letzten Baby fütterte man mit 6 Monaten zu, wegen Allergiegefahr usw. Jetzt macht man es schon früher, es sind ja auch fünf Jahre vergangen, in denen die Wissenschaft tolle neue Erkenntnisse gewonnen hat. Ich glaube, man füttert zu, weil die Babys dann einen besseren Geschmack entwickeln könnten. Im Zuge dieses Aufregens hatte ich die Erkenntnis, dass Stillgruppen tief feministische Einrichtungen sind. Dort kann frau Vertrauen in ihren Körper bekommen. Der macht das nämlich schon, denn am Beginn der Menschheit steht nicht H*pp (oder ähnliche), sondern Busen.

Es kann die Frömmste nicht in Frieden leben…

Die Frömmste werde ich nicht sein, aber so eine unangenehmen Nachbarin bin ich nun auch wieder nicht. Ich lese gerade mein Leben in meinem Blog nach und bemerke, dass Frau Vi doch mehrmals vorkommt, über die Jahre sogar, inklusive ihrer Frage nach dem Wasser. Und wie mich das immer wieder beschäftigt. Das ist spannend. Dieses Thema würde ich mir nicht als mein Thema aussuchen. Wenn man aber quasi gezwungen ist, sich damit auseinanderzusetzen, weil man bei jeder Begegnung darauf angesprochen wird, dann ist es nicht mehr so leicht. Auf einmal ist etwas mein Thema, das ich mir nicht so ausgesucht hätte, weil diese Beharrlichkeit mich ärgert. Widerstand leisten und es einfach nicht aufnehmen ist mir offenbar nicht möglich. Ich kann es aber nicht zu sehr aufnehmen, sprich, ich habe wieder etwas Gelassenheit und Humor gefunden.

Vielleicht muss ich wieder einmal schreiben, dass es vielleicht einmal im Monat einen Wasserunfall gibt. Dabei rinnt, wenn es hoch kommt, 1/8 Liter Wasser hinunter. Die Sache mit der Schnur habe ich noch einmal überprüft. Diese Schnur hat Frau Vi schon vor Jahren angesprochen und uns gebeten, ihr Ende gut anzubinden, damit das Wasser nicht auf ihren Balkon tropft. Das haben wir damals selbstredend gemacht und so war es auch gestern noch. Also keine objektive Gemeinheit meinerseits, sondern wirklich ihre besondere Sensibilität, die sich plötzlich wieder dieser Schnur besonnen hat.

Zurück zur Frage meiner Macht und meiner Autonomie und meiner Abgrenzungsfähigkeit. Livia versuche ich beizubringen, dass sie sich über Leute, die sie ärgern (Kinder, Opa) nicht ärgern soll. Es ist sinnlos. denn diese legen es ja manchmal gerade darauf an. Frau Vi nicht. Sie legt es nicht darauf an. Sie hat wirklich das Bedürfnis keine Wassertropfen auf ihrem Balkon zu haben und sie gibt mir übermäßig oft die Schuld dafür, wenn sie Tropfen wahrnimmt. Ob sie welche wahrnimmt, die da nicht sind, kann ich nicht beurteilen, denn ich gehe ja nicht schauen. Und wir haben nicht nur Wasser. Das Kind ist zu laut – obwohl das ja nichts macht. Früher einmal war ich es, die zu laut gegangen ist. Doch, es kann schon Stress auslösen, wenn man immer wieder so ein Thema hat. Zum Glück ist sie 90 und wird uns nicht für immer und ewig ärgern. Außer sie spukt später einmal, das wäre ihr zuzutrauen. 😉 Wahrscheinlich im Kachelofen. 😀

Aus einem Elefanten eine Mücke machen

In Wirklichkeit ist es so, dass ich Ende Juli hier sitze und blogge, weil ich gerade lustig bin. Und dann klicke ich an, wann der jeweilige Beitrag publiziert werden soll. Ein wunderschöner Zustand, denn so komme ich von einem zum anderen und habe Spaß. So viel Zeit werde ich ab Rosalies Geburt so schnell nicht wieder haben und deswegen ist es auch ein Genuss. Kann sein, dass ich sie bei Publikation schon am Arm habe. Das werde ich dann natürlich kundtun. Was soll ich sonst schon machen, wenn ich warten muss, nicht viel raus gehen will, nur wenige Leute treffen will und aber auch nur partiell grantig sein will?

Und da fällt mir ein, dass ich eine Schokolade gesehen habe, mit dem schönen Titel „Aus einem Elefanten eine Mücke machen“. Das Motto gefällt mir ja ausnehmend gut, weil es das ist, was ich versuche in meinem Leben. Ich habe eine Sache, die mich ärgert oder belastet. Aber ich bemühe mich – so gut wie möglich – darum Tag für Tag, Stunde für Stunde, Moment für Moment so wahrzunehmen wie sie gerade sind. Das heißt, ich kann mich vielleicht über jemanden ärgern oder einen Schmerz haben, aber ich koche mir auch ein Essen, spreche mit einer Freundin, schreibe ein sms, produziere Vitamin D und genieße dabei den Blick in den Innenhof, ich gehe arbeiten und habe dabei gute Gespräche, ich lache mit Kolleginnen. Wie viel Zeit bleibt also mich zu ärgern oder belasten zu lassen? Dem könnte man natürlich entgegenhalten, dass es gut ist, über die Dinge auch nachzudenken. – Ja, natürlich. Aber üblicherweise ist beim 7. Mal Nachdenken schon alles Wesentliche gedacht und es kommt nichts Besseres mehr nach. Manches muss man durchstehen, weil es halt gerade schwierig ist. Manches muss man erwarten können und es hilft einem nichts, die ganze Zeit darüber zu sinnieren, dass man eigentlich ungeduldig ist.

Da hat mir vor einiger Zeit jemand in Trennung erzählt, dass sie einfach Moment für Moment lebt und sich interessanterweise gerade jetzt bewusst wird, wie viele interessante Begegnungen sie hat. Ich finde es beachtlich, wenn man gerade in einer schwierigen Lebenssituatin zu so einer Erkenntnis kommt…

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Was tu ich nur?

Heute war ich bei der Hebamme. Also ICH finde ja, das Kind liegt tief und wird rausfallen. Die Hebamme meint, das Kind kann noch tiefer. Es dichtet nicht ab – die Ärztin war anderer Meinung – wird aber im Falle eines Blasensprungs runterfallen wie ein Stöpsel. Rausfallen sicher nicht. Ich soll nun jedenfalls doch liegen, falls Blasensprung… Nun gut. Ich habe beschlossen, ich geh einmal shoppen und überlege mir, wie und womit ich die nächste Woche verbringe. Zum Shoppen ist mir dann nichts eingefallen – Kleidung ist witzlos, Bücher kauf ich auf dem Tablet, Eis ist nicht Shoppen sondern Grundbedürfnis und überhaupt muss man für alles so weit gehen. Nur trödeln ist auch blöd. Vielleicht kann ich noch irgendwas angehen. Für heute nachmittag wären zwei Demos angesagt in Graz. 😀 Wäre interessant, ob das jetzt für Hochschwangere auch unbequem wird in Österreich oder ob man da noch geschont ist. Mülleimer herumwerfen oder -rollen kann ich eh nicht mehr (und tue ich auch sonst selbstverständlich nicht – vielmehr geht mir die Gewalt  von jeder Seite mords auf den Nerv und finde sie niemals gerechtfertigt, sondern einfach nur widerlich und dumm). 😉  Erfreut habe ich festgestellt, dass der deutsche Student, der verurteilt wurde, berufen hat. Davon bin ich aber ausgegangen. Denn wenn einer bei Gericht nichts beiträgt und dann nicht beruft, hat er was angestellt oder ist doof. Aber bitte, ich bin ja nicht seine Anwältin und kenn den Akt nicht, daher weiß ich es nicht wirklich, es macht mich das Verhalten nur gleich skeptisch wie das was über Staatsanwaltschaft und Gericht zu lesen ist. Das wird vermutlich eine europäische Sache und schadet dem österreichischen Niveau sicher nicht.  So von außen läuft das schon sehr eigenartig… Zurück zum Thema.

Ich könnte meinen Blog in ein Buch bringen. Da scheint es ein Programm zu geben. Damit wäre er gesichert. Schreibwerkstätten oder ähnliches finde ich so spontan keine mehr. Für einen ganzen Töpferkurs ist es zu spät. Ich könnte vielleicht noch einmal alle möglichen Leute treffen an unmöglichen Orten, an die ich so schnell nicht mehr komme. Oder irgendwelche lustigen Dinge tun mit denen. Jeden Tag was anderes? Aber dann muss ich meine tolle Einsamkeit aufgeben, die nur unterbrochen wird von meiner wieder entflammten Internetsucht. 😉 Aufräumen mag ich nicht mehr. Es ist so halbwegs akzeptabel hier und welche Kisten noch wohin… Mir ist das egal, das ist langweilig. Also was tu ich nur mit mir?

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Geschwisterlichkeit

Von Geschwistern habe ich keine Ahnung, von den Problemen nicht und auch nicht von den tollen Seiten. Einfach weil ich keine habe und meine damalige Welt nie eingeschränkt wurde dadurch, dass da jemand dahergekrabbelt kam und meine Sachen kaputt machte. Dadurch kann ich aber auch leicht großzügig sein, schließlich habe ich nie was hergeben müssen, mit mehr oder weniger Zwang, wie das halt so ist. Also ein Thema, das ich nicht kenne, das ich nur beobachten kann. Und es fällt mir auf, dass es manchmal sogar bei Erwachsenen beobachtbar ist, wenn sie einer von mehreren waren. Das muss ich sagen, denn was Einzelkindern alles nachgesagt wird, ärgert mich. 😉 Und dann gibt es natürlich viele andere Aspekte, zum Beispiel den, dass man, wenn es gut geht, einander hat.

Livia freut sich ganz fürchterlich auf ihre Schwester. Sie zählt schon die Tage und erwartet, dass sie dann nicht mehr allein ist. Sie hofft, dass das Schwesterchen ganz bald gehen und mit ihr spielen kann. Ein Besuch des kleinen Sohnes von Herbert und Helene hat eine andere Realität hineingebracht. Der kleine Bernie wirft begeistert Türme und  Häuser um, klettert über die Rutsche auf ihr halbhohes Bett und er versteht noch nicht, dass man sich beim Rutschen abwechselt und mit 1,5 Jahren bleibt nur, dies ungefähr 500 Mal zu zeigen und zu wiederholen… Sie tut sich schwer, sich einen Ort zu suchen, wo sie was für sich machen kann und weint, weil sie zwei Stunden Besuch nicht aushalten kann. Ich komme mir vor, als würde ich in eine Kristallkugel schauen und sehe schon, dass dieser Aspekt zweifelsohne auf uns zukommt.

Wie gut, dass ich es  ein bisschen geahnt habe und die Tischlerin schon hier hatte, um eine Plattform zu planen, auf die Livia sich zurückziehen kann. Das Wohnzimmer ist der Ort für alle, auf ihrer Plattform kann sie das tun, wo sie nicht gestört werden möchte.

Großer Altersabstand oder nicht. Wenn sie einander mögen, dann werden sie es auch mit fünf Jahren Altersunterschied machen und wenn das nicht der Fall ist, mieten wir die Nachbarwohnung dazu. 😉

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Pränataldiagnostik

Bei Livia geriet ich in ihre Fänge, als die Ärztin ein vergrößertes Nierenbecken sah. Wir erlebten ein paar Stunden wilde Sorgen bis die Tante zurückrief und sagte, dass ihr Freund, der Professor, meint, dass 1/3 aller Mädchen erweiterte Nierenbecken haben und wir alle, die wir noch nicht gescreent worden sind, unsere Nierenbecken gar nicht kennen. Das tat gut. Mittlere Sorge blieb bis zum Organultraschall. Ich denke, es ging um die Versicherung. Einerseits weil sei es angekündigt hatte, die Ärztin. Und andererseits war nullkommajosef von einem erweiterten Nierenbecken zu sehen. Mit einem blauen Auge gingen wir heim und waren froh. Man hatte nichts gefunden, ich durfte wieder unbeschwert schwanger sein.

Dann kam die Fehlgeburt.

Dann saß ich schwanger und aufgeregt bei der Ärztin und hatte einen hohen Blutdruck. Ein paar Wochen später, wo wir kontrollierten, ob das Herz weiterhin schlug, hatte ich wieder einen hohen Blutdruck. Man muss nicht über übermäßig viel Empathie verfügen, um die Aufregung nachvollziehen zu können.

Ich landete in der Ambulanz zur Abklärung. Ich wurde perfekt aufgeklärt, meine Fragen wurden beantwortet, die Leute dort sind sympathisch. Ich dachte mir, dass ein Präeklampsie-Screening so blöd nicht sei, denn dann hätte ich meine Ruhe – wie beim Organscreening damals. Ich wurde in eine Studie gesteckt – da wurde ich nicht gefragt, war mir jedoch dessen bewusst, dass ich zustimmen musste und unterschrieb schließlich auch viel zu schnell. Beim Ultraschall war alles bestens, ich habe außerdem keinerlei Risikofaktoren, außer meinen dort grenzwertigen Blutdruck und eine Elfe bin ich nicht. Keine Ahnung, wie sie den BMI einbeziehen. Riskant soll er ab 35 sein, aber davon bin ich meilenweit entfernt. Und dann kam die Blutabnahme. Eine Woche später erreichte mich ein Brief. Auffälliges Screening, ich solle täglich ein Thrombo-Ass nehmen. Mein Risiko auf eine Präeklampsie sei 1:141. Einen Referenzwert gab es nicht. Ein Anruf in der Ambulanz ergab, dass man keine Zeit hatte, sich um solch Banales zu kümmern. Ich erkundigte mich bei den Gestosefrauen und stufte schließlich selber 1:141 als gering ein, regte mich weitgehend ab und ging heute wieder hin.

Meine erste Frage war die nach dem Referenzwert. Was für ein Risiko hat eine Frau wie ich, wenn alles gut ist.

Ihr Risiko ist 1:150.

Das heißt:

– Eine von 141 Frauen mit meinen Werten kriegt eine Präeklampsie. Das sind 6,3 von 900.

– Eine von 150 Frauen mit Normwerten kriegt eine Präeklampsie. Das sind 6 von 900.

Mein „gesteigertes“ Risiko, weshalb ich ein Thrombo-Ass täglich nehme ist also,  0,3 von 900.

Aha.

Ehrlich gesagt habe ich dort gelacht und der Arzt war sauer, denn irgendwo muss man ja die Grenzwerte festlegen. Ich war lange nicht so cool wie ich gerne gewollt hätte, weil ich zwischendurch immer wieder aus meinem Schwangersein, aus meinem Bauchgefühl falle. Wie soll ich es wachsen lassen, wenn immer wieder alles in Frage steht? Das macht uncool. Aber jedenfalls habe ich wiederum genauestens alle meine Fragen beantwortet bekommen. Wiewohl mir auch genau geschildert wurde, dass all das bis zu einer stationären Aufnahme gehen kann. Und dass ich nichts kriege, wenn ich nur mein Thrombo-Ass nehme.

Ich habe alles zur Kenntnis genommen und begonnen mich zu sammeln. Ich habe Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben. Ich hoffe, dass alles gut geht und wir werden es tragen, wenn was passiert, egal was passiert. Aber ich werde mich nicht, weil was passieren könnte, diesem Wahnsinn aussetzen. Ich will auf meiner Couch sitzen, Schwangerenbücher lesen und mich freuen, arbeiten und meinen Bauch stolz herumtragen, in Karenz gehen, Babywäsche sortieren. Ohne dass ich alle vier Wochen herausgerissen werde, zwei Tage  paranoid bin, keine Freude mehr habe, die Verbindung zu mir und zum Kind verliere. Das Kind, das so langsam aus dem Unbekannten in dieses Leben kommt, das im Verborgenen entsteht, weil eine große Kraft in mir ihre Arbeit verrichtet. Es soll nicht so ein Hin und Her erleben. Ich bin keine Anhängerin der Meinung, dass eine Mutter immer glücklich sein muss, damit es dem Kind gut geht. Das Kind soll vielmehr spüren, dass die Mama die Probleme zu lösen weiß. Es kann mal schlecht gehen, aber es geht auch wieder gut. Das habe ich im Angebot und das kriegt es. Deswegen lassen wir diese totalen Tiefpunkte ärztlicher Kontrolle jetzt aus. Diese Sorgen gehen für uns alle viel zu tief.