Bereitschaftsdienst

Der Tiroler und Livia sind unterwegs zum Sommersitz der Familie, der im Salzburgischen liegt. Rosalie und ich sind hier geblieben, da ich mit einer Zweiwöchigen noch nicht durch Österreich fahren möchte. Zu weit, zu viele Leute, zu viele Weinstunden, die ich befürchte. Nicht Traubensaftstunden, sondern Überforderungsklagestunden. Nachdem sie fast zwei Wochen geschlafen hat, unsere Rosalie, ist sie aufgewacht und fängt an ein Baby zu sein, also das zu tun was man sich vorstellt: Weint am Abend, schläft nicht mehr ganz so leicht ein, muss getragen werden, muss manchmal im Tragetuch beruhigt werden, braucht einen kleinen Finger zum Nuckeln und früher oder später vielleicht einen Schnuller, um sich zu beruhigen. Immerhin habe ich heute um elf gefrühstückt, also noch am Vormittag. Ach ja, genau so war das mit einem kleinen Baby. Hatte ich ganz vergessen.

Abgesehen davon ist beim zweiten Mal alles leichter. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Zeit nutzen muss um aufzuräumen, zu essen, zu duschen oder einfach dazusitzen und nichts zu tun. Und ich meditiere intensiv: Alle körperlichen Beschwerden vergehen – das ist mein Mantra. 😉

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Maßhalten ist eine Kunst

 

Das fällt mir ein, wenn es um den Polizeieinsatz geht, der in Wien stattgefunden hat und wo 19 Punks + mögliche spontane Kundgebungen von 1700 Polizisten delogiert bzw. (dann doch nicht) unter Kontrolle gebracht werden mussten. Und wir sprechen noch nicht vom Panzer und dem Hubschraubereinsatz.

Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um darüber nachzudenken, wie ich die Sache sehe.

Vorab: Man bewirft Polizisten nicht mit Fäkalien. Das ist nicht ok. Auch die kecke Antwort einer dieser Aktivisten „Wie definiert man Gewalt?“ gefällt mir nicht, denn Polizisten machen ihre Arbeit – schön wäre, wenn man nicht immer wieder lesen müsste, dass es auch auf dieser Seite nicht durchgängig eine gute Haltung zur Gewalt gibt, aber das ist ein anderes Thema. Jemanden absichtlich zu verletzen oder mit Fäkalien um sich zu werfen ist nicht richtig.

Die Gänge mit zusammengeschweißten Einkaufswägen zu verstellen lässt mich schon wieder grinsen. Das hat sich in den Jahren als effizient erwiesen, sagt ein Punk. – Ja, das glaub ich gern – der Penny-Markt wird sich als Privatbeteiligter anschließen müssen im Prozess, denn billig sind Einkaufswägen nicht. 😉  Das muss eine Arbeit gewesen sein, den ganzen Krempel auseinander zu schweißen und hinaus zu tragen. Und dass die Polizei da vorsichtig vorgehen muss, das ist klar. Aber da braucht man nicht übertrieben wehleidig sein, denn es hat keine Stromfallen gegegeben, keine Waffen, keine scharfen Hunde. Also niemand hat der Polizei was getan, außer ihr Sperrmüll zugemutet, in einem Ausmaß, das mich daran zweifeln lässt, ob Punks unbedingt so arbeitsscheu sein müssen, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden. 😉 Es muss nämlich auch eine Wahnsinnsarbeit sein, den ganzen Krempel zu sammeln und hineinzutragen. Aber die Arbeitsverweigergung bezieht sich wohl nur auf Erwerbsarbeit.

Im Ursprung wurden die Punks, so hört und liest man, von einer Immobilienfirma eingeladen, wobei diese offenbar die Kooperationsbereitschaft dieser Gruppe unterschätzt haben. Ja, solidarisieren sich die einfach mit den MieterInnen und ziehen nicht mehr aus! Die Geister, die sie rief, ist sie dann nicht mehr losgeworden, die arme Immobilienfirma. An der Stelle frage ich mich bereits, ob man nicht doch darüber nachdenken sollte, Regress fordern zu können, wenn ein Vermieter solche Methoden anwendet. Nicht, dass sich dann nur mehr die Reichen den Gerichtsvollzieher und Polizeiassistenz leisten können, sondern dass, wenn man nachweisen kann, dass absichtlich „schwierige Personen“ ins Haus gesetzt wurden, um Wirbel zu machen, die Delogierung dann auch bitte-danke selber zu zahlen ist.

In der ZIB um Mitternacht des 28.7. diskutierten dann Sibylle Hamann und der Polizeispreche Hahslinger darüber, ob Polizeiarbeit nicht vielleicht da anfängt, wo man mit den Punks vorab Kontakt aufnimmt… Hahslinger meinte, das sei geschehen, aber die Punks wollten nicht gehen. Nein, natürlich nicht, denn sie hatten eine Mission – und die ist ihnen gelungen, denn wir reden nun über die Methoden mancher Immobilienfirmen. Die Kontaktaufnahme wäre jedoch zum Zwecke der Abklärung gut gewesen: Wie gefährlich sind denn diese Punks? Was haben sie vor? Wie viele von ihnen sind es? Sind wirklich lauter gefährliche Deutsche eingefallen um bei uns Polizisten zu verletzen? Die Punks haben schon gewusst, dass sie am Ende des Tages hinaus begleitet werden. Hätte gut sein können, dass vorab schon klar wird, dass man der Polizei diese Arbeit halt macht, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen und nicht mehr.

Gefallen hat mir auch die Aussage eines Kriminalsoziologen, der meinte, dass die Polizei Feindbilder hat. Ja, so scheint es. Es scheint, als ginge die Polizei, und mit ihr offenbar manche Staatsanwaltschaften, in eine Richtung – siehe Tierschützer und Josef S., auf dessen Berufung ich sehr gespannt bin. Ich finde eine funktionierende Polizei sehr wichtig. Wir brauchen PolizistInnen und sie machen eine wichtige Arbeit und deswegen bin ich auch dagegen auf Polizisten (oder überhaupt irgendjemand!) mit Fäkalien oder sonstigem loszugehen. Aber es wäre wichtig, dass diese Polizei – als Institution – auch funktioniert, dass sie eine klare Haltung zu ihren Aufgaben und den Gruppierungen hat. Wenn die Institution besser funktionieren will, muss sie mit den Menschen, auch mit Punks und sonstigem, die nicht gerade polizeinah sind, sprechen. Hätte man das getan, hätte man vorher besser einschätzen können, ob man in den Krieg zieht oder ob man einfach 10 Stunden arbeiten wird und am Ende des Tages 19 harmlose (nicht 300 oder 50 gewaltbereite) Punks hinauszubegleiten.

http://www.falter.at/falter/2014/07/29/tausendsiebenhundert-gegen-neunzehn/

Psychosomatik – Redewendungen

Heute sehr spannendes Seminar über Psychosomatik und die erste Aufgabe war, Redewendungen  zu finden, die eine Verbindung zwischen Körper und Seele ausdrücken – Wald- und Wiesenpsychosomatik. 😉  Interessant ist die Frage, wer wen beeinflusst, ob seelische Zustände den Körper krank machen können. Aber es geht ja auch umgekehrt. Wenn jemand krank ist, steigert das üblicherweise ja auch nicht das seelische Wohlbefinden. Zwischenfrage: Was ist eigentlich die Seele?  – Ich denke, dass verschiedene Zustände gleichzeitig auftreten und je nachdem, was gerade im Vordergrund steht, wird wichtig genommen. Ein Magengeschwür zu behandeln und sich dabei nur auf die enge medizinische Schiene (nur Körper, nix Befindlichkeit) zu verlassen ist für mich ein Unding. Zu erzählen, dass das „nur seelisch“ ist und man nur das Leben ändern muss, damit es gut wird, ist auch ein Unding. Damit tut man, als ob wir unser Krank- und Gesundsein in der Hand hätten, folglich schuld sind, wenn was nicht passt…

 

Eine Auswahl von gebräuchlichen Redewendungen:

– etwas geht an die Nieren

– jemandem sitzt etwas im Nacken

– etwas lastet auf den Schultern

– auf die Nerven gehen

– sich den Kopf zerbrechen

– im Magen liegen

– der Schreck sitzt in den Gliedern

– blass vor Neid werden

– weiche Knie haben

– jemandem kommt die Galle hoch

– einen Knödel im Hals haben

– das Herz bleibt stehen

– etwas geht in Fleisch und Blut über

– mit gespaltener Zunge sprechen

– es verschlägt jemandem die Sprache

– blind vor Liebe

– blind vor Wut

– im Hals steckenbleiben

– den Kopf hängen lassen

– in die Knie gehen

– sich vor Angst in die Hose machen

– etwas schlägt auf den Magen

– die Nase voll haben

– die Haare stehen zu Berge

– Schmetterlinge im Bauch

– die Spucke bleibt weg

– blaß vor Neid

– das Blut gefriert in den Adern

– etwas ist schwer zu verdauen

– jemanden nicht riechen können

– Herzflattern

 

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Meine Telefonzelle

Ich erwähnte schon meine arbeitsbedingt grässliche Laune. Neues Gericht, neue Richterin, neue Aufgaben. Mein Büro ist ein telefonzellenformatiges Abteil in einem zugigen, nach oben offenen Glasschlauch  am Gang des Gerichts. Platzangebot: 2 m² bzw. 8 m³ – ich sollte mich in die Höhe ausdehen. 😉 Diese alten Gebäude haben sehr breite Gänge, man hat sich wohl gedacht, da kann man gut ein Drittel abtrennen und Rechtspraktikanten hintereinander auffädeln. Meine Telefonzelle teile ich mit der allwissenden Auskennerin mit der ich schon eine Zeit lang mein letztes, traumhaftes, warmes, ruhiges, absperrbares Büro mit Parkblick geteilt habe, was mich sehr freut. Sie hat mir einen Platz reserviert, denn Plätze sind rar. Es wird zwar jede/r einen finden. Aber es kann sein, dass das nicht gleich am ersten Tag in der Früh passiert. Steht man halt ein bisschen herum und wartet… Isidora ist auch da und sitzt im der Nebenzelle. Wenn ich meinen Kopf verbiege und am Bildschirm vorbei schaue, können wir miteinander flüstern. Es ist also ungemütlich. Wie die Arbeit ist, kann ich nach drei Tagen, von denen ich zwei damit verbracht habe, Sachverständigengebühren in Formulare einzutragen, nicht sagen. Das war jetzt öd.

 

Gehsteig und Vaterschaft

Als ich heute auf dem Weg von meiner Therapeutin zum Propädeutikum auf der Straße den Tiroler mit dem Kindchen getroffen habe, bin ich  stehen geblieben. Wofür gibt es eine Warnblinkanlage? Kurzes Familientreffen am Gehsteig. Da wir uns vorher nur die Türklinke in die Hand gegeben haben, mussten wir schnell knutschen. Livia wollte ich auch  sehen.  Ich war heute nur für den Transfer von Vormittagsbetreuung zu Mittagsschlaf zuständig, wir hatten uns noch nicht sehr viel… Unverständlicherweise wollte der Tiroler meine spannenden Erkenntnisse aus meiner Therapie im Hinblick auf unsere Liebesbeziehung nicht mitten auf der Straße besprechen, also bin ich weiter zu meinem Seminar gefahren und habe was über die verschiedenen psychotherapeutischen Schulen gelernt.

Arbeitstechnisch bin ich momentan auf Vaterschaftsfragen konzentriert. „Wer hat der Kindesmutter im fraglichen Zeitraum beigewohnt?“ (und wie viele 😀 ) „Nein, ich kenne diese Frau nicht, aber es kann schon sein, dass ich mit ihr geschlafen habe …“ 😀  Vrouwe meinte kürzlich, dass es besser ist, facebook-kompatibel zu leben. Das wäre schade.  Meine unterhaltsamsten Akten würden nicht mehr existieren und ich müsste wieder Romane lesen.  Ich habe allerdings ein gewisses Verständnis dafür, dass Leute es weniger lustig finden, mit ihren Geschichten vor Gericht aufzutreten. So hätte ich – ich plaudere hier übrigens nicht aus meiner mit Verschwiegenheitspflicht behafteten Arbeit, sondern tratsche den Umgebungstratsch weiter 😉 – keinen Nerv meine Ehe mit Hilfe von mehreren Zeugen zu beenden, die alle befragt werden, wann genau das Verhältnis mit einem von uns … Unverständlicherweise tröstet die betroffenen AusheulerInnen auch nicht meine Ansage, dass sie es nicht so schlimm nehmen sollen, denn sie heitern mit ihren Geschichten immerhin den Gerichtsalltag auf. Niemand nimmt sowas dort allzu tragisch, im Gegenteil… Doch einmal, als ich jemanden damit getröstet habe, dass sie vermutlich nicht die ersten sind, die mitten in einer Paarberatung aufgesprungen sind um lauthals streitend von dannen zu ziehen, da hat diejenige gelacht. Mit ein paar Jahren Abstand fand sie die Szene dann auch lustig. 😉

Milchbrei Stracciatella

Nachdem mir die Frau Sozialarbeiterin von der Elternberatung gesagt hat, dass ich aber schon zufüttern muss mit sechs Monaten habe ich mir das Angebot angeschaut. Nicht in der Absicht was zu finden, sondern ahnend, dass es Dinge gibt, die die Welt sicher nicht braucht.

Ab sechs Monaten: Stracciatella Milchbrei, Schokolade-Milchbrei. Ah, und schon vergessen: Keks-Geschmack!! Unlängst gesehen: Grießbrei mit Vanillegeschmack.

Nestlé Alete Feiner Milchbrei Keks ist ein Milchbrei – ohne Kristallzuckerzusatz, leicht verdaulich und gut bekömmlich. Er bietet alles, war Ihr Baby jetzt braucht, schmeckt lecker, sättigt gut und unterstützt so den gesunden zufriedenen Schlaf. Einfach nur Wasser zugeben – fertig. Ideal als vollwertige, gut sättigende Abendmahlzeit für eine ruhige Nacht. Mit seinem Ernährungs-PLUS unterstützt er die gesunde Entwicklung Ihres Kindes in jeder Alterstufe.

– was gäbe ich für eine Packungsbeilage um herauszufinden, was drin ist, wenn „ohne Kristallzuckerzusatz“ draufsteht.

– interessant, Eltern mit „unterstützt den gesunden zufriedenen Schlaf“ zu ködern.

– „gesunde Entwicklung Ihres Kindes in jeder Altersstufe“ – was man alles draufschreiben darf, fasziniert mich. Reden wir über „gesund“. Gesund ist ja wohl ein Lebens-mittel. Und kein Keksaroma ohne Kristallzuckerzusatz. Was man da wohl zusammenmischen muss, damit man das heraus bekommt?

Ich find das krank.

Wie wäre es, ein bisschen Getreide einzukaufen, vielleicht einfach Reis und daraus Brei zu kochen?

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Aus dem Kärntner Brautführer: Nur Mut zum Kind!

Wenn in Notzeiten der Existenzkampf besonders schwierig wird, liegt die Gefahr nahe, dass man den „Mut zum Kinde“ nicht aufbringt. Die verschiedenen Gründe dafür scheinen manchmal Berechtigung zu haben, wenn man nicht tiefer schaut. Wie verstehen Sie, dass vor dem ersten Weltkrieg sich der Kinderreichtum fast ausnahmslos nur in den ärmeren Schichten des Volkes findet? Warum werden im Verhältnis mehr Kinder bei armen Keuschlern und Kleinbauern gezählt als bei Großgrundbesitzern? Liegt nicht die Vermutung nahe, dass der Reichtum zur Bequemlichkeit verleitet, zum Sichausleben, zum Gemuß – also mit einem Wort: zur Selbstsucht? Ein Kind kostet nun einmal wirklich Schmerzen, Opfer und Verzicht auf vieles, und wem es nun nicht aus irgendeinem Idealismus heraus Erfüllung und Krönung seines Lebens bedeutet, der wird es dann tatsächlich nicht ertragen können. Bei kinderreichen Eltern (soferne sie es nicht aus Hemmungslosigkeit geworden sind – Anm: 😀 ) findet sich stets irgendeine ideologische Einstellung zum Kinde; sei es der noch persönlich-egoistische Wunsch nach Erhaltung der Dynastie, sei es das soziale Empfinden des einzelnen, sei es Gehorsam gegenüber Gottes Willen und Auftrag in der wahrhaft christlichen Ehe. …

Auch mir haben sogenannte „gute Freundinnen“ die Schattenseiten des Muttertums aufgezählt – und als ich später einmal, als glückselige Mutter von vier Kindern, lächelnd dieser „guten“ Ratschläge gedachte, machte ich erst die erstaunliche Entdeckung, dass alle diese Menschen ja kinderlos waren und es auch geblieben sind, dass sie niemals das hohe Glück gesunden Muttertums an sich erfahren durften, dass sie nichts um die Sonnenseiten wussten! …
In der vergangenen schwersten Notzeit haben viele Menschen ihre Nerven verloren und haben kapituliert, sind aus Angst aus dem Leben geflüchtet – und es waren fast durchwegs Menschen ohne Kinder. Ihnen hat die Kraft gemangelt. Und wenn es schon einmal eine Mutter war, die den Tod suchte, vielleicht gar gewaltsam ihre Kinder mitnahm, dann war mit Sicherheit ein psychischer Defekt anzunehmen. …
Eine andere Art eigensüchtiger Abwehr des Kindes ist die Furcht vor einer eventuellen Verunstaltung, und wenn dies auch nur für einige Monate wirkliche Tatsache würde. Der arme Mann, der eine solche Zierpuppe heiratet! Nach längstens zehn Jahren hat er sie wahrscheinlich doch satt, denn die schöne Hülle, die er begehrt und gewählt hat, bleibt nicht ewig jugendfrisch (Anm.: vielleicht doch, wenn sie nur die Pflegeratschläge im hinteren Teil des Brautführers berücksichtigt – es liegt in der Hand jeder Frau schön zu sein! 😉 ) und Geist und Gemüt, welche nun vorherrschen sollten (Anm.: das Buch ist inkonsistent. Weiter hinten geht es eben gerade nicht um „Gemüt“), fehlen meist ganz. So steht sie nun da mit leeren Händen, hat keine Seele, die ihr wirklich ganz zugehört. Und dann…? …
Über die organische Schädigung durch die gewaltsame Verhütung der Empfängnis wird der Berufenere, der Arzt, zu Ihnen sprechen. Ich möchte Ihnen als Mutter und als Pädagogin nur einiges zur Überlegung sagen: Wenn ein Ehepaar mit oder ohne wissenschaftlich geprüften und schädlichen Mitteln die Zeugung für etliche Jahre verhindert ….
… ältere, nervöse Mütter sind selten gute Erzieherinnen, zumindest fühlen sie sich nicht mehr richtig in die Welt des Kindes ein. Entweder können und wollen sie dies gar nicht mehr, sind die Nerven zu müde und zu gereizt, oder man begegnet dem entgegengesetzten Fehler: der Vergötterung des meist einzigen Kindes.
In vielen Schuljahren konnte ich die Wahrnehmung machen, dass die meisten Kinder älterer Mütter entweder sehr nervös oder Automaten oder aber Typrannen waren. An diese Verantwortung dem Kinde gegenüber denken nicht zu viele künftige Eltern. …

Aus dem Kärntner Brautführer: Unerwartete Gäste

Wenn Ihr lieber Mann Sie einmal mit der Eröffnung „Liebling, ich bringe heute Gäste!“ überrascht, … dann, meine Liebe, bitte kein entsetztes Gesicht machen, und dem sonst so gescheiten Mann die Schwierigkeiten einer solchen Situation für eine Hausfrau zu erklären versuchen! Es wäre erstens zwecklos und Ihr Gatte würde überdies bei der nächsten ähnlichen Gelegenheit mit seinen Freunden in ein Lokal gehen. Und dabei hätte er so gern gezeigt, was für eine prima Hausfrau er sich ergattert hat.
Also zeigen Sei sich erfreut und beweisen Sie ihm, welch Prachtstück Sie sind…

Selbstverständlich haben Sie sich selbst besonders nett zurechtgemacht, den Küchendunst aus den Haaren gebürstet, sollte die Zeit nicht mehr zum Umziehen gereicht haben, das Hauskleid mit einer hübschen Ansteckblume geziert … empfangen den Besuch strahlender Laune, als hätten Sie gerade auf ihn sich besonders gefreut.

Sollte sich das Gespräch nach drei Stunden noch immer um Kriegs-, Schul- oder Berufserinnerungen drehen, so lassen Sie es sich bitte nicht verdireßen und zeigen sich nicht zu sehr gelangweilt. Auch der beste Ehemann und vollendetste Kavalier muß einmal „männliche Gespräche“ führen können. Man ist Ihnen auch sicherlich nicht böse, wenn Sie sich um elf Uhr zurückziehen (natürlich nachdem Sie vorher einen guten Mokka in Griffweite bereitgestellt haben), denn manchmal gibt es auch voreheliche Erinnerungen, die nicht gebeichet wurden.

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Mensch-Sein Teil 2

Schreibe ich gestern noch, wie anstrengend es mir manchmal ist, höre ich heute, dass jemandes Baby im Bauch gestorben ist. Da mach ich meine Mut-Angst-Mut Sache ja unendliche viele Male, so klein ist sie im Vergleich. Manchmal geschehen so grausame Dinge, für die es dann auch keine Worte gibt.

Aus dem Kärntner Brautführer: Körperpflege – Schönheitspflege

„es sind sogar uralte Weisheiten, die Jahrhunderte vor uns schon von klugen Frauen befolgt wurden und wesentlich zu ihrem Lebensglück und ihren Erfolgen beigetragen haben. … In wenigen Jahren würde zweifellos der häßĺiche Mensch ausgestorben sein, wenn man die Kunst, schön zu sein, von Jugend auf systematisch erlernte. … Man verlangt von einer Frau, dass sie schön sei im Sinne der Gepflegtheit, der Beherrschtheit. Schönheit und Liebreiz einer Frau, die in der Gepflegtheit ihren höchsten ästhetischen Aussdruck finden, bedürfen jedoch einer sehr sorgsamen Betreuung … Gepflegte Schönheit gibt dem Dasein der Frau einen besondern Wert, gutes Aussehen gibt ihr die innere Sicherheit, die notwendig ist auf dem Wege ihres Lebens. Schönheit und Liebe sind eng miteinander verbunden und deshalb hütet und fördert jede kluge Frau dieses kostbare Gut.

Jede Frau hat Anrecht auf Schönheit. Ist sie von Natur aus weniger begünstigt, so liegt es nur an ihr, auch zu den gutaussehenden Frauen zu gehören. …

Manche Ehe war im Begriffe zu scheitern, weil die Frau zu wenig bedachte, dass der Mann in ihr ein Wesen haben will, das ihm, auch wenn der Alltag ihn abends müde nach Hause kommen läßt, Freude schenken soll, nicht nur durch ein fröhliches, offenes Herz, sondern auch durch die Frische und Gepflegtheit ihres Körpers. …

Vergessen sie nie, dass Männer wohl gerne gefplegte Frauen um sich haben, aber mit all den kleinen Mühen, die damit für uns verbunden sind, nichts zu tun haben wollen. mit ein bißchen Geschicklichkeit können wir alles so einrichten, daß selbst unser für die Nacht sorgfältig gecremtes Gesicht gar nicht auffällt. …

Ihr Mann soll doch das Gefühl haben, sie machen sich vor allem für ihn schön. Und ist es nicht geradezu verletzend, wenn Sie sich ihm abends, für die Stunden Ihres Alleinseins so unvorteilhaft wie möglich zeigen? …

Vergessen Sie nie den Geschmack Ihres Mannes zu berücksichtigen, denn vor allem sollen Sie ihm gefallen. Freundinnen sind oft unaufrichtig in solchen Dingen. Hören Sie lieber auf ihn, er ist maßgebender für Sie.

Nichts im Leben bleibt erhalten, was nicht gepflegt und kultiviert wird. In der besten und glücklichsten Ehe darf es an dieser Erkenntnis nie fehlen. Versuchen Sie es; die Freude, die Sie aus den Augen Ihres Mannes lesen werden, wird der Lohn für kleine Mühen sein.“

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