Verantwortung und Konsequenzen

Das Thema „Verantwortung“ beschäftigt mich. Einerseits weil ich den Prozess des Kartnig verfolge, der zwar wohl den Job des Präsidenten übernehmen hat können, einnahmenseitig. Das heißt, all das Gute, was diese Arbeit mit sich gebracht hat, zB Geschäftskunden, „Bewunderung“, hat er gut nehmen können. Verlangen, dass er einen Überblick über die Finanzen behält und darüber, welches Geld wo landet, kann man aber nicht. Sagt er. Im Gerichtssaal fühle ich mich als wäre ich im Theater. Das ist Satire. Es ist empörend. Es ist unfassbar. Ich bin zum Schluss gekommen, dass man, wenn man das Gefühl hat, ob es einer echt nicht kapiert oder ob er alle für blöd hält, beruhigt zweiteres annehmen kann. Und ich habe Recht. Die Protokolle der Vorstandssitzungen, zu denen er (verständlicherweise 😉 ) lieber nichts sagen will, klingen so, als ob er damals schon kapiert hatte, dass sein Verhalten nicht so ganz astrein war 😉 . 8,5 Millionen Euro hinterzogene Steuern (sagt der Staatsanwalt). Und das bei einem Verein, der von staatlichen Förderungen lebt. Es war nur zwei ODER drei Millionen. Sagt er. Und damit sagt er in Wirklichkeit, was ihm eine Million bedeutet. Aus spezial- und generalpräventiven Gründen sollte die Strafe sehr streng ausfallen. Finde ich. Ersteres weil er ein bisschen sehr „locker“ ist und zweiteres weil die Leute nicht (mehr) glauben sollen, dass sie alle Positionen annehmen können, wenn sie nicht in der Lage sind, ALLE Aufgaben, die sich daraus ergeben, zu übernehmen. Und das denke ich auch für die 7 Mitangeklagten. Ich glaube nicht, dass Erwachsene sich auf ein „mit hinein gerissen“ hinausreden können sollen. Wenn man Positionen übernimmt, dann bitte ganz.

Ähnliches in weltbewegender Dimension in Japan. Atomkraftwerke, die nicht auf die japanischen Gegebenheiten ausgerichtet werden – kann man im Standard nachlesen und auch bei Peter Pilz. Die AKWs waren auf Beben bis zur Stärke 8,5 ausgelegt, es wurde auch gewarnt, dass das zu wenig ist. Blöd aber auch, dass das Beben Stärke 9 hatte. Die Konsequenzen tragen wir alle, allen voran die Menschen, die dort leben, die ihr Zuhause (falls sie nach dem Tsunami noch eines haben) verlassen müssen. Ich frage mich, wo die Kinder von denen sind, die solche Entscheidungen treffen. Schon außer Landes gebracht, damit sie nicht verstrahlt werden? Wieso geht man mit der Welt so um, mit Menschenleben? Wieso sagen Leute, es ist „saubere Energie“, wenn nach einem Unfall, der einfach passieren kann (so ein Erdbeben wurde offensichtlich ja erwartet), alles tot ist?  Wieso ist die Möglichkeit so eines Unfalles nicht so abschreckend, dass man lieber nach Alternativen sucht?

 

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Schulerfolg

Ich bin in der Schule von Jahr zu Jahr besser geworden, was zwei Ursachen hatte. Die erste lag in der dritten Klasse Gymnasium, das Jahr, in dem ich vier Mahnungen hatte. Musik, Geschichte, Mathematik und Englisch. Alles im Grunde überhaupt kein Problem, wie man das mit 13 eben sieht. 😉 Außer Mathematik. Mathematik großes Problem. Wie ich da vor der Prüfung an der Tafel stand und meine flache Hand aus irgendeinem Grund die Tafel berührte und ich bemerkte, wie schweißnass diese dadurch wurde, stellte ich fest, dass mein Nervenkostüm für Prüfungen zwischen vier und fünf zu schwach war. Ich entschied, alle Schularbeiten meines Lebens positiv zu schreiben, um nicht einmal mehr ansatzweise Gefahr zu laufen, in so eine Prüfungssituation zu kommen. Das ist mir ziemlich gelungen.

Den zweiten Einschnitt, der sich jährlich wiederholte, begann nach der ersten Klasse Hotelfachschule: mindestens 2 Monate Sommerpraktikum in der Küche, im Service – jedes Jahr ein anderer Bereich, insgesamt vier Mal. Das Arbeiten war wirklich anstrengend, sodass ich beschloss zu studieren, um wenigstens nicht bis zum Ende meiner Tage herumkommandiert werden zu können. Jahr für Jahr wurde der Vorsatz größer und die Zeugnisse besser.

Da ich diese Erfahrung gemacht habe, haben mich schlechte Noten meiner NachhilfeschülerInnen nicht aufgeregt, sondern ich habe gewusst, dass ihr Schweiß-an-der-Tafel-Moment kommt. Ab dem Moment, wo mir klar war, dass ihre Noten nicht mein Verdienst (oder Versagen) sind, lehnte ich mich zurück, beruhigte die Eltern und unterrichtete wieder, wenn sie zur Vernunft gekommen waren. Wir hatten viel Spaß und Erfolg.

Wie heute Frau M. bei mir sitzt, am Abend bei einem Aperol mit dem Zusatz „poco alcolico“, was bedeutet, dass er gleich stark ist wie Sekt, und mir erzählt, dass sie ein halbes Jahr die Schule unterbrochen hat, um mit dem Dorfproleten auszugehen und von Mutterschaft, Hausfrauendasein und Kuchen  zu träumen, habe ich nicht schlecht gestaunt. Sie war über ein, zwei Noten ihres Kindes zutiefst besorgt im vorigen Jahr, was ich überhaupt nicht aufregend fand, eben wegen bevorstehenden Schweiß-an-der-Tafel-Moment. Während ich, täte Livia mit 17 über Vermehrung mit dem Stadtproleten und Schulabbruch nachdenken, in einem dauernden Nervenzusammenbruch leben würde.  Aber: Bei sich selber ist das natürlich was ganz anderes. 😉

Notdienst

Wie gut, dass es sowas gibt. Man schaut, welche Apotheke Notdienst hat, fährt dorthin und kauft sich ein Baby-Luuf.

Livia hustet. Für mich als Mutter klingt es abscheulich. Für die abgebrühte Krankenschwester-Freundin ist es ein normaler Husten. 😀 Gut, Livia hat also einen normalen Husten. Es stimmt ja auch, sie klingt wie ich, wenn ich richtig fest verkühlt bin. Aber ich bin groß, ich bin ja ich. Das ist was ganz anderes 😉

Schauen wir, wie unser Allerliebstes morgen drauf ist. Morgen ist entweder Abhören dran, oder Kartoffelumschläge. Auf jeden Fall wird sie drin bleiben und es fein warm haben. Während ich in die Spielzeugschachtel gehe und mich kundig mache, was es für Kugelbahnen gibt. Sie hat ja bald Geburtstag und es stehen Geschenke an und eine kleine Party. 🙂

Wessen Zeug ist es?

Wir haben hier Diskussionen, um ein Thema, die bei näherer Betrachtung in die Kategorie „Das ist was ganz anderes“ fallen.

Ich kriege eine Kaffeemaschine geschenkt, eine Nespresso-Maschine, die unseren – zugegebenermaßen knappen – Platz in der Küche noch mehr beengt. Er regt sich auf, weil das Zeug verstellt die Küche. Gleich wie über zwei andere Geräte, die aus meiner Familie gekommen sind.

Wir kriegen einen Entsafter von seiner Mutter. Sie bietet ihn uns an, wir können ihn haben, wenn wir wollen. Ich enthalte mich, damit ich im Falle der Mitnahme später besser äzten kann, was ich hiermit genüsslich tue. 😀 und wir nehmen ihn mit! – Ist hier jemand inkonsistent, wenn es um Entscheidungen betreffend Küchengeräte und den entsprechenden Platz geht? 😉

Und ein zweites habe ich auch noch. Das Livia-Zimmer gehört gemacht. Und zwar bevor sie maturiert und auszieht. 😉 Wir haben also im August das Hochbett abgebaut. Mein Süßer hat bei JEDEM Betreten des Büros lamentiert, dass das so nicht geht, dass da das Zeug herumsteht, dass ihn das stört… Ich soll das Bett wegwerfen. Gut. Ich habe es zu meinen Eltern gebracht, die es freundlicherweise aufgenommen haben.

Ebenso für August war angedacht, dass er seinen Schreibtisch ausräumt (Es ist JÄNNER. Aber morgen ist er fertig! Ehrlich! 😉 ). Im Herbst sind dann die Livia-Möbel gekommen, die jetzt in zweiter Reihe stehen. Und – ach Du großes Erstaunen – es stört nicht, dass das Zimmer so angeräumt ist?

Sich lieben heißt sich aushalten, sagt eine Freundin. Jawohl. Wenigstens brauche ich mich kein Sekündlein zu sorgen, dass er mehr aushalten muss, als ich. Ich darf mich genauso zumuten. Aber echt.

Der Name unseres Autos

Wie ich heute zum dm gehe um eine Schnullerkette für Livia zu kaufen, fällt mir eine Episode aus den Anfängen unserer Beziehung ein. Nicht meiner Beziehung zum dm, nicht der zu Livia, sondern der zu meinem Lieben. 😉

Also, am Anfang, als wir uns kennenlernten, lehnte er die Moderne kategorisch ab 😉 Er besaß kein Handy, war nicht motorisiert (kein Selbstbewegliches, wie er sich ausdrückte 😉 ), sein Fernseher war ein alter Computerbildschirm, Radio funktionierte nicht, weil eh nur Radio Helsinki vernünftig ist und das hört man online. Der Computer war – berufsgemäß – auf einem angessenen Niveau 😉 Und da erklärte er mir eines Tages in seiner süßen, überzeugenden Art, wie lächerlich es doch ist, dass die Leuten ihren Autos Namen geben. 😀 Im selben Gespräch – behaupte ich – etwas später – behauptet er – hat er mir dann gesagt: „Darf ich vorstellen, das ist mein Staubsauger, die blaue Elise.“ Nun, um wieviel weniger krank es ist, seinem Staubsauger einen Namen zu geben, als seinem Auto, weiß ich nicht. 😉 Ich hab damals gelacht und heute wieder.

Nun trug es sich zu, dass die besten Schwiegereltern von allen, nämlich meine, das Bedürfnis hatten, uns ihr altes Auto zu schenken. Und mein Liebster hat quasi sofort beschlossen: Das Auto heißt Aardvark, also das Erdferkel (die blaue Elise ist auch eins und auf sie steht er offenbar besonders, wenn er nun schon das zweite Gerät nach ihr benennt 😉 ). Aber natürlich ist das was ganz anderes. 😀

Herumstehen

Ein übervoller Papiermüll ist nicht unbedingt ein Grund sich um den Abtransport desselben zu kümmern. Das stört nämlich keinen großen Geist, solang noch Papiersäcke vorhanden sind, die man daneben stellen kann. Und im sogenannten Büro ist eh alles egal. Als ich den Papiermüll dereinst einmal sogar vor die Tür geschoben hab, damit mein Angetrauter sozusagen drüber stolpert und ihn nicht wieder vergisst, hat er ihn einfach auf die Seite geschoben und ist gegangen. 😀

Mit der Geschichte erzeuge ich insofern ein verkehrtes Bild, als die LeserIn, der Leser nun denken mögen, dass mein Mann sich haushaltlich nicht einbringt. Das ist allerdings nicht wahr. Vor allem Livias Geburt hat zu einem Eifer geführt, der mich positiv stimmt und mich allerorts schwärmen lässt 😉 .

Jedoch sind unsere Prioritäten unterschiedlich. Und hier werde ich wieder einseitig: Es macht mich nervös, wenn mehr Zeug hier ist als nötig. Ich werde in diesen Dingen traurigerweise gelegentlich nicht so ganz ernst genommen. 😉

Heute in der Früh, Kaffee, Augen gerade geöffnet, Frühstück. Es tönt von meinem vertrauten Gegenüber:“Wenn das Hochbett nicht bald wegkommt geschieht hier eine Gewalttat.“ Bloß weil es in unserem sogenannten Büro liegt und der Weg zur Wickelkommode einem Hürdenlauf gleicht. Sowas stört eigentlich keinen großen Geist, mein Lieber. 😉

Das Gemeine ist, dass ich gelacht habe und vorgeschlagen habe, die Einzelteile in der Wohnung zu verteilen, damit in jedem Raum ein bisschen Hochbett steht. Ist nicht so gut gekommen, muss ich zugeben. 😉

Über herumstehendes Zeug klagen – über herumstehendes Zeug klagen: Es ist natürlich was ganz anderes!

Den anderen nicht ernst nehmen – die andere nicht ernst nehmen: Es ist selbstverständlich was ganz anderes 😉

Zuhören

Ich frag ihn was, er nuschelt mir drei Mal eine Antwort, ich verstehe sie nicht, er schnauzt mich an, weil ich ihm nicht zuhöre.

Ich rede drei Monate davon, dass wir das Gitterbett an unser Bett stellen müssen und das Gitter irgendwie wegtun, weil ich will, dass unser Kind direkt neben mir liegt. Er sagt, er muss drüber nachdenken, wie das geht, nimmt eine Woche Urlaub – nicht fürs Gitterbett 😉 , sondern zum Kinderzimmer ausmalen und sogenanntes Büro ausräumen. Er will schließlich aus Innsbruck das Gitterbett holen, wo man die Stäbe entfernen kann. Kommt aber im Streitgespräch dann drauf was ich will und meint „eh kein Problem, das muss man nur abschrauben“. Und das nachdem er drei Monate so getan hat, als hätten wir ein quasi unlösbares Problem. 35 Sekunden haben wir gebraucht dafür.

a) Das ist natürlich was ganz anderes, weil ich höre ja wirklich nicht zu 😉

b) Das ist nur meine Sicht der Dinge. Ungerecht und gemein.

c) Der Einwand, dass eine emanzipierte Frau in der Lage sein müsste.. gilt nicht so recht. Weil wir teilen uns ja die Arbeit und es ist schön, wenn ich derlei abgeben kann.