Eislawinen und Geburtstag

Die Sache mit dem Dach, über die ich das letzte Mal geschrieben habe, wurde dann auch Edeltraud zu heiß. Während ich am nächsten Tag unsere Gasse entlang nach Hause ging, sah ich schon in der Ferne, wie Edeltraud aus unserem Haus kam, in ihr Auto einstieg, es ein paar Meter weiter parkte und wieder ausstieg, um nach Hause zuzurückzugehen. Ich fragte sie, was sie denn täte, da zeigte sie aufs Dach und meinte entrüstet, dass dieses Dach gefährlich sei. Ich grinste nur. Sie sagte, es sei eh nicht wegen ihr, aber die Versicherung mache dann Probleme.

Und dann haben wir Livias fünften Geburtstag gefeiert. Sieben Kinder. Eines balancierte den Topf vom Topfschlagen auf den Kopf, der Topf fiel diesem Kind vom Kopf und landete genau auf Livias Kopf, was uns Tränen bescherte. Livias weinte wegen dem Schmerz und das Gastkind, weil es sich unglaublich schuldig fühlt, wenn es anderen wehtut. Eine kleine philosophische Diskussion im Badezimmer machte es dann wieder gut und wir schlugen mit dem Kochlöffel weiter. Eine kleine Rauferei um einen Baustein überstanden wir auch. Und Livias anfängliche Überforderung, weil sie so viele Gäste hatte und völlig außer Rand und Band war… Weil es so war wie es war, beschloss ich, der Sache Struktur zu verleihen und wir spielten Spiele und dehnten Tortenessen und Geschenke auspacken so aus, dass nicht mehr so viel Raum für große Krisen blieb. Ein feines Fest und in ungefähr fünf Festen habe ich es voll drauf. 😉

Langeweile und Glatteis

Glatteis draußen, Lagerkoller drin. Livia ist seit Ende November nur mehr wenig im Kindergarten gewesen. Krank, Kindergarten, krank, Weihnachtsferien, Kindergarten, Windpocken, Kindergarten, krank. Kind in Krise wegen Langeweile und Freundinvermissen, Eltern genervt wegen Kind, das Krise auslebt. Und jetzt dürfen nicht mal wir Eltern raus, weil draußen ist Glatteis und die Feuerwehr bittet die GrazerInnen im Haus zu bleiben, weil es draußen gefährlich ist. Das habe ich gestern auch bemerkt und mein Interesse an einem Beinbruch ist gering. Der Tiroler sieht es auch so, also bleiben wir drin.

Livias Kranksein ist dem ersten Kindergartenjahr geschuldet. Sonst ist sie ein gesundes Kind, sagt die Kinderärztin. Nächste Woche wird sie dennoch zu den Großeltern fahren um sich viren- und stressfrei weiter zu erholen und im Schnee zu spielen. Daran mangelt es in Kärnten ja nicht. Das empfiehlt die Kinderärztin auch. Weil es Livia doch zu viel zu sein scheint mit dem vielen Kindergarten. Dieses Thema wird sich jedoch bald entschärfen, denn mir ist schlecht.

Weil: Ballonisierung, die zweite. 🙂 Ende 14. Woche. Das ist unfair, denn Übelkeit hört normalerweise mit der 13. Woche auf. Tut sie aber nicht. Das heißt. Sie ist ein paar Tage weg und kehrt dann zurück. Frische Luft tut gut, Ingwertee ist nicht so schlecht, etwas Bewegung und schüsselweise knackigen, grünen Salat. Ich verzehre mich nach frischen Radieschen und letztens habe ich eine riesige rohe rote Rübe aufgegessen. Vitaminmangel droht nicht. 😉 Aber das ist alles nur ein wenig lindernd. Mein normales Körpergefühl hätte ich gern wieder. Oder das schwangere natürlich. Wobei man sagen muss, dass ich bei Livia in der Phase dann schon bald mit Ischias auf der Straße herumgestanden bin und gedacht habe, dass ich nie wieder weitergehen kann. Das war auch nicht so super, denn beim ersten Kind glaubt man, die anderen spinnen, wenn sie einem sagen, dass Beschwerden ja nur fünf, zehn oder fünfzehn Wochen dauern und mit der Geburt ohnehin vergehen. Beim zweiten weiß man, dass das erstens stimmt und zweitens fünf, zehn oder fünfzehn Wochen nicht die Ewigkeit sind. 😉 Dieses Mal weiß mein Körper aber anscheinend schon, wohin er welche Nerven verschiebt, damit nix weh tut..

Nun. Alles gut, ein paar Dinge ein bisschen nervig. Normales Leben. Und die Frage: Wer wird da zu uns kommen? Ich bin ja schon sehr neugierig.

„Ich hab den Papa so viel…“ – Teil 3 quasi

Damit ich das Thema abgearbeitet habe nun die Gründe für die enorme Beliebtheit des Papas.

Der Tiroler hat mit unserem Sonnenschein einen riesigen Sack voll „Faltpapiertiere“ gemacht. Das heißt, sie haben in den letzten Monaten jede Figur, die im Biene-Maja-Gesamtwerk vorkommt, gebastelt.

Die Bienen natürlich, den Flip, den Alexander, eine Wache vom Bienenstock, den Frosch, die Stubenfliege Puck, das Steinfliegenbaby, eine Ameisenkompanie, die Ameise Nummer 6, Heuschrecken, Frau Schnecke mit allen ihren Kindern, Marienkäfer, diverse Hornissen, Tausendfüßler, einen Bienenstock, eine Flasche (aus der Folge „Die Maus in der Flasche“), den Spatz namens Harald, diverse Blätter zum darauf Segeln, einen Wasserfall, einen Hornissenbau mit Gefängniszelle, den Regenwurm Max und viele, viele mehr.

Wenn der Tiroler von der Arbeit nach Hause kommt, beschließen Livia und ihre Freundin, dass sie miteinander „Bienen und Hornissen spielen“, außer wenn der Tiroler müde ist. Dann darf er auf der Bank sitzen und die Thekla sein. Außerdem dauert sein Schlafengeh-Ritual so viele Stunden bis Prinzessin Livia sich müde genug fühlt um einzuschlafen. Sie darf um 21.00 noch einmal schrecklichen Hunger entwickeln, der gestillt wird, selbst wenn sie um 19.30 noch verkündet hat, satt für die Nacht zu sein… Taktisch äußerst unklug von mir in solchen Fällen einzuschreiten…

Aus ihrer Sicht ist der Papa das Paradies und ich … Um es mit ihren früheren Worten zu sagen: „Mama, mit dem Papa ist alles viel lustiger als mit Dir. Ich will immer nur mit dem Papa zusammen sein.“ – „Mein Kind, bedenke wer hier die Fähigkeit hat, mit dem Christkind wegen der Weihnachtsgeschenke zu sprechen. Dein Papa ist nämlich ungläubig.“ 😉

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„Ich bin am Strand von der Oma“*

Aufgrund anderer Themen musste ich bei der Heimfahrt von meinem Therapeuten alleine über die Frage nach der Liebe meiner Tochter reflektieren und bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich von Livia gerne Dankbarkeit hätte statt dieses verdammte „Ach, ich hab den Papa so viel lieber als Dich“, mit dem sie freundlicherweise so freigiebig ist. Schließlich sorge ich für sie, mache mir Millionen Gedanken, damit es ihr gut geht, organisiere für sie eine sehr gute Betreuung, halte den Kontakt mit der Betreuungsperson, hole mir bei Bedarf Rat ein, informiere mich über ihre Entwicklung, beobachte sie, inspiriere sie, so sie es braucht und halte mich so gut wie möglich zurück, wo sie es nicht braucht. Ich hole sie bald wieder ab, lasse sie Biene Maja schauen und verbiete es, wenn es zu viel wird, verbringe meine Freizeit mit ihr, lasse sie medizinisch bestens versorgen, achte auf ihren Obst- und Gemüsekonsum, lasse sie kreativ sein und fördere ihr inneres Wachstum, sodass sie dereinst gut dastehen wird. Mit maximal minimalen Neuröschen, die dann aber dazugehören, weil einen kleinen Vogel muss man haben. Und meine Vierjährige dankt mir das nicht!!! Sie überblickt nicht meine Bemühungen und sagt nicht „Danke Mutter, dass Du so gut für mich sorgst und mich ausgezeichnet in die Welt geleitest.“ Ich befüchte, sie wird es mir nie in dem Ausmaß danken, wie ich es verdiene! Der Tiroler war so lieb, mir heute zu sagen, dass ich eine gute Mutter bin und Sonnele meint, dass mein Lohn sein wird, dass sie gut zurechtkommt. Ich hingegen habe mir gedacht, dass es mir nicht nur um sie, sondern auch um mich geht. Ich mache es auch deswegen so gut ich kann, weil ich zufrieden mit meiner Kümmerung sein will. Abgesehen davon, dass ich mein Krötchen natürlich unendlich liebe und mir deswegen meine Millionen Gedanken locker vom Gehirn gehen und keine Mühe für mich sind, sondern ein hohes Vergnügen. Und dann gibt es da noch den Punkt, den ich nicht unerwähnt lassen will. Ich habe es früher völlig lächerlich gefunden, wenn Eltern ihren Kindern Undankbarkeit vorgeworfen haben und jetzt bin ich selber so eine gewesen. Aber ich hab noch die Kurve gekriegt. 😉

* Die Überschrift ist  die Überschrift 😉

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„Mama, fahren eigentlich immer die Frauen mit dem Auto? –

Ich habe nämlich einmal einen Mann Auto fahren sehen.“

Ja, das ist unsere Realität und sie beeinflusst Livias Blick. Der Tiroler weigert sich seit jeher unser Selbstwegliches zu steuern. Ich habe Livia auf ihre Frage hin die Sache mit der Vorherrschaft der Männer, Studien- und Berufsmöglichkeiten früher und heute und unserer Rollenflexibilität  erklärt. Sie hat mir dann versprochen, dass sie, wenn sie groß ist, fährt, damit ich nicht immer fahren muss.

Und dann hat sie mir, als ich ihr das mit der Rollenaufteilung bei der Kindererziehung erklärt habe, die bei uns auch variabel ist, auch noch begeistert verkündet, dass sie deswegen wohl den Papa so viel lieber hat als mich. Darüber rede ich dann morgen mit meinem Therapeuten. 😉 – Mein Mantra hat mir geholfen, dass ich ihr aus Rache nicht gesagt habe, dass ich noch ein zweites Kind bekomme, das ich dann viel lieber habe als sie. Ich bin die Erwachsene, ich bin die Erwachsene, ich bin die Erwachsene… Aber steil ist das schon. Finde ich.

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Wie die Zeit vergeht…

Ich: Wir treffen heute die Hannah im Schwimmbad.
Livia: Wie alt ist denn die Hannah jetzt?
Ich: Drei.
Livia: Und wie alt war sie voriges Jahr?
Ich: Zwei.
Livia: Hui, das geht aber flott! Wenn sie jetzt drei ist, dann kann ich schon mit ihr spielen. Mit dem Toni geht das ja auch schon.

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Fast normaler Spätadvent

Der Tiroler ist in seiner Heimat, da seine Mutter mit einer Lungenembolie im Krankenhaus liegt und er natürlich gerne dort sein möchte. Livia und ich sind lieber hiergeblieben und fahren bei Bedarf nach. Es kommt uns nicht gut vor, Livia tagelang den Ausnahmezustand zwischen Hoffen und Bangen, den sie noch gar nicht verstehen kann, erleben zu lassen. Hier bekommt sie es natürlich mit und wir besprechen es auch, aber es ist nicht so geballt und nicht den ganzen Tag, sondern spitzt sich nur alle paar Stunden zu, wenn uns neue Nachrichten erreichen und wir miteinander telefonieren und hoffen und hilflos sind. Daher waren wir heute einfach eislaufen. Am Karmeliterplatz. Livia hatte sofort Lust es zu probieren und ich eigentlich auch. Als sie am Eis stand und sich ihre Füße selbständig machten, fiel mir auch wieder ein, dass Eis rutschig ist. So hangelten wir uns durch die erste Runde, ihre Füße vorne, ihr Körper hinterher. Ich fand ja meine (dort geliehenen) Eisschuhe nicht ganz ohne und musste mich erst dran gewöhnen, um nicht in einer ähnlichen Position unterwegs zu sein. 😉 Livia hatte riesigen Spaß und lachte und sagte „das muss ich erst lernen“. Sie bewegt mich schon seit jeher mit dieser Fröhlichkeit, wenn sie war erlernt. Während ich leicht die Krise kriege, wenn ich was nicht gleich kann und mich an viele unangenehme Stunden totalen  mathematischen Unverständnisses und der damit einhergehenden Verzweiflung erinnere,  freut sie sich am Lernen und ich mich mit ihr. In der zweiten Runde ging es schon besser und sie verließ immer häufiger die ich-knall-gleich-mit-dem-Hinterkopf-aufs-Eis-Lage. In der dritten Runde wollte sie schon loslassen, was ich aber mangels Helm nicht erlaubt habe, da noch immer Hinterkopf-auf-Eis-Gefahr. Nach der dritten Runde eine kleine Krise, weil mein Kreuz und mein Arm nicht mehr konnten und ich gern heimgehen wollte. Nach einer Pause wagten wir doch eine vierte Runde und gingen danach nach Hause, unter der Bedingung dass wir uns Eislaufschuhe und einen Helm besorgen und wiederkommen würden. Wir habens genossen und hatten zwei Tage vor dem Christkind ein paar ausgelassene und schöne Momente, trotz der widrigen Umstände und der ganzen Besorgnis um die Großmama.

Sie wird groß

Vrouwe fragt „wirst Du es schaffen, sie in ihr Zimmer ziehen zu lassen?“ – Ja, klar werde ich es schaffen. Livia wird groß, sie will groß sein, ich werde ihr nicht im Wege stehen, sondern sie begeistert begleiten und sie gerne ins Bett zurücknehmen, wenn Geister an ihrem Bett stehen sollten. Mit einem lachendem und einem weinenden Auge, nein blutendem Herzen sehe ich ihre derzeitigen Entwicklungen. Eh klar. Mein Baby wird groß. Jetzt ist sie dreidreiviertel und mir kommt vor, wir sind in eine neue Phase eingetreten. Sie geht in ihr Zimmer, schaltet ihre Schnappi-CD ein (unsäglich diese Art von Musik) singt und malt. Alleine. Ohne Herumbrüllen, dass sie sofort einen Elternteil (sic!) an ihrer Seite will. Stundenlang. Sie kritzelt nicht mehr, sondern es wird erkennbar, was sie zeichnen möchte. Sie zieht sich in der Früh alleine an und zwar so schnell, dass ich pünktlich in die Arbeit komme. Sie gibt zu, dass sie müde ist. Andererseits kriegt sie einen Wutanfall, wenn man sie nicht gleich versteht und läuft weinend davon, wenn man so gemein ist und die Honigsemmel verkehrt aufschneidet. Also ein bisschen drei ist sie schon auch noch und das ist gut so.

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„Aber wegen dem Tragen könnten wir eine Krise machen“

Im Urlaub, der uns nach Eraclea mare führte, hatten wir eine Strecke von 300 – 400 Metern zu be-streiten, um zum von uns gewählten Strandabschnitt zu kommen. Wie die erfahrene Familienmutter, der erfahrene Familienvater weiß, ist das Equipment ein anderes, ob man alleine ist (Handtuch, Buch) oder mit Kind (Eimer, Schaufel, Schwimmflügel, Essen, Trinken,  diverse andere Gerätschaften..) baden geht. Ich hätte mir einen Sonnenschirm gemietet. Da Maggie, die mit uns auf Urlaub war, dies aber nicht wollte, kaufte ich mir einen Sonnenschirm und einen Alusessel und wir trugen auch diese zusammen mit Badetüchern, Boccia & Co.. zum Strand und wieder zurück. Livia fielen für gewöhnlich kurz nach Verlassen des Hauses entsetzliche Schmerzen im Fuß auf, weshalb sie getragen werden wollte. Zumeist konnten wir große Schreikrisen behandeln, indem eine von uns so viel auf sich nahm wie nur möglich und der andere das Kind auf seinen Schultern trug. Das ist das Alter, in dem wir alt werden. In keiner Phase meines Lebens habe ich den Verbrauch meiner Lebensenergie so eindeutig gespürt wie in dieser.

Es kann dann doch zu einem Tobsuchtsanfall von Livia wie ich ihn noch nie erlebt habe. Normalerweise erschrecken mich Anfälle dieser Art nicht und üblicherweise erreichen sie auch nicht die gleich zu schildernde Intenstität. Anders der Urlaubsanfall, wo sie schreiend, brüllend, zeternd, voller Verzweiflung halbnackt, mit Schaum vor dem Mund, die Tränen gerade aus den Augen spritzend,  hinter uns herrannte und wollte, dass wir, wir waren beim vorangekündigten Heimgehen, die Decke wieder auf den Boden legten, damit Principessa sich darauf (nun doch) anziehen kann. Allerdings waren wir so gemein, ihr zu unterstellen, dass sie, sofort nach Erreichen dieses Etappenzieles, beschließen würde, nunmehr ihr Ursprungsziel – wieder ins Wasser zu dürfen – anzupeilen. Zu beruhigen war sie nicht und so wollte ich das Geschrei auf die Grünfläche hinter dem Strand verlagern um den Blicken der anderen StrandbesucherInnen zu entgehen. Die Blicke waren gar nicht böse. Aber es waren Blicke von Leuten, die nichts zu tun hatten und daher zuschauen konnten, interessiert, vielleicht um sich Anregungen zu holen, wie andere Eltern mit derlei Situationen umgehen oder um sich einfach an der Scham der Betroffenen zu erquicken, froh seiend, dass ihr eigener Nachwuchs gerade friedlich spielte… Anders als beim Ikea, wo alle einkaufen oder in der Straßenbahn, wo dauernd wer ein- und aussteigt, hat man am Strand einfach Zeit, sich dem Treiben hinzugeben und zu starren und zu grinsen. Am Grünstreifen erkannten wir an Livias Verzweiflungsgrad, dass sie nun die Decke zum Anziehen nützen würde und legten sie ihr wieder auf. Sie zog sich an. Friedlich zogen wir von dannen und betranken uns des Abends mit Wein.

Am nächsten Tag, der Tiroler noch unter dem Eindruck des Vorgefallenen, ermahnte Livia, dass sie beim Heimgehen nicht mehr so ein Theater machen solle. Sie schaute an sich hinunter und sagte „angezogen bin ich schon“, grinste und meinte „aber wegen dem Tragen könnten wir eine Krise machen.“ 😉

Schlaf gut, meine Hübsche

Ich gebe zu, dass ich mich die ersten 1849 km echt blöd angestellt habe. Unser neues Auto kommt mir von innen so riesig vor, dass ich immer einparke, als wäre es außen riesig. Der Tiroler hat mich deswegen schon ausgelacht, Vrouwe natürlich auch, wobei Vrouwe diesbezüglich lieber den Schnabel halten sollte, denn sie hat am Sturzplatz einen schwarz-gelb-gestreiften Masten angefahren, wodurch ihre Heckscheibe zerbröselt ist. Es wäre also gut, wenn sie ihr Auto für größer halten würde. 😉 Und dann sind da noch die wildfremden Leute, die mich mit weitläufigen Armbewegungen ein- und ausgewiesen haben oder Leute, die mir so eine Einparkhilfe empfohlen haben. Und natürlich Tante Agnes, die mir gleich am Anfang der neuen Auto-Ära am Telefon verklickert hat, dass ich ein paar Tausend Kilometer fahren werde müssen, bis ich mein Auto verstehe. Ich sollte mir ein iPhone zulegen und Tante Agnes als App einrichten. Sie könnte mich  in jeder Lebenslage anweisen, wie es richtig geht. 😉

Gut. Also das hat ein Ende. Ich brauche keine Warmduscherinnen-Einparkhilfe, ich habe mein Auto seit heute im Griff. Ich kann es jetzt wieder so gut einparken, wie ich unseren Passat eingeparkt habe. Der Vorteil unseres neuen Autos ist überzeugend: Es regnet nicht hinein, wenn man damit in die Waschstraße fährt, man kann sich – ich hoffe, ich habe Recht und klopfe auf Holz – gut drauf verlassen, dass  es ohne Probleme fährt und man kriegt fast noch mehr Zeug hinein als in den Passat. Den ich um 1000 Euro verkaufen habe können – was für mein verhandlerisches Talent spricht. 😀 Kleiner Nachteil unseres Autos: Wenn man in die Waschstraße fahren will, muss man die Antenne abnehmen, wenn man die Antenne abnehmen will, muss man über 1,60 sein, weil wenn man nicht über 1,60 ist, dann kommt man nicht hin. Die Antenne unseres Hochdachkombis ist vorne in der Mitte. Ich müsste über die Motorhaube klettern, um das Teil abzuschrauben. Oder eine Trittleiter mitnehmen. Mit dem Versuch von der Seite irgendwie dazu zu kommen, habe ich mich schon lächerlich gemacht. Ich bin zu kurz.

Diese Sache sollte mir allerdings keine Probleme machen. Solange meine Welt soweit in Ordnung ist, dass mein Kind sich von mir in die Nacht verabschiedet mit den Worten „schlaf gut meine Hübsche“ ist alles gut und heil. Man sollte seine Kinder immer so behandeln, wie man selber behandelt werden will. 😉