Das Urenkerl

Großvater: Wenn Du noch was willst, dann nimm Dir.

Mutter: Willst Du n och was?

Großvater: Nein danke, ich bin satt.

Mutter: Gut, dann nehm ich alles. – Danke, gut wars.

Urgroßmutter: Butzilein, liegst du da unten am Boden, ganz alleine. Komm zur Oma.

Großvater: Willlst Du noch ein Eis?

Mutter: Gerne

Großvater: Du auch?

Urgroßmutter: Ich will Dir ja nicht Dein Eis wegessen.

Großvater: Geh, jetzt tu nicht so. Magst eines?

Gr Ja, gerne (fuchtelt herum) Schau Butzilein, schau. Und was haben wir denn da und willst Du gerne sitzen. Ja und Du bist neugierig, willst zur Mama schauen (fuchtelt weiter) ah, näher beim Tisch magst du.

Mutter (denkt sich): Warum bin ich bei der Behandlung nicht völlig nervös und hyperaktiv geworden? Oder war sie nicht immer schon so? Wurscht das Kind ist in die Familie geboren und gottlob ist die Entfernung ja da, sonst hätte ich ein Problem. Außerdem will ich der Oma nicht immter dreinreden. Es ist Ausdruck von Liebe. Ein bisschen verrückt und heftig. Aber es ist Ausdruck von Liebe

Urgroßmutter: Ja, jetzt kann man dich endlich anständig angreifen. Jetzt bist du nicht mehr so klein. Den Kuli willst Du? Nein, den kann ich dir nicht geben. Da nimm meinen Finger (fuchtelt mit dem Finger vor dem Baby herum, das Baby erwischt den Finger so natürlich nicht).

Mutter: (denkt sich) Es ist Ausdruck von Liebe.

Es ist ihr Ausdruck von Liebe.

Ausdruck von Liebe.

Ihr Ausdruck von Liebe.

Sie mag das Baby, sonst täte sie nicht so.

Ausdruck von Liebe.

Auf die Motivation kommt es an, nicht auf die Ausführung.

Die Motivation ist wesentlich.

Motivation

Sie will ihre Zuneigung kundtun.

Urgroßmutter: Einen Löffel Eis darf sie (6 Monate) aber schon!

Mutter: NEIN!!!! Sie darf es nicht wegen dem Zucker und wegen dem Rum, der da drin ist!!

Mutter (denkt sich): Will sie mich verarschen? Sie will mich doch ärgern?!?

Urgroßmutter grinst.

Baby: weint heftig

Mutter: Schatzilein, Du kommst jetzt zu mir.

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