Krank

Ich bin verzagt und ungeduldig weil ich schon wieder krank bin. Dabei kuriere ich meine Krankheiten immer schön aus, seitdem ich im letzten Winter ein Virus wochenlang mitgetragen habe und dann wegen dieser Idiotie zwei Wochen im Bett verbringen musste. Man lernt ja. Also war ich vor einem Monat gerade krank, dachte mir, dass ich es für die Saison geschafft habe, aber Irrtum. Der Tiroler schleppt so einen fiesen Virus an und ich krieg ihn auch. Am langen Wochenende! Die beiden schlafen und ich hänge mit meiner verstopften Nasen und schmerzenden Ohren auf der Couch, nach Zwiebel stinkend, weil ich mit Zwiebelsäckchen meine Ohren behandelt habe.

Ansonsten gut. Mein neu erwachtes Bedürfnis nach Überblickbarkeit hat dazu geführt, dass ich die letzten vielen Wochenenden damit zugebracht habe Überflüssiges zu entsorgen oder auf willhaben zu verkaufen. „Grüß Gott, ich rufe wegen des Regals an. – Würden Sie es um 10 Euro statt um 20 Euro verkaufen? – Könnte meine Tochter es am Freitag abend abholen. – Also nein, Freitag abend wäre mir schon lieber als Mittwoch.“ Sie hat das Regal am Mittwoch abgeholt, andernfalls ich unfreundlich geworden wäre. Ich ärgere mich noch ein bisschen, dass es ihm gelungen ist zu handeln und dass er dann weiter so dreist war, mich am langen Wochenende für Freitag abend noch einsperren zu wollen. Und zwar nachdem ich gesagt habe, dass ich am Wochenende nicht kann. Am Wochenende wollte nämlich der Tiroler mit Kind nach Tirol reisen und ich hätte hier Freiheit gehabt. Aber leider, Tiroler krank, ich krank, Freitag abend wäre nun doch kein Problem, denn ich werde am Freitag abend nichts vorhaben außer zu gurgeln. Ich werde nicht ausgehen, ich werde krank daheim herumliegen und herumjammern, weil das Leben so gemein zu mir ist.

Der Fahrschein

Der Tiroler und ich haben ein Thema und das geht so: Er hat eine Straßenbahnkarte und ich nicht. Ich leihe seine aus, vergesse, sie ihm zurückzugeben, er ärgert sich. Er erinnert mich oder er vergisst darauf, irgendwann fällt es mir ein und er kriegt sie zurück. Zum Glück hat er noch nie Strafe gezahlt. Am 26. März habe ich mir dann eine eigene Karte gekauft. Am 1. Mai habe ich festgestellt, dass ich zwei Karten in meiner Geldtasche habe… Er hat die Tatsache, dass er offenbar seine Karte einen Monat lang nicht hatte, gelassen genommen. Wahrscheinlich Übung.

Heute, Innenstadt, Straßenbahn, ich denke mir so beiläufig, ob ich wohl meine Straßenbahnkarte wieder habe… Der Tiroler und ich waren aus am 1. Mai und er hat beide genommen, weil zu faul für eine Handtasche war… Und wie ich diese Intuition hatte, meine Geldtasche gerade aufgemacht hatte, um Nachschau zu halten, kam zur Tür einer herein und sagte „Fahrscheine bitte“. Kein Fahrschein in meiner Geldtasche. Ich überlege mir, während der Kontrollmensch wartet, dass das jetzt die Form von sozialer Unannehmlichkeit ist, weswegen die meisten Leute Fahrscheine kaufen – kein Fahrschein –  und denke drüber nach, ob er nicht da ist oder ich ihn nicht finde, weil ich schon davon ausgehe, dass er nicht da ist – kein Fahrschein, die Leute rundherum schauen mich an, der Kontrollmensch will meinen Ausweis. Kriegt er meinen Führerschein, er schreibt, ich suche, denke drüber nach, wie ich das dem Tiroler verklicker, ist ja schon direkt aberwitzig, dass er an dreißig Arbeitstagen nicht kontrolliert wird und ich bereits am zweiten, da finde ich ihn. Alles gut.

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Einladung

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Schreibend mein Leben sichtbar machen.

Selbsterfahrung in der Schreibwerkstatt

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ich spüre mir nach

und schreibe mein leben

ich spüre mir nach

meinem wollen und schmerz

meiner liebe und angst

ich spüre mir nach

und schreibe mein leben

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Suchen Sie das, was in Ihnen bereits lebt und blüht und verleihen Sie dem Ausdruck! Lassen Sie sich von einem Impuls finden und gehen Sie dem im Laufe der Woche nach. Eine der Leiterinnen wird Ihnen dabei helfen, daraus eine Geschichte zu formen, die andere hilft nachzuspüren, was dieser Impuls mit Ihrem Leben zu tun hat. Beim zweiten Treffen werden die Geschichten vorgelesen und in aller Vorsicht besprochen. Wir freuen uns, wenn das Seminar Sie dazu anregt, weiter an Ihrer Lebens-Geschichte zu schreiben.

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8. und 17. August 2011, 18.00 bis 21.00

Eltern-Kind-Zentrum, Bergmanngasse 10, 8010 Graz

2 Einzelgespräche in der Zeit zwischen den beiden Terminen – nach Vereinbarung

Kosten: 70 Euro

Anmeldung: kathisalltagswahnsinn@gmx.at oder maria.kubin@aon.at

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Die Autorin von kathisalltagswahnsinn

und

Maria Kubin, Psychotherapeutin

http://mariakubin.wordpress.com

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Geschafft!

Ich weiß noch wie es voriges Jahr um diese Zeit war. Unsere Tagesmutter Elise war gefunden, wir wollten im August beginnen, mit einer halben Stunde jeden Tag. Ich habe gedacht, ich muss sterben. Ich meine, ich wusste, ich werde es bis zum Beginn meiner Gerichtspraxis geschafft haben, weil es für mich grundsätzlich schon in Ordnung war, Livia zur Tagesmutter zu geben, aber gleichzeitig habe ich es nur sehr schwer übers Herz gebracht. Geholfen hat mir, dass Elise, im Gegensatz zu manchen der anderen Tagesmütter, die ich angeschaut habe, nicht kluggeschwätzt hat über Frauen und ihr erstes Kind, sondern gut verstanden hat, dass das ein großer Schritt ist. Geholfen hat mir außerdem, dass Elise so entzückend ist, dass ich gerne selber zu ihr spielen gegangen wäre. – Gott sei Dank hat die Pädagogik in den letzten 30 Jahren Fortschritte gemacht. Meiner Kindergärtnerin hätte ich Livia jedenfalls nicht einmal fünf Minuten anvertraut. Gott im Himmel war das eine Katastrophe damals. Und ich kann das hier schreiben, weil niemand weiß wer sie ist. Und es ist mir 30 Jahre danach immer noch eine Lust, sie blöd zu finden und das zu sagen. Ganz ganz ganz blöd. 😀 Gut, zurück zum Thema… 😉 Geholfen hat mir auch, dass Livia dort hineinmarschiert ist und sich offensichtlich wohl gefühlt hat.

Nun ist das Gerichtsjahr vorbei, ich kann mir eine Arbeit im kleinkindkompatiblen Ausmaß suchen, Livia mehr bei mir haben und bin zuallererst einmal: FREI. 🙂 Frei, den Sommer zu genießen und frei, meine Zukunft zu planen, weil zwischen mir und meinem Leben nicht mehr ein Gerichtsjahr steht. Man reiche mir den Prosecco. 😉

Fortsetzung von Frau Holle ;)

3 Jahre danach

 

Goldmarie faulenzte im Garten, während ich die Netze für den nächsten Tag flickte. Männerarbeit. Aber was scherte mich das?

Nach dieser unseligen Geschichte mit dem Pech war ich ziemlich angefressen gewesen. Blöde Kuh. Frau Holle. Was soll denn das für ein Name sein. Rolle, Volle, Trolle… Frau Holle ging mir auf die Nerven. Meine Mutter ging mir auf die Nerven. Das blöd Pech auf meiner Haut ging mir auf die Nerven. Goldmarie ging mir auf die Nerven. Das Glückskind. Sie hatte es immer gut. Sie konnte das alles, ihr ging alles leicht von der Hand. Für mich waren die Dinge Mühe und ich scheiterte. Spinnen, Nähen, Sticken, schön sein. Ich musste nichts tun, also tat ich nichts. Ging auch. War fein. Alle sollen nach ihren Möglichkeiten leben. So hatte ich es immer gesehen. Und dann war ich nach Hause kommen mit dem blöden Pech und der Hahn krähte es in der ganzen Nachbarschaft herum. So nebenei: Dieses Jungfrauengetue ging mir auch auf die Nerven. Was soll denn das schon heißen? Würde ich eine andere sein, wenn ich mit einem Mann…? Wer interessierte sich für Männer? Ich mich jedenfalls nicht, aber das wusste niemand. Nicht einmal Mama.

Nach meiner Rückkehr hatte ich mich einen Monat lang vergraben, war viel zu schwach um aufzustehen und viel zu verzweifelt wegen meines Aussehens. Meine Großmutter, die ich damals noch für ein lästiges Weib hielt, weil sie immer an mir herumkritisierte, war bei uns gewesen und sie bestand darauf, mich zu ihrer Freundin zu schicken. In den Süden. Naja, Ausruhen von den Strapazen bei Frau Holle konnte ich mich da wie dort und vielleicht würde ich das Pech loswerden, wenn ich genug im Meer badete. Ich reiste mit dem Zug in den Süden und kam schließlich in diesem Dorf am Meer an, bei Klara. Eine Freundin meiner Großmutter. Ich war skeptisch, denn diese Frau musste gute Nerven haben oder, wahrscheinlicher, selber eine Schreckschraube sein. Andernfalls konnte man nicht mit meiner Großmutter befreundet sein.

Aber Klara war lustig, sie hatte lange graue Haare und viele Lachfalten. Sie hatte schon auf mich gewartet und mir ein schönes Zimmer gerichtet. Ich sollte mir eine Aufgabe aussuchen. Fischen, mich um den Haushalt kümmern oder bei der Olivenernte dabei sein. Ich entschied mich fürs Fischen, der Haushalt war nicht meines. Ein bisschen unverschämt fand ich schon, dass ich arbeiten sollte, aber irgendwo sah ich das ein. Mühsam war es, jeden Tag in aller Herrgottsfrüh aufstehen, aufs Meer hinausfahren, Tiere töten… Damit konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Aber ich lernte Isabelle kennen, eine schöne Frau. Ich fühlte mich wohl bei Klara, mit Isabelle …

Die Tage vergingen, einer wie die andere, die Gleichmäßigkeit tat mir gut. Ein Jahr nach der Ankunft erreichte mich mich ein Brief von daheim, der Goldmarie ankündigte. Ihr ging es schlecht. Sie hatte sich in der Zwischenzeit verlobt, sich weiter um Mamas Haushalt gekümmert und ihre zukünftigen Schwiegereltern versorgt. Das schaffte sie alles so locker wie immer, beneidenswert. Ihr zukünftiger Mann handelte mit Gewürzen und sie half ihm bei der Auslieferung und abends gingen sie aus. Mama schrieb, dass Goldmarie eines Tages weinte, weil sie das Bettzeug nicht gut genug aufgeschüttelt hatte und Mama war auch mit den Stickereien für das nächste Osterfest nicht zufrieden. Goldmarie wurde unleidlich, sie weinte, sie schrie und einmal warf sie sogar einen Kunden aus dem Geschäft, weil er die Qualität des roten Pfeffers kritisiert hatte. Goldmarie wurde zu uns geschickt, weil sie untragbar war und alles in Aufruhr brachte.

Klara erwartete sie, wie damals mich. Aber sie gab ihr keine Aufgabe. Klara drückte Goldmarie einen Liegestuhl in die Hand und sie musste das Faulenzen lernen.

Goldmarie und ich verstanden uns bald bestens. Ich half ihr mit der Faulheit und sie trieb mich an, wenn ich in der Früh zu spät beim Haus vorbeikam, in dem sie mit Klara wohnte. Das ließ ich mir gefallen, weil ich ja wusste, dass sie Recht hatte. Damals, zu Hause, hatte Mama nichts von mir verlangt, weil es mir so schwer fiel. Aber allen fällt etwas schwer. Mir das Arbeiten und Goldmarie das Faulenzen. Dem nachzugeben hat uns beiden letztendlich Pech gebracht. Frau Holle hatte das nicht verstanden, aber Klara hatte es sofort gesehen.

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Kein Licht aufgegangen…

Ich habe nicht mit dem heutigen Regenwetter gerechnet, als ich gestern nicht zur Tankstelle gefahren bin, um eine neue Glühbirne für vorne links zu besorgen. Ein Polizist hat mich am Samstag Abend darauf aufmerksam gemacht, dass mein Schweinwerfer kaputt ist. Das war direkt vor meinem Haus und ich wollte nicht mehr im Dunkeln zu einer Tankstelle fahren… Er hat mich auch darauf hingewiesen, dass ich vor jeder Fahrt einmal ums Auto herumgehen muss, um die Scheinwerfer zu kontrollieren. Wie soll ich jemanden ernst nehmen, der mir einen undurchführbaren Befehl gibt und so tut, als wäre dieser Vorschlag was ganz normales?? Er wird mir ja wohl nicht einreden wollen, dass er oder dass irgendwer auf der Welt –  mit Ausnahme von Monk vermutlich – vor jeder Fahrt alle Scheinwerfer kontrolliert…

Zweierlei Antworten hat der Tiroler vorgeschlagen. a) Ich habe das gemacht, der Scheinwerfer ist wohl während der Fahrt kaputt geworden. b) Ah, deswegen laufen die Polizisten in den Krimis immer so schnell um ihre Autos herum, bevor sie wegfahren. Sie kontrollieren die Scheinwerfer! 😀 – Ich habe mich für c) entschieden. Es war ein ehrliches „oje, das habe ich nicht gesehen, werde es aber richten.“ Wäre es heute nicht regnerisch, wäre es egal gewesen, ob das Licht geht oder nicht. So habe ich mich unwohl gefühlt, mit nur einem halben Licht…

Der Tiroler ist gerade vom gescheiterten Versuch, das Auto zu erhellen, zurück gekommen. Plan B: Werkstatt.

 

Aua!!

Gestern, als ich meine Arbeitswoche mit einem Glas Prinzessinnensprudel beendet habe, habe ich meine Bauch- und Rückenschmerzen dem Stress zugeschoben. Ich hatte eine Arbeitswoche hinter mir und ein zehnstündiges Seminar über Psychopharmakologie. Bei so viel Input darf man schon Bauchweh bekommen, das ist kein Wunder, dachte ich. Also habe ich heute Abend wieder ein Glas Prinzessinnensprudel genommen, in der Annahme, dass das Bauchweh eh nicht davon…. Schwerer Fehler. Das Bauchweh kam vom Sekt und nicht von der Arbeit, was bedeutet: Ich habe es jetzt wieder.

Die kritische Leserin fragt sich jetzt, wieso ich so viel Sekt trinke und ob ich nun dem Alkohol anheim falle. Am Samstag UND am Sonntag Abend! Dem ist hinzuzufügen, dass ich letzte Woche, es war Montag, glaube ich, auch ein Glas Sekt getrunken habe. Drei Mal in einer Woche. 😉

Ich finde das mit dem Bauchweh gemein, denn ich will heute tief und fest schlafen. Meine Woche mit Arbeit, Seminar, Kind und sonstigem hinter mir lassen, morgen mit Maggie und ihrer Familie in den Tierpark gehen und mein Gesicht in die Novembersonne halten. Maggie würde mir jetzt mitteilen, dass sie noch nie jemanden sagen gehört hat: „Ich fühle mich schlecht. Macht nichts, jetzt ist es eh gerade passend.“ 😉  Ja, eh. Aber heute will ich wirklich gar nicht. 😉

Am Rand

Bei einem Besuch in der Nervenklinik hab ich mir gedacht, dass manche Leute dort so an der Grenze sind,  zwischen Leben und Niemandsland, von Tod noch keine Rede. Am Stadtrand und am Rand der Gesellschaft.

Arg finde ich jedes Mal aufs Neue, dass die, die traumatisiert sind und davon logischerweise krank werden, in der Klinik liegen und einen Stempel kriegen und dass die, die traumatisieren, also zB missbrauchen, draußen frei herum laufen. Oft als angesehene Mitglieder der Gesellschaft. Die sich vielleicht auch noch bemitleiden lassen, weil eines ihrer Kinder auf die schiefe Bahn geraten und dann so abgestürzt ist.

Das kotzt mich an.

Prinzessinnenglas

Nachdem ich den Tag im Allgemeine-Psychologie-Seminar verbracht habe, sitze ich jetzt, müdemüdemüde auf der Couch und trinke ein Glas Sekt aus dem Prinzessinnenglas, einem Sektglas. Irgendwann habe ich gehört, wie mein Ehemann, der bis zu Töchterchens Geburt Prinzessinnen und die Farbe rosarot prinzipiell blöd fand, selbige gefragt hat, ob sie ihr Wasser aus dem Prinzessinnenglas trinken will. Ja, sie wollte. Und ja, er ist nicht mehr ganz so „cool“ wie früher, sondern ein ganz normaler, begeisterter Vater. Das ist gut.

Also ich sitze auf der Couch, trinke Sekt aus dem Prinzessinnenglas und werde bald schlafen gehen. Mein Seminar über allgemeine Psychologie war gut. Ich weiß jetzt, dass Livia in ihrer Sprachentwicklung klasse ist und dass ein paar Leute sich vorstellen können, mit mir wandern zu gehen. Eine Arbeit mit mir schreiben wollen schon weniger. 😉 Gut. Das freut mich. Das mit dem Wandern, meine ich. 😉 Aber ich erinnere mich noch an die Zeit, in der mit mir kaum jemand wandern oder eine Arbeit schreiben wollte und deswegen verstehe ich, wenn jemand solche Übungen nicht mag. Es muss echt nicht sein, dass irgendwer traurig ist.

Meinen Mutterfreuden bin ich nachgekommen, indem ich um halb sechs, freiwillig und nicht klagend,  aufgestanden bin, fast drei Stunden mit meinem Kindlein verbracht  und es am Abend wieder ins Bett gebracht habe. Nach der Lektüre von dem kleinen Ich bin ich, mit einer Wiederholungsschleife auf der Seite mit den Hunden, und dem großen und dem kleinen Hasen, sowie 25 Wiederholungen von „Ich lieb die Herbstzeit“ und 10 Wiederholungen von „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See“ hat sie geschlafen. Tief, fest und glücklich. „Baden, heute, Schwimmbad“ hat sie mir erzählt. Das ist nicht das Highlight ihrer Sprachfähigkeit, sondern „Die Giraffe liegt am Tisch oben.“ und „Da ist ein Auto.“  *stolz* Wahrscheinlich ziehe ich ein Genie groß, das 80 Sprachen beherrschen wird. Vermutlich eine zukünftige Literaturnobelpreisträgerin.  Ihrer Therapeutin wird sie erzählen, dass sie diese Fähigkeiten ausgebildet hat, ausbilden hat müssen, weil ihre Mutter sie vernachlässigt hat. Und sie wird schlussfolgern, dass ihre stolze Mutter in Wirklichkeit auch noch stolz ist auf ihr mütterliches  Versagen. Wir merken, ich fange wieder an herumzujammern, dass ich es mit Livia, Berufstätigkeit und Ausbildung vielleicht nicht gut hinkriege. Deswegen hör ich jetzt auf und kuschel mich zu meinem Kind. Bis zum Mond und zurück haben wir uns lieb. 😉

 

 

„Duschen ist lästig“

sagt mein Eineinhalbjähriges, das neuerdings Dinge lästig, lustig, nett oder fein findet. Der Sonntagsausflug führte uns, wie so oft, in den Tierpark nach Herberstein. Unsere Jahreskarte nutzen wir aus, wir haben Bewegung, das Kind hat frische Luft und ist dann müde. Das freut die Eltern, weil sie dann auch einen Nachmittagsschlaf halten dürfen.

Das Wetter ist ideal zum Hinausgehen.  Von drinnen schaut es traurig aus. Bin ich erst einmal draußen, dann sind der Nebel und  der leichte Sprühregen genau das, was meine Stimmung hebt. Im Laufe meiner diesbezüglichen Wetterstudien habe ich beobachtet, dass die Wetterjammerer meistens auf der verkehrten Seite des Fensters sitzen. Es ist draußen selten zu schlecht, um spazieren zu gehen, Drachen zu steigen, im Zoo Tiere anzusehen. Vermutlich wird Livia mich für diese Ansicht irgendwann hassen. 😉

Wieder zurück, auf der anderen Seite des Fensters, habe ich meine Computerhelden gebeten, mir meinen Desktop  so einzurichten, dass ich die Lautsprecher direkt regeln kann ohne dafür in der Systemsteuerung herumarbeiten zu müssen. Ich muss das versehentlich was gelöscht haben…Wider Erwarten hat er es sofort repariert und Augen, die meine Maus verfolgen, hat er auch noch installiert. Das ist gut so, denn normalerweise programmiert er in der Arbeit zwar komplexe Systeme, hat aber daheim grundsätzlich keine Ahnung. „Woher soll ich das wissen? Warum muss ich das machen?“ – Weil Du, mein Lieber, mir Linux angedreht hast und ich immer wieder ratlos dasitze. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass man Laufwerke ein- und aushängen muss, dass es nicht ganz easy ist, ein Programm zu installieren, ich wurde mehr oder weniger gezwungen, meine Arbeiten mit Latex zu schreiben (sprich: Latech – also nix, was Phantasien anregen sollte 😉 ) wodurch ich eine echte Heldin darin geworden bin. Wenn ich das eh alles brav mitmache, dann wirst Du wohl der Computerauskenner hier sein und Dich dieser Dinge annehmen oder wie?