Flohcircus

Also bei uns sind die Flöhe eingezogen. Voll nett. Der Kater hat Flöhe – die können übrigens via Luftwirbel auf den Balkon gelangen – und da ich damit nicht gerechnet habe, hat er jetzt schon viele. Hatte er. Bei der Entdeckung. Denn jetzt verfügt er bereits über ein paar giftige Hautschichten und jeder Floh der hineinbeißt stirbt innerhalb von 24 Stunden. Ich hab die Wäsche gewaschen. Damit meine ich, ich habe den gesamten Inhalt der kindlichen Kleiderschränke gewaschen und einen großen Teil der unsrigen. Abgesehen davon, dass ich jeden Tag sauge und die Böden mit Insektizid einlasse. Wir erinnern uns, dass der Grund meines Zuhauseseins ist, dass eine knapp Viermonatige versorge. Und am Nachmittag eine knapp Sechsjährige dazu. Sie allein würden mich schon genug beschäftigen. Zum Waschen bin ich mehrmals in Graz einzigen Waschsalon gefahren mit mehreren Müllsäcken voll Kleidung. Hab alles gewaschen und getrocknet und bin mit frischen Müllsäcken nach Hause gefahren. Weil ich nämlich die Angewohnheit hatte, die Wäsche am Boden zusammenzulegen. Mit Rosalie neben mir. Tja. Nachdem ich des Katers Flöhe entdeckt hatte, hatte ich eine Ekelattacke, die ich mit hygienischen Maßnahmen beruhigen musste. Und hab mir eine ganze Woche lang für jeden Tag Babysitterin oder Putzfrau geholt. Einmal ist der Tiroler, der bis zum Hals in einem Projekt steckt, früher gekommen und einmal ist Ernestine gekommen, die sich mein Elend nicht mehr anhören hat können. Danke Ernestine, das vergesse ich Dir niemals. Mit Ernestine und beiden Kindern war ich dann auch im Waschsalon. Bettwäsche waschen und so. Ernestine und Livia haben mit einem Papierball Fußball gespielt. Dann ist der Tiroler gekommen, Ernestine ist Bauchtanzen gefahren und wir haben alles nach Hause geschleppt. Dort habe ich alles eingeräumt und erledigt und dann hab ich die Krise bekommen. Nicht nur, dass das alles zu tun war und ist. Es hat sich dann auch noch Livia einen grippalen Infekt aufgerissen.

Auf der positiven Seite bin ich in der Woche auch Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision geworden. Ich war beim Zulassungsgespräch und ich war nicht einmal aufgeregt, weil die Flöhe meine Welt so infiltriert hatten.

Morgen fahre ich ins Ortstafelland um mich zu erholen. Die Flöhe beißen nämlich alle mich. Das und die Tatsache, dass der Tiroler außer Haus arbeitet, macht, dass er entspannt ist, während das Mittel auf dem Kater wirkt und die Flöhe peu à peu abgemurkst werden. Peu à peu ist mir zu langsam, denn ich bin jeden Tag den ganzen Tag mit dem Thema konfrontiert, weil meine Arbeit eigentlich Rosalie ist. Und Livia.

Allerheiligen ist Weihnachten für Suizidale

So ist es mir heute vorgekommen als ich am Abend über den St. Peter Stadtfriedhof gegangen bin. Suizidal bin ich nicht, eher antisuizidal. Ich lebe vergnügt wie man hier nachlesen kann. Und ich werde völlig hysterisch, wenn man mir meinen möglichen Tod voraussagt. Oder ich höre schon den möglichen Tod vorausgesagt, wenn  jemand eine mögliche Komplikation in den Raum stellt.  Gut. Also da habe ich gelesen, dass es kunsthistorische Friedhofsführungen gibt für den Zentralfriedhof und den St.Peter Friedhof und mir gedacht, das schaue ich mir an. Weil der St. Peter Friedhof nicht so ganz ein Friedhof ist. Manche lernen dort, also für ihr Studium. Marianne hat dort in einem heißen Sommer ihr Baby spazierengefahren, weil der evangelische Teil so schattig und schön ist. Und man kann auch über den Friedhof gehen, wenn man von der Plüddemanngasse in die Petersgasse möchte. Vom Hofer schnell rüber in die Gärtnerei oder so.

Ich habe gelernt, dass Kaiser Josef II. nur mehr Schachtgräber haben wollte – unpersönliche Sache. Das wollten dann die reichen Leute nicht und man hat eine österreichische Lösung gefunden. Entlang der Friedhofsmauern durften persönliche Gräber sein und am Feld zunächst nicht. Das hat sich dann weiterentwickelt und heute haben wir die Gräber wie wir sie haben. Naja, und wenn man die Friedhofsmauern entlang geht, sieht man klassizistische Gräber und Jugendstil-Gräber und spannend: Von Männern werden immer nur Büsten gemacht, von Frauen ganze Statuen. Außer ein Grab am ganzen Friedhof, das fällt aus der Reihe, da gibt es ein Relief von einer Frau. Spannend finde ich, dass manche Menschen so eitel – oder was ist das? – sind, dass sie sich selbst im Tod noch auf den Grabstein schreiben müssen wie toll sie waren. Das bedeutet, dass sie in früheren Zeiten zB Bürger waren oder Hausbesitzer oder Hausbesitzerswitwen. Und dann gibt es noch Kapellen und irgendeinen Kriegsheld mit einem verwitterten stebenden Löwen oben auf seinem Grab. Und dann Leute, nach denen einige Straßen und Palais benannt sind. Das werde ich dann bei Livia alles in der Schule mitlernen, was man über Graz so wissen muss. Und zuletzt sind wir noch auf Dorfniveau gekommen. Mir ist es powidl wer mit wem verwandt ist und wer der Vater von Professor XY ist. Stadtwissen hab ich jedoch erworben, weil ich gelernt habe, dass der Besitzer der Tanzschule Kern-Theissl umgebracht wurde und der Fall jetzt aufgerollt wird. Und der Vater vom englischen Patienten ruht auch hier.

Nach diesem abendlichen Ausflug bin ich ganz irdisch in den Supermarkt gegangen, weil ich draufgekommen bin, dass morgen Feiertag ist und es doch fein wäre, was zu essen im Haus zu haben. 😉

Die Schnur

Ich erwähnte, es muss im August gewesen sein, dass Frau Vi ungerechtfertigterweise unter einer Schnur leidet, die bei uns am Balkon hängt und von der es nach Regenfällen hinunter auf ihren Balkon tropft. Die Schnur haben wir schon lange angebunden, sagte ich, nahm Frau Vi damit gemeinerweise nicht ernst und ging. Jetzt bin ich aber kürzlich am Balkon gewesen und habe Kluppen eingesammelt, die Livia immer für den Winter sammelt. Die Kluppen hängen nach dem Sammeln aus dem Kluppenkübel am Katzengitter. Das Katzengitter ist lange Zeit unnötig gewesen, da unsere einst übergewichtige Katze garantiert nicht zwei Meter in die Höhe klettert um einen Vogel zu jagen. Aber gut für Winterkluppen ist es. Also jedenfalls entdecke ich die Schnur, die Frau Vi gemeint hat. Es hängt und tropft nämlich die Schnur, die den Katzenrausfallschutz mit dem Balkon verbindet, nicht die andere, an der ich in meinen boshaften Phantasien am liebsten ein Vogelhaus aufhängen würde. Dann würde sie sich nämlich nach den Wassertropfen sehnen. 😉

Doch kein Fall für die Osteopathin

Magen-Darm, Hand-Mund-Fuß und jetzt haben wir eine Erkältung. Livia schleppt alles heran, wir fangen alles auf. Rosalie geht es hoffentlich gut. Muttermilch ist doch ein tolles Nahrungsmittel. Wahnsinnig wäre ich, wenn ich darauf verzichten würde. Ich bestrahle indessen mein Ohr mit Rotlicht.

Mutterschaft mit einem Baby ist ein Wahnsinn. Wahnsinnig schön. Wahnsinnig anstrengend. Es ist, als würde man, in einem Sumpf watend, Dinge erledigen müssen. Das ist ein bisschen anstrengend weil man nix weiterkommt. Man könnte jetzt einwerfen, dass man dann halt einfach nix tun soll an diesen Tagen. Ja, eh, das sag ich auch immer. Aber ein paar Dinge wäre schon fein. Zum Beispiel will ich dem Bauern, der uns einmal die Woche mit Gemüse beliefert, sein Geld überweisen.

Kurz: Ich habe Rosalie im Oktober 23 Tage lang den ganzen Tag herumgetragen. Ob ich das nicht hätte tun müssen, wenn ich schon 23 Tage vorher entdeckt hätte, dass sie in meinem Bett schlafen will anstatt in ihrer Wiege, weiß ich nicht. Will ich auch nicht wissen, denn immerhin hab ich ihr wahnsinnig viel Nähe gegeben und ihr Urvertrauen gepflegt. Am 23. dieses Monats habe ich es entdeckt. Seitdem macht sie drei Schläfchen im Tag. DREI. Das muss man sich auf der Mutterzunge zergehen lassen. Sie ist eine durchschnittliche 12Wöchige, die 3 Schläfchen macht. Ich habe quasi die Freiheit unsere Wohnung ein bisschen wohnlich zu machen.

Kurz hab ich mir überlegt, ob ich sie im Tragetuch, irgendwie verbogen habe, ihr eine Blockade zugefügt habe. Ich glaub, ich hab die böse Alte wieder getroffen, von der ich hier berichtet habe. Als ich nämlich vorm Tribeka in der Sonne gesessen bin. Die, die vor 50 Jahren Kinderkrankenschwester war und mir vor ein paar Wochen auf der Straße unbedingt mitteilen musste, dass das schädlich ist, das Kind im Tragetuch zu tragen. An die hab ich gedacht, als ich mitten in der Nacht, Rosalie weinend und verbogen, drüber nachgedachte habe, wo ich am Samstag eine Osteopathin finde.

Und dann hat sich am Samstag morgen herausgestellt, dass sie nur versucht hat sich zu drehen und sich geärgert hat. Alles gut. 😀

Und im Sumpf waten macht Muskeln.

3 Eier um halb 6

Maggie schreibt: „Ja, Deine Tochter kann wirklich verhandeln. Wer immer mit ihr beruflich zu tun hat, wird um Gnade winseln.“

Und das kam so: Der Tiroler machte Rösti mit gemischtem Salat. Livia ging zu ihm und wünschte sich noch Karottensalat und außerdem Eier. Zur Karottensalatherstellung war der Tiroler bereit, er weigerte sich jedoch Eier zu kochen, da er dann gleich keine Rösti machen hätte müssen. Rösti hatten wir ausgemacht, Rösti hatte sich das Kind gewünscht. Die Nichterfüllung ihres Eier-Mittagessens führte zu einer ausgewachsenen Schreikrise der Fünfkommafünfjährigen, die erste eine Stunde später wieder endete. Ich stillte in der Zwischenzeit das Babylein und vermied es das Schlafzimmer zu verlassen. Ich hörte ohnehin aus der Küche das Geschrei, das Thema der Auseinandersetzung und das Gefecht um Eier oder nicht Eier. Nach einer Stunde, der Tiroler hatte mitgeteilt, dass es Essen gibt, konnte ich es nicht mehr verhindern und setzte mich zu Tisch. Livia schrie und weinte noch immer. Der Tiroler wurde daraufhin sauer und laut. Wenn man ihn kennt, kann man es sich kaum vorstellen. Der Tiroler wird nämlich äußerst schwer sauer und sehr selten laut. Ich beschloss Dinge, die er in solchen Situationen manchmal tut, nicht zu tun. Also sagte ich zB nicht heimlich „ach, ein Ei, ich mach Dir eines, aber nur eines, ja?“. Und ich wurde auch nicht sauer wie sonst, sondern machte auf guter Cop, liebe Mami, verständnisvoll. Ich beruhigte Livia, während der Tiroler vor Zorn die Küche verließ um Rosalie zu beruhigen, die schon wieder weinte. Rosalie hat eine Phase. Die Phase heißt: „Selbst wenn Du mich im Tiefschlaf ablegst, werde ich sofort weinen.“ Sie braucht Nähe. Deswegen trage ich Rosalie seit ein paar Tagen permanent herum. Der Tiroler war also bei Rosalie, Livia und ich schwiegen und aßen. Livia entschuldigte sich und meinte, sie hätte dann gern zur Jause ein Ei. Ich sagte, sie könne eines zum Abendessen haben um halb sieben – ich wollte dem Tiroler weiterhin nicht in den Rücken fallen. Sie sagte, bis halb sieben würde sie es nicht aushalten, immerhin habe sie schon seit sieben Wochen kein Ei gegessen, sie wolle ein Ei um vier. Ich sagte, es gibt ein Ei um sechs, sie sagte, sie will ein Ei um fünf. Ich sagte, gut, es gibt ein Ei um halb sechs. Sie sagte: „Gut.“ Dann sagte sie, wenn es halb sechs ist, müssen es zwei Eier sein. Ich willigte ein. Sie roch Lunte und sagte, sie hätte lieber drei. Ich sagte „jetzt ist Schluss, zu viele Eier sind nicht gesund.“

Das Kind wird dereints Lohnverhandlungen führen und die anderen werden vor ihr in die Knie gehen und froh sein, wenn sie ihr alles geben können was sie möchte. 😉

Stilles Reifen

Schon ganz lang mag ich dieses Gedicht. Am Weg macht es Mut und in der Rückschau macht es stolz und kräftig.

Alles fügt sich und erfüllt sich,
mußt es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führest.

Christian Morgenstern

Ganz oben auf der Leiter

Ich mag ja diese Omasprüche und deswegen darf man mir auch damit kommen. Zwischen Mitternacht und jetzt habe ich mit dem Tiroler einen Plan geschmiedet und ein Mail geschrieben um überhaupt einmal einen Termin zur Selbsterfahrung auszumachen. Wir haben uns drei  Varianten der Rosalie-Betreuung überlegt und eine davon wird klappen. Die Frau, die mir meine Homepage macht, hat mir geschrieben und mir eine Checkliste übermittelt, mit der ich mich befassen muss. Dafür habe ich jetzt eine Woche Zeit. Also ja, neuer Tag, neues Glück, die Welt schaut heute schon wieder anders aus.

Außerdem habe ich erkannt, dass es praktisch ist, wenn man nichts kochen muss. Das spart Zeit. Ich ernähre mich von Butterkeksen und Vanillejoghurt. Wenn ich mich in der Menge zurückhalte vermehren sich meine Bauchkrämpfe nicht, aber ich kriege Kalorien, die ich fürs Stillen brauchen kann. Nicht dass ich dünn wäre, aber beim Stillen hungrig zu sein ist grausam. Da es bei Livia eine Woche gedauert hat, werde ich bereits am Dienstag wieder schmerzfrei sein und heute ist immerhin schon Donnerstag. 😉

Die gesparte Zeit nützt mir jedoch nur mäßig, denn Rosalie ist unrund und schläft keinesfalls allein. Rosalie akzeptiert jedoch  das Tragetuch und mag ganz offensichtlich Udo Jürgens  und schläft schon, während ich blogge. Ich eigne mich nicht für längeres Unglücklichsein. Deswegen strengt es mich zwar an, dass ich momentan so wenig Minuten wirklich verlässlich frei habe. Um vielleicht einmal auf meinem Meditationsbogen zu sitzen und da zu sein. Andererseits gibt es kaum einen besseren Meditationsgong als ein Baby. Entweder man nimmt das Baby selbst als Gong oder, wenn man das Gefühl hat, ohnehin nur mehr mit dem Baby befasst zu sein, stellt man sich das Handy einmal die Stunde und tut das, was man gerade tut, bewusst. Drei Minuten lang. Das habe ich für heute so eingestellt. Ich bin übrigens nicht nur mit dem Baby befasst. Jedenfalls nicht zu den vollen Stunden. Um 11.00 bin ich zB  oben auf der Leiter gestanden um auf den Schuhkasten zu kommen, auf den der Tiroler die Gemüsekisten vom Biobauern geräumt hat und habe darin die Biobauernrechnung gesucht.

gutenmorgenlibemama

ichwilheuteumzweiabgeholtwertenteineliviaistschonimkintergaten

Ich habe geschlafen, denn nun habe ich den Magen-Darm-Virus, mit dem Livia letzte Woche gekämpft hat. Sie musste mir ihren Wunsch also schriftlich mitteilen.

Den gestrigen Tag haben Rosalie und ich schlafend verbracht. Zum Glück sind Achtwöchige anspruchslos was ihre Freizeitgestaltung angeht. Hauptsache Mama ist da. Mama war indessen in mäßiger Verfassung mit Magen- und Darmkrämpfen, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Nachdem mir meine Homöopathin Globuli gegeben hatte, hatte ich wenigstens innerhalb von einer Stunde auch noch Durchfall. Sehr freundlich.

Heute geht es mir deutlich besser, was Rosalie gleich zum Anlass genommen hat, heute gar nicht zu schlafen und dafür raunzig zu sein. Sie will nicht alleine wo liegenbleiben, sie will immer nur bei mir sein. Und am Abend ist sie schlafen gegangen, wie ein Baby, das den ganzen Tag nicht geschlafen hat. Sie hat weinen müssen und sich so gar nicht beruhigt, ich hab sie trostgestillt, in der Hoffnung, sie nuckelt sich in den Schlaf. Sie hat sich übersoffen und mich von Kopf bis Fuß angespien. Wir reden nicht von ein bisschen Spuckerei, sondern von der Notwendigkeit einer Dusche und frischer Kleidung bis zur Unterwäsche. Kein Wunder, dass sie geweint hat, die ganze Milch muss im Magen gedrückt haben. Es war völlig offensichtlich, dass ich reichlich Milch habe – so auf der positiven Seite. 😉 Der Tiroler hätte sie ja gern tragen wollen, Rosalie meine ich, bloß hat sie sich bei mir immer beruhigt und bei ihm immer geweint. Also sind wir da sitzen geblieben, bis Rosalie endlich im Tiefschlaf war. Dann hatte ich meine ersehnte freie Zeit, aber mir fiel nicht mehr ein, was ich alles tun wollte. Also hing ich auf facebook rum, schaute mir die Voraussetzungen für die Kindstaufe an und fragte mich, ob der Taufpate ja wohl hoffentlich nicht aus der Kirche ausgetreten ist. Das hätte er uns ja wohl gesagt. Glaube ich. Und jetzt ist es Mitternacht und ich weiß nicht, wie ich meine Selbsterfahrungsstunden koordinieren sollen – immerhin brauche ich dafür eine Babysitterin oder den Tiroler oder beide. Und ich weiß nicht, was ich auf meine Homepage als Psychotherapeutin, die ich bald sein werde, schreiben soll. Und ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht, weil ich zu müde bin. Ich habe auch keine Fotos dafür rausgesucht.

Aber zu Abend gegessen habe ich. Eine Hühnersuppe mit nix drin und ein Vanillejoghurt. Und weil das meinem Magen zu viel war, hat er jetzt wieder Krämpfe.

Dieses Posting könnte man jetzt wieder als eines lesen, das keine Werbung für Kinder macht. Aber es macht auch keine Werbung für Magen-Darm-Viren und deren emotionale Auswirkungen. Und jetzt geh ich schlafen. Morgen schaut die Welt schon wieder anders aus.

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Weiterhin vier mit Katze

In „Am Beginn der Menschheit steht Busen“ habe ich geschrieben, dass der Kater so krank ist. Ein Gewächs auf der Leber. Seitdem unser Tierarzt wieder zurück ist und wir den Kater mit Kochsalzlösung und Vitaminen infundiert haben – natürlich  mit engem tierärztlichen Kontakt – und wir ihm diverse Medikamente verabreichen geht es ihm deutlich besser. Für den Tierarzt ist der Kater auf dem Wege der Besserung, es sollte jetzt nur so weitergehen mit ihm. Wir sollen ihm mit ein bisschen Fleisch locken -nicht übertreiben – und ihm vorsichtig normales Futter gehen. Dem Tierarzt ist schleierhaft was wohl zu der Gelbsucht geführt hat und das Gewächs, das man im Ultraschall gesehen hat, könnte ein Hämatom sein. Könnte sein, dass er wo runtergefallen ist und eine innere Blutung gehabt hat. Das wissen wir nicht.

Er kratzt jetzt wieder an den Möbeln, zerstört weiter die Couch und regt sich lautstark auf, weil er in der Nacht nicht ins Schlafzimmer darf. Wie dankbar man für sowas sein kann. Wir bleiben hoffentlich, anscheinend „Vier mit Katze“.

Und ich bin fürs erste erschöpft. Weil die letzte Nacht nur fünf Stunden gehabt hat. Deswegen geh ich schlafen. Dankbar. Gute Nacht.

 

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Eine Frage der Perspektive

Unser Sonntagsausflug hat uns nach Herberstein geführt. Wir waren mit Isidora und Ulf verabredet und einem Paar, das mit ihnen befreundet ist. Sechs Erwachsene und fünf Kinder.

Um 10.00 wollten wir telefonieren, Aufbruch um 10.30 anpeilen. Um 10.00 war klar, dass der Aufbruch um 11.00 stattfinden würde. Um 12.00 wurde klar, dass sie noch nicht aufgebrochen waren. Wir waren schon dort. Livia spielte am Spielplatz, ich stillte in Ruhe. Um 13.00 waren wir dabei eine Runde mit dem Bummelzug zu fahren, da trafen sie doch noch ein. Wir gingen zu den Löwen, langsam, warteten bei den Pumas, die Geparden sind, auf die Fütterung. Zusammen mit 30 anderen Leuten, weil irgendwer, Isidora, behauptete, die Fütterung würde gleich stattfinden. Da es die Geparden waren, war die Fütterung schon vorbei und die Pumas am anderen Ende des Tierparks. Wir schlichen wieder zurück zum Spielplatz um bei den Pelikanen weiterzumachen. 15.00. Die Freunde der Freunde bekamen Hunger und wollten was essen gehen. Wir eigentlich nicht. Isidora und Ulf auch nicht. Da fiel mir auf, dass der Tiroler missmutig dreinschaute. Auf Nachfrage meinte er, dass er seit drei Stunden in Herberstein quasi herumstehen würde und ständig damit beschäftigt war, Jacken zu halten oder wieder herzugeben und den Rucksack zu öffnen um Dinge herauszugeben, Jause auszupacken und wieder zurück zu tun, die Wasserflasche zu reichen oder irgendwas umzusortieren. Er war grantig. Das konnte ich verstehen. Also forcierte ich einen schnellen Aufbruch, wir waren gerade damit beschäftig Hot Dogs zu kaufen, und gingen mit Isidora, Ulf und unseren Kindern eine größere Runde und schauten uns die Pelikane und die roten Pandas an und noch viele andere  Tiere und manche von uns balancierten auf Holzbalken. Bei den Kamelen, die ich für Dromedare gehalten hatte, bekam Rosalie Hunger und ich ging vor ins Restaurant, um dort was trinken zu können und in aller Ruhe und Sonne zu stillen.

Für mich fühlt sich der Tag ganz anders an. Wir kamen um 12.00 an. Livia konnte entspannt am Spielplatz spielen, ich stillte. Irgendwann wollte ich nicht mehr am Spielplatz sein, sondern schlug vor, zu den Löwen zu gehen. Unterwegs kam uns der Bummelzug in die Quere, aber bevor wir abfahren konnte, trafen unsere Freunde ein. Also gingen wir mit ihnen zusammen weiter. Ob es wegen Rosalie war, die bei mir im Tragetuch war oder weil ich plauderte (und außerdem ständig auf den Tiroler und Livia wartete!) mir war das gar nicht aufgefallen, dass schon drei Stunden vergangen waren, als des Tirolers Gesichtsausdruck sich verfinsterte.

Schließlich war alles gut, denn die, die wollten gingen die Pelikan-Runde und die anderen setzten sich zum Essen hin und am Schluss ging sich noch ein Kaffee miteinander aus.

 

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