Aus dem Kärntner Brautführer: „Eine kluge Frau plaudert“

Weil angeregt wurde, dass ich weiter ein bisschen aus dem Kärntner Brautführer zitiere… Bitteschön:

Charlotte, eine erfahrene Ehefrau schreibt an Renate und klärt sie über einige Aspekte der Ehe auf…

„Meine liebe Renate!

Wirst Du nun sehr enttäuscht sein, wenn aus diesem stets gut gelaunten Kavalier ein morgendlich zerknittertes Etwas wird, mit sich und der ganzen Welt auf Kriegsfuß, weil ihn ein rasselnder Wecker aus dem besten Schlaf zu reißen wagte. Für Deine neue reizende Nylon-Schürze (Anm.: 😀 😀 😀 ) kein bewunderndes Wort, geschweige denn ein entzückter Blick! … auch er ist im Grunde seines Herzens ein kleiner Bub geblieben, der verwöhnt und umsorgt sein will, ohne sich jedesmal bedanken zu müssen. Tut er es hier und da, so zeige ihm, wie sehr Du Dich darüber freust, denn Du kannst ihn schon ein bißchen erziehen, nur darf er es beileibe nicht merken. …

Lächle, meine Liebe, zu allen seinen Schwächen, nicht etwa pikiert, wenn es auch noch so schwer fällt.  Sollte er zum Typ der meisten Männer gehören, die schon beim letzten Bissen verlangend nach der Zeitung schielen, sei geduldig und laß Dich’s nicht verdrießen. Bevor  er sie nicht gelesen hat, kannst Du ja doch kein vernünftiges Wort reden. Denk an den kleinen Buben, der nur böse und trotzig wird, wenn er nicht tun darf, was er gerade möchte.

Zuallerletzt: Bewundere ihn! Das braucht er zu seinem Wohlbefinden. Bewundere ihn, wie prächtig er Dir den Nagel in die Mauer schlug, auch wenn die frischgemalte Wand nun ein Riesenloch ziert. Was immer er Dir an Hilfeleistungen bietet, und wenn es noch so vorbeigeraten sein sollte, finde ein dankendes, anerkennendes Wort dafür. Du erziehst ihn damit zum aufmerksamsten Kavalier, zum idealen Ehemann. … „

(aus dem Kärntner Brautführer, 1964, S 74ff.)

Zusammengefasst: Männer sind kleine Buben, die man auf keinen Fall ernst nehmen muss, Volltrottel, die man anlügen muss, weil sie es selber nicht merken, wenn die Wand bröckelt, weil sie einen Nagel nicht gut hinein geschlagen haben, und die es nicht merken, wenn sie angelogen werden. Außerdem kann man von ihnen nichts verlangen und wollen. Denn sonst werden sie trotzige kleine Buben.

Als nächstes werde ich mich den Schönheitspflichten der Frau widmen. Denn während der Mann bewundert und geschont werden muss, ist es Aufgabe der Frau, so schön wie nur möglich zu sein (selbst wenn sie von der Natur nicht gar so gut ausgestattet wurde). Aber auch für dieses Problem gibt es Tipps 😉

„in den rosaroten Prozess eingetreten“

Heute hatte ich eine sehr vergnügliche Unterhaltung mit jemandem, dessen 4jährige nun in den rosaroten Prozess eingetreten ist, wie er sagte. Und er habe DAS sicher niemals forciert, sagte er und seine Frau ebensowenig. Auffällig ist, dass diese Phase ziemlich bald nach dem Kindergarteneintritt begonnen hat.

Nein, forcieren wollen wir das auch nicht. Und zwar nicht, weil wir was gegen rosarot haben. Ich glaube, „rosarot“ steht für ein paar andere Dinge.

Dass die erste Reaktion mancher Menschen ist „Mädchen kann man wenigstens schön anziehen“, ist interessant. Buben nicht? Meine Theorie ist, dass man Mädchen schön anzieht, dann wird ihnen gesagt „Mei, bist Du heute hübsch?“ Dadurch wird das Aussehen zu etwas wichtigem, dass Buben SO (noch?) nicht erleben. Mit dieser Aussage möchte ich jetzt jedoch vorsichtig sein, da ich in letzter Zeit mitbekommen habe, dass bei halbwüchsigen Burschen die Figur auch sehr wichtig wird und dass Magersucht nicht mehr so eindeutig auf die Geschlechter verteilt ist, wie sie das war (wiewohl sie wahrscheinlich ein paar viele Ursachen haben wird und nicht nur mit Schlankeits- und Schönheitskult in Zusammenhang stehen wird). Mit dem Aussehen wird also der Körper wichtig und damit kommt das Thema „Diät“ auf. Fast alle der heute erwachsenen Frauen wollen ein bisschen abnehmen. Das kann man einerseits nachlesen, wenn man googelt, andererseits kann man sich auch durchs Netz bewegen und in Foren, die sich mit ganz anderen Dingen beschäftigen, Umfragen starten. Und das Ergebnis wird erschreckend sein. Hat man sich bisher nicht fett gefühlt, dann könnte man dazu angeregt werden, wenn man liest, welche Frauen sich zu dick fühlen.
Im Frauengesundheitszentrum gibt es, habe ich gelesen, Workshops, die sich mit dem Thema „Figur“ befassen und wo gezeigt wird, was die Werbung mit uns macht. Denn die vielen Plakate mit den perfekten Frauen (auch wenn sie gar nicht real sind sondern nachbearbeitet) verunsichern.

Vielleicht ist die andere schädliche Seite, die da dazukommt das „wie schaust Du denn heute aus?“ Die macht jedenfalls, dass das was (für ein Mädchen) als hübsch betrachtet wird, genau eingegrenzt wird. Jedenfalls gibt es das Wort „unweiblich“ und es wird verwendet für Frauen, an denen irgendwas so ist, wie „man“ es nicht haben will.

Und – schwupps – so schnell kann man nicht schauen, bewegt man sich als Frau in einem genau definierten Rahmen, dessen Verlassen Konsequenzen wie blöde Kommentare oder entsprechende Blicke hervorruft.

Ich bin gespannt, wie die Mädchen von morgen sein werden. Und ich freue mich richtig dabei mitgehen zu dürfen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Ein Stöckchen von Sandra(chen) :)

Ok, mal sehen, was ich zu sagen habe. Das ist ja ein wild riesiges Stöckchen. Eher ein Stock 😉

12 Dinge, die dich ärgern:

Das ist alles so variabel… Manchmal ärgert mich gar nichts, manchmal alles…

1. Rücksichtslose VerkehrsteilnehmerInnen (egal ob am Rad, im Auto oder zu Fuß)

2. Konkret: Solche Figuren, die mit einer Seelenruhe schräg über die Straße gehen und die es nicht stört, wenn sie andere aufhalten.

3. Leute, die sehr langsam sind und nichts weitertun, vor allem wenn sie auf der Post o.ä. arbeiten.

4. Leute, die alle Verantwortung abgeben und man soll für sie ihr Leben richten oder manche Aspekte davon.

5. Überheblichkeit, vor allem wenn nichts dahinter ist

6. Menschen, die nicht in der Lage sind eine Antwort auf eine Frage zu geben. Konkret: die meisten PolitikerInnen

7. Wenn jemand meint, dass ersie wegen Geld besser ist und die Welt schon „eingekauft“ hat (also alle sollen für ihn/sie sofort zur Verfügung stehen).
8. ich weiß nichts mehr. Ich werde es auffüllen, wenn mir was unterkommt…
9. Stöckchen, die kein Ende nehmen 😛

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11 Dinge, ohne die Du nicht leben könnest:

1. ohne mich 😉

2. ohne Grün rundherum

3. ohne Zeit für mich
4. ohne Nähe zu anderen Menschen
5. ohne kleinen Luxus
6. ohne meinen Palm 😛
7. Und irgendwann fülle ich auch hier auf
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10 Dinge, auf die Du Dich freust:

1. Auf das Wochenende
2. Auf die nächste Reise nach Italien
3. Auf unser Baby
4. Auf den Moment, in dem ich meine Doktorarbeit auf die Uni trage und abgebe. Das letzte Mal bin ich danach auf den Jakobsweg gegangen. Jetzt werde ich halt gebären gehen oder so 😉
5. Auf ein Haus mit Garten, in dem wir irgendwann wohnen werden.
6. Auf ein Auto, das wir uns früher oder später kaufen werden – momentan schwanken wir zwischen „öko“ und „wär schon gut“
7. auf die nächste Hochzeit, von der erst ganz wenige wissen. Also das Brautpaar und ich und sonst wahrscheinlich nur sehr wenige.
8. Auf ein kühles Bad im See
9. Darauf, dass ich Zeit haben werde Bücher zu lesen, die nicht Fachbücher sind.
10. Wer bitte ist auf die irre Idee gekommen so viele Punkte zu erfragen??? 😛

9 Dinge, die Du täglich trägst:

1. Mein Baby im Bauch
2. Die Katzen
3. Meine Frisur 🙂
4. Die Gießkanne
5. Meinen Palm – ha, der kommt jetzt schon zwei Mal vor 😉
6.
Das Handy
7. Den Schlüssel
8. Die Brille
9. Den Ehering

8 Serien/Filme, die Du immer wieder sehen könntest:

1. Nach wie vor: Gilmore Girls
2. Scrubs
3. Men in Trees
4.
Das Geisterhaus
5. mir kommt vor, so eine Frage gab es schon mal. Da ist mir mehr eingefallen…
6.

7.
8.


7 Objekte, die Du täglich anfasst:

1. Die Handcreme
2. Schlüssel
3. Die Haustüre
4. Das Rad
5. Den Wasserkocher
6. Den Computer
7. Das Handy

6 Dinge, die Du jeden Tag tust:

Da halte ich es einfach zum großen Teil mit

1. Zähne putzen
2. Duschen
3. Schlafen
4. trinken, essen
5. Telefonieren
6. Katzen füttern

5 Lebensmittel, ohne die Du nicht leben könntest:

1. Sushi – aber ich muss ohne leben, momentan
2. Nudeln
3. Kärntner Käsnudel
4. manche Süßigkeiten
5. Gemüse

4 Menschen, mit denen Du gerne mehr Zeit verbringen würdest:

Der Stock macht mich schon völlig fertig. Ich bin jetzt grantig und will schon überhaupt keine Zeit mehr verbringen…

1. Es wäre schön, wenn meine herzallerliebste Susanne näher wohnen würde. In dem Fall sollte sie bitte den Faaker See hierher mitbringen. 😉
2. Sonst verbring ich anscheinend mit allen Leuten, die ich mag, ausreichend Zeit.
3.

4.

3 Deiner momentanen Lieblingslieder:

1. Große Stille – mein musikalisches Dasein ist gegenwärtig erbärmlich.

2.

3.

2 Menschen, die Dein Leben sehr beeinflusst haben:

1. Meine Mutter
2. Eine Freundin

1 Mensch mit dem Du den Rest deines Lebens verbringen willst:

Na, mit dem bin ich schon verheiratet. 😉

Das Stöckchen geht an:

So, wem tu ich das jetzt an? Ich glaube, ich bin heute nicht boshaft, weil das artet ja echt in Arbeit aus.

Drei Stöckchen…

Uiuiui, ich bin eine Überseherin. Werde ich auf ein Stöckchen hingewiesen und dann sehe ich ein zweites und jetzt ich noch ein drittes gefunden. Ok. Ich gehe es mal an 😀 Man wird es mir verzeihen, dass ich 2 in 1 beantworte…

Setze einen Link zu der Person, die Dir das Stöckchen zugeworfen hat

Das war Veronika. http://attitudetolife.wordpress.com/

Und Masca 🙂 http://masca1.wordpress.com/

Erwähne die dazugehörigen Regeln auf Deinem Blog

Ich scheitere an der Frage. 😉 Was heißt das? Gibt es Regeln? Also da ich keine gemacht habe, glaube ich nicht dran. 😉

Erzähle von Dir 6 unwichtige Dinge/ Macken/ Gewohnheiten

Gleich 6 – ich probiers.

– Bevor ich die Wohnung verlasse, kontrolliere ich penibel ob der Herd ausgeschaltet ist. Da bin ich monkig 😀

– Ich gehe nicht gern in den Keller.

– Ich fahre niemals schwarz.

– Ich trinke den Kaffee koffeinfrei.

– Ich begrüße meine Katzen wenn ich nach Hause komme und verabschiede mich von ihnen, wenn ich gehe.

– Mein sms-Ringtone ist ein Trüffelschwein 🙂

Gib das Stöckchen am Ende Deiner Antworten an 6 Leute durch Verlinkung weiter

Ich nehm nur fünf, aber in die schau ich dafür auch öfter rein und sie haben noch kein Stöckchen bekommen…

http://sandrachen-bloggt.myblog.de/

http://mblog.deinzer.eu/

http://sara-emilia.myblog.de/

http://www.giesen-familie.info/claudia/blog/

http://michabloggthier.wordpress.com/

Hinterlasse bei jeder der gewählten Person einen Kommentar in ihrem Blog, wonach die getagged wurde

ok.

Und Stöckchen Nummer 3 von von Masca.

4 Jobs, die Du in Deinem Leben hattest

Ich habe in einer Konditorei Milch beschafft und Eis verkauft, in der Stadt Zeitungen ausgetragen (wo Altbau ist, gibt’s keine Lifte 😉 ), serviert und Nachhilfestunden gegeben.

4 Filme, die Du immer wieder anschauen kannst

Die Brücken am Fluss *heul* , Geschenkt ist noch zu teuer (größtes Vergnügen meiner Jugend), Das Geisterhaus, Bernhardiner und Katz… Wahrscheinlich noch mehr, aber mir fällt keiner mehr ein. Oder erst wenn ich ich das abgespeichert habe 😉

4 Orte an denen Du gerne gewohnt hast

Nunja. Ich hab nur in meinem Herkunftsdorf gewohnt (gern) und hier in Graz (auch gern). Aber dafür hab ich hier in fünf Wohnungen gewohnt, in vier davon gern 🙂

4 TV-Serien die Du gerne anschaust / angeschaut hast

Das ist leicht 🙂

Unangefochten: Gilmore Girls. Außerdem: Monk. Momentan: Men in Trees. Früher: Die Nanny. Danach: Malcolm mittendrin. Abgesehen davon: Scrubs.

Ich glaube, ich schaue mehr Serien als Filme. 😉

4 Plätze in denen Du im Urlaub warst

Innerhalb oder außerhalb von Italien? 😉 Kann man außerhalb von Italien Urlaub machen?

Auf den Liparischen Inseln, in Sizilien, am Gargano, im Cilento…

Und sonst: In Dubrovnik, am Jakobsweg pilgernd,

4 Webseiten, die Du wöchentlich besuchst

Ein Forum, ein anderes Forum, ein paar Blogs, Google

4 Deiner Lieblingsessen

Kärntner Käsnudel, Spaghetti, Gurkensalat mit Kartoffeln und – momentan verboten – SUSHI *lecker*

4 Plätze an denen Du im Augenblick sein möchtest

Schon unterwegs beim Spazieren, in Rom, am Faaker See (wenn das Wetter schön wäre), irgendwo in Italien an einem schönen Strand

4 Blogger, an die Du das Stöckchen weitergibst

Ich lass es liegen. Wer es haben will, nimmt es sich.

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Emanzipation und Konfrontation

Als wir im Ortstafel-Land waren lag da Post. Meine Mutter hatte sie nicht aufgemacht, obwohl sie an sie adressiert war. Aber am Umschlag stand: Emanzipation und Konfrontation. Das kann nur für die Kathi sein, war ihre Analyse.

😀 😀 😀 😀

Mein Mann findet das sehr lustig, dass ich so gesehen werde. Ich finde das normal, dass diese Themen mit mir assoziiert werden. Fragt sich bloß, was meine Mutter konkret denkt, wenn sie das sagt.

Ich weiß nicht, wie man als Frau nicht täglich darüber erzürnt sein kann, dass es eine Gehaltsschere gibt, dass Kinderbetreuung Frauensache ist, dass Muttersein nichts Anerkanntes ist, dass man dann aber die Übermutter sein muss und dass die Männer da überhaupt nicht zu finden sind. Einzelne Männer natürlich schon. Die mühen sich ab. Aber üblich ist es nicht, dass Männer weniger arbeiten, sodass sie Kinderbetreuung machen können. … Dass eine das nicht aufregt verstehe ich nicht, will ich auch nicht verstehen. Und dass Frauen ihre Arbeit zu Hause geringschätzen, und sagen, dass sie nicht so viel wert ist, wie außerhäusige Arbeit, das macht mich auch sauer. Das Problem besteht auf zwei Seiten, aus meiner Sicht. Die Gesellschaft mit ihren Bedingungen und Frauen, die sich zu allem Überfluss gegenseitig UND selber sabotieren. Konservative, die andere Frauen geringschätzen, weil sie arbeiten gehen und die Kinder angeblich abschieben. Moderne, die arbeiten und Hausfrauen als Hausmütterchen abstempeln. Und der negative Hit sind Frauen, die so viel Verständnis für die Wirtschaft haben und denen noch dazu klar ist, weshalb sie natürlich nicht so gut eingesetzt werden können (Flexibilität und so…). Nunja. Es wäre nicht schlecht, sich mal für seine eigenen Interessen einzusetzen. Die Wirtschaft dient uns, damit wir leben können. Nicht wir ihr, damit sie wachsen kann und Konzerne reich werden.

Die Karte war übrigens für meine Mutter.

Und das ist der Link zur Ausstellung: http://www.k08.at/

Kärntner Brautführer: Wie klärt man die Kinder auf?

Heute also Teil 1, der uns in die Welt von 1964 führt.

Der Kärntner Brautführer warnt vor „unerleuchteter Prüderie“ und empfiehlt die Kinder aufzuklären. „Wo das Kind ein Recht hat, die Wirklichkeit zu erfahren, soll man ihm keine Märchen aufbinden.“ – Bitte den Satz dringend merken und das Folgende vor seinem Hintergrund lesen. winkend

„Die Mutter erzählt dem Kind eines Tages – scheinbar zufällig – … dass es neuen Monate in der Wiege unter ihrem Herzen gelegen sei. Diese Wiege habe der liebe Gott eigens für das Kind dort geschaffen, und er habe sie so warm und so wohlig geschaffen, dass es darin so sicher und munter geschlafen habe wie das Vöglein in seinem Nest oder wie das Kindlein in seinem Bettchen. … Vielleicht folgt die gefürchtete Frage: „Wie bin ich denn dahin gekommen?“ … Du hast schon gesehen, wie im Frühling ein kleines Hälmlein aus dem Boden wächst. Das Hälmlein wird immer größer, und schließlich ist eine richtige Blume daraus geworden. Das hat die warme Sonne gemacht, sie hat mir ihrem Licht und mir ihrem warmen Schein das Hämlein, das in der Erde schlummert, geweckt, zum Wachsen und zum Blühen gebracht. So ist es auch in meiner kleinen Herzenswiege zugegangen, eine warme, helle Sonne hat geschienen und dich – wie das Hälmlein aus der Erde – geweckt. Diese Sonne, das war die große Liebe deines Papas zur Mama. Sie hat dich so in meiner Wiege zum Leben erweckt, wie der Kuss des Prinzen das schlafende Dornröschen.“

– Da frage ich mich jetzt: Hat man das 1964 noch so geglaubt? Man sollte ja keine Märchen erzählen… Und gleich werden wir wissen, dass die Geschichte mit den Blumen und den Bienen aus Kärnten kommt. frech

Wenn etwas Wasser die Drau runtergeflossen ist und sich das Wissen gesetzt hat, erklärt die Mutter weiter:

„Du erinnerst dich noch an das Hälmlein, aus dem die große Blume gewachsen ist. Wenn aus der Blume eine Frucht werden soll, dann muss sie vorher durch den Samenstaub einer anderen (männlichen) Blüte befruchtet werden. Du hast doch letzthin bei unserem Spaziergang gesehen, wie über dem Kornfeld eine ganze Wolke von Blütenstaub schwebte. Diese Wolke fällt in kleinen Stäubchen auf die Ähren. Eines dieser Stäubchen wächst in den Fruchtknoten der Ähre hinein und verbindet sich dort mit einem von den vielen kleinen Eizellchen. Dadurch bekommt die Eizelle neues Leben; sie kann jetzt wachsen, bis daraus ein großes Korn gewachsen ist. Bei anderen Blumen aber wird der Blütenstaub … durch Insekten z.B. durch Bienen – auf die weibliche Blüte getragen. So ähnlich geht es auch bei den Menschen. Zu der winzig kleinen Eizelle im Schoß deiner Mutter musste erst ein ganz kleines goldenes Stäubchen des Vaters kommen, ehe es wachsen konnte. … Dadurch dass der Mann seine Frau liebt und immer bei ihr ist, wird und wächst das Kindlein in der Wiege ihes Herzens. … Und das Kindlein erbt von beiden das Aussehen und die Eigenschaften. Woher das alles kommt und warum das so ist, kann keiner sagen. das ist ein Geheimnis vom lieben Gott und das ist sein großes, allerschönstes Wunder.“

Es wird noch erzählt, dass man den Körper heilig halten soll und dass man dann auch Kinder geschenkt bekommen wird.

Die Konsequenz dieser Aufklärung: „Es wird berichtet, dass nach einem solchen vertrauten Gespräch zwischen Mutter und Kind selbst sehr wilde Buben und ganz unsentimentale Mädchen der Mutter weinend oder jubelnd um den Hals fallen ob des großen Glücks, eine solche Mutter zu haben: „Mutter, jetzt hab ich dich noch viel lieber.“

Der Text stammt ursprünglich von Hans Wirtz, „Vom Eros zur Ehe“ und ist im tyrolia Verlag erschienen.

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Aus dem Kärntner Brautführer: Eine Serie

Am Wochenende waren wir in Kärnten um meine Eltern zu besuchen. Und da ist im mütterlichen Bücherregal ein „Kärntner Brautführer“ aufgetaucht. Eine Bedienungsanleitung für Frauen, damit sie perfekte Ehefrauen werden aus dem Jahre 1964. Kurz zusammengefasst: Ohne eigene Bedürfnisse, dem Manne stets untertan. Lieb lächelnd natürlich. Durch’s Internet geistert so eine Anleitung, allerdings eine amerikanische. Ich wusste ja nicht, dass auch bei uns so ein Geschreibsel auch verteilt wurde und – man beachte – vom Staat finanziert wurde!

Ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit aus diesem Buch zu zitieren, weil das so krass ist. Das ist 44 Jahre her. Allerdings hat sogar meine Großmutter zu lachen begonnen (was jetzt auch nichts heißt, denn das Patriarchat wurde bei uns nie hochgehalten winkend ) und gemeint, den Schwachsinn habe sicher ein Mann verzapft. Das ist aber ein Irrtum. Dieser Mumpitz wurde auch von Frauen verfasst.

Bald werden wir also lernen, dass wir als Frauen uns das Gesicht am Abend eincremen müssen, dann aber schön abtupfen, damit wir nicht unseren Ehemännern den Anblick verderben, wenn wir ins Bett gehen. Unsere Ehemänner sind im Grunde ihres Herzens eh kleine Buben, denen man ihre Launen nicht übel nehmen sollte. Wohingegen sie Anspruch haben, auf eine glückliche, lächelnde Ehefrau, wenn sie nach Hause kommen nach einem harten Arbeitstag. Was für Weisheiten!

Aus dem Fastenkalender vom 25. Feber

Fang jeden Tag an als ein neuer Mensch.
Jeder Tag soll wieder dein erster Tag sein, dein allererster Tag.
Gestern und alle früheren Tage und Jahre sind vorbei, begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern.

Gab es Scherben? Schlepp sie nicht mit dir herum.
Denn sie werden dich Tag um Tag verwunden, bis du am Ende nicht mehr leben kannst.
Es gibt Scherben, die du in Gottes Händen los wirst.
Es gibt Scherben, die du mit ehrlicher Vergebung heilen kannst.
Und es gibt Scherben, die du bei aller Liebe nicht heilen kannst. Die musst du liegen lassen.

Du musst jeden Tag neu anfangen.
Das ist die Lebenskunst.
Jeden Tag neu sein wie das Licht der Sonne.
Jeden Morgen aus der Nacht aufstehen.
Jeden Tag neu anfangen mit Händen voller Hoffnung und Vertrauen.
Aber nicht mit den Scherben von gestern!

Quelle: http://www.fastenkalender.or.at/

Dich

Dich nicht näher denken

und dich nicht weiter denken

dich denken wo du bist

weil du dort wirklich bist

Dich nicht älter denken

und dich nicht jünger denken

nicht grösser nicht kleiner

nicht hitziger und nicht kälter

Dich denken und mich nach dir sehnen

dich sehen wollen

und dich liebhaben

so wie du wirklich bist

(Erich Fried)

Schlüssellos und ein charmanter Ehemann

Mein Mann geht arbeiten, ich will zur Intervision. Ich suche meinen Schlüssel am vertrauten Platz. Mir schwant Böses. Ich nehme das Handy und es wird Gewissheit: Mein Schlüssel ist von meinem Mann entführt worden. Die Intervision findet also hier statt.

Beim Zeitunglesen schaut mich mein Mann zerstreut an und sagt: „Würdest Du in Bregenz leben, könntest Du als Komparsin beim James-Bond-Film mitmachen.“ Und liest mir dann vor: „Wer Opernpublikum mimen will, muss nicht besonders gut aussehen und auch keine besonderen schauspielerischen Fähigkeiten haben. …“

DANKESCHÖN aber auch. frech schreiend lachend Ich denke, es war nicht SO gemeint, wie es angekommen ist.